Die junge Anna Heymes (Arly Jover) ist nahe daran, wahnsinnig zu werden. Immer wieder hat sie Gedächtnislücken, erkennt ihren Mann nicht wieder oder wird von Horrorvisionen enthäuteter Gesichter geplagt. Als sie plötzlich mit der schockierenden Wahrheit konfrontiert wird, flieht sie aus ihrem alten Leben und begibt sich auf die Suche nach ihrer wahren Identität. Denn, Anna ist nicht diejenige, die sie zu sein glaubt.
Währendessen geht offenbar ein Serienkiller in der Stadt um. Er ermordet vorzugsweise rothaarige türkische Einwanderinnen, die sich illegal in der Stadt befinden und sich erstaunlich ähnlich sehen. Dabei geht er mit besonderer Brutalität vor. Auf seiner Spur befindet sich der junge Polizist Paul Nerteaux (Jocelyn Quivrin). Da ihn seine Ermittlungen in die türkische Unterwelt der Stadt führen, wendet er sich an den Ex-Polizisten Schiffer (Jean Reno), einem Kenner der türkischen Mafia.
Schnell kommen die beiden auf die Spur der „Grauen Wölfe“, einer geheimen Organisation, und ihnen wird klar, dass sie nicht den Mörder, sondern das nächste Opfer finden müssen. Doch die Wölfe sind auch auf der Suche und sehen es gar nicht gern, wenn man sie dabei stört.
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| FILMKRITIK
Besonders was seine Visualität angeht, versucht der Film zu beeindrucken. Zahlreiche kreative Einfälle machen deutlich, dass der Regisseur viel – vielleicht zu viel – über bloße Äußerlichkeiten des Films nachgedacht und darüber die eigentliche Handlung ein wenig aus dem Blick verloren hat. Die Geschichte selbst wirkt dadurch etwas unausgegoren.
Gezeigt wird die Reise in ein dunkles Mafiamilieu mit mysteriösen Hintermännern und grausamen Auftragskillern. Paris präsentiert sich dabei stets in grauer Dämmerung oder Dunkelheit, die hin und wieder von Blitzen durchzuckt wird. Passend dazu gibt es einen Dauerregen, der erst gegen Ende des Films aufzuhören scheint. Die Bilder wirken, was ihre Ästhetik betrifft, oft überladen. Unterstützt wird die aus diesen Punkten resultierende Künstlichkeit auch durch besonders atmosphärische Musik.Stellenweise erinnert der Film dabei an „Seven“, was seine Bildästhetik angeht oder an „Rosemaries Baby“, was seine anfänglich bedrückende Atmosphäre betrifft.
Zwar sind die beiden parallel verlaufenden Handlungsstränge recht elegant miteinander verwoben, doch insbesondere ihre Zusammenführung und Auflösung am Ende des Films sind etwas plump geraten. Vielleicht muss man das Buch kennen, um den Handlungsverlauf nachvollziehen zu können.
Auch was die Figuren und ihre Handlungsmotivation angeht, könnte die Lektüre der Romanvorlage hilfreich sein. Ohne diese Kenntnis erscheinen einige der Handelnden unglaubwürdig und unmotiviert. Das gilt besonders für die Figur der hilfreichen Psychiaterin Mathilde. Doch auch die Hauptfiguren Schiffer und Nerteaux scheinen manchmal etwas verloren vor der Kamera zu stehen. Blicke und Gesten wirken dann manieriert, einzelne unbeholfene Dialogsätze stehen wie Betonklötze im Raum, was allerdings auch an der deutschen Synchronisation liegen könnte.
Zusammenfassend ist „Das Imperium der Wölfe“ leider nicht so spannend, wie er hätte sein können, wenn mehr Wert auf Handlungsverlauf und Dialoge gelegt worden wäre. Bildästhetisch ist der Film durchaus einen Blick wert, auch wenn das stets regennasse und depressive Stadtbild auf die Nerven drückt. Man könnte sagen, „Das Imperium der Wölfe“ ist der Film eines Regisseurs, der sein Talent noch nicht voll entfaltet hat, dessen Zukunft aber noch einiges verspricht.
| FAZIT
Bildästhetisch lohnenswerter aber nur leidlich spannender Thriller.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung