Im Dämmerlicht seines sterilen Wohnzimmers sitzt der alternde Gigolo Don Johnston phlegmatisch auf dem Sofa. Seine Freundin Sherry hat ihn gerade verlassen, ihre letzten Blumen verwelken langsam auf dem Kaminsims. Dann jedoch flattert ihm ein rosafarbener, anonymer Brief ins Haus, in dem eine ehemalige Geliebte ankündigt, Don habe einen nunmehr 18jährigen Sohn, der sich auf der Suche nach ihm befinde.
Für Don selbst noch lange kein Grund, zu reagieren. Das gilt jedoch nicht für seinen Nachbarn und Freund Winston. Der begeisterte Hobbydetektiv entwirft für ihn eine abenteuerliche Reise, deren Ziel es ist, die Mutter seines unbekannten Sohnes ausfindig zu machen. Insgesamt kommen vier Frauen dafür in Frage. Und so begibt sich Don auf eine Reise in seine Vergangenheit. Dabei muss er jedoch vor allem lernen, mit seiner Gegenwart zurecht zu kommen.
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| FILMKRITIK
Jim Jarmusch dreht mit Bill Murray. Die Namen sind Programm. Und sie halten, was sie versprechen.
Mit schlichter Eleganz entfaltet sich dieses ungewöhnliche Roadmovie, in dem sich der mit minimalistischer Mimik ausgestattete Held auf die Suche nach einem Lebenssinn begibt. Die Härten der Gegenwart sorgen dabei dafür, dass dieser Blick zurück nicht von Nostalgie getrübt wird.
Mit dem melancholischen Ausdruck eines alternden Junggesellen, wandelt Don folgsam durch die Welt. Dass er echte Leidenschaft für irgend etwas empfinden könnte, ist kaum denkbar. Ein Desillusionierter, der sein Leben in stiller Verzweiflung zu führen scheint, der sich allerdings auch nicht der Komik des Alltags verschließt. Das Zucken einer Augenbraue genügt, um die ganze Fassade eines aufgesetzten Ehelebens auseinanderbrechen zu lassen.
Es sind besonders die kleinen Dinge, die diesen Film groß machen. Kleine Gags und Seitenhiebe, die man fast versäumt, kleine Gesten, Zitate und Anspielungen. Absichtlich überdehnte Klischees sorgen für zusätzliche Unterhaltung. Und wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet in einem Film von Jim Jarmusch das Leitmotiv „Rosa“ finden würde?
Dadurch dass Jarmusch lange Einstellungen wählt, lässt er dem Zuschauer Zeit, sie in ihrer vollen Komplexität zu erkunden. So werden auch die längsten Einstellungen mit kurzweiligem Leben gefüllt. Gleichzeitig ermöglicht diese Art der Inszenierung, einen Blick in die Gefühlswelt Dons zu werfen. Spürt er die Qual eines unangenehmen Schweigens, geht es dem Zuschauer nicht anders. Erwacht er müde in einem anonymen Hotelzimmer, kriecht die Angst vor dauerhafter Einsamkeit nicht nur an ihm hoch.
Der Film lebt auch durch seine nonverbale Kommunikation. Die findet in „Broken Flowers“ nicht nur zwischen Katze und Frauchen, sondern auch zwischen Jarmusch und seinen Zuschauern statt. Oft liegt mehr Gewicht in den Dingen, die nicht ausgesprochen werden als in den lakonischen Dialogen. Werden tatsächlich Antworten geliefert, muss sie der Zuschauer selbst entdecken. Dabei ist die stille Mimik der Protagonisten ein hilfreicher Ansatzpunkt.
Die Besetzung des Films ist tatsächlich so glänzend, wie sie sich anhört. Zahlreiche Schauspielgrößen hat der Regisseur hier versammelt, allen voran selbstverständlich der unnachahmliche Bill Murray, dem die Rolle des Don wie auf den Leib geschnitten ist. Und um den typischen Jarmusch-Filmgenuss noch zu steigern, gibt es auch hier wieder gewohnt gute Musik. Mit „Broken Flowers“ hat uns ein Meister seines Fachs eine melancholische Komödie geliefert, die man nicht verpassen sollte.
| FAZIT
Definitiv ein guter Film.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung