In den späten 1920er Jahren ist der Schwergewichts-Boxer James J. Braddock ein erfolgreicher Aufsteiger. Selbst dem Weltmeistertitel scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Dann jedoch kommen ein verlorener Kampf, ein Autounfall, bei dem er seine rechte Hand bricht und die Weltwirtschaftskrise, bei der er aller Ersparnisse verliert und schon ist Braddock ganz unten angelangt.
Der Tiefpunkt seiner Karriere ist erreicht, als ihm nach einem missglückten Kampf die Boxlizenz entzogen wird und er bei seinen ehemaligen Freunden betteln gehen muss, um seine Schulden zu bezahlen. Doch seine Frau steht weiter hinter ihm und mit Willensstärke und Glück gelingt es ihm, sich aus dem Sumpf der Armut hochzuarbeiten.
Und eines Tages erhält er eine zweite Chance. Sein ehemaliger Trainer Joe Gould ergattert für ihn einen letzten Kampf. John „Corn“ Griffin, neuer Anwärter auf den Weltmeistertitel, braucht zu Übungszwecken einen vorzeigbaren Gegner. Braddock steigt in den Ring und das Unglaubliche geschieht: Er gewinnt. Fortan als „Cinderella Man“ gefeiert, wird aus Braddock schnell ein Idol für die hoffnungslosen und armen Menschen der Krisenzeit. Alles scheint nun möglich zu sein, sogar der Sieg Braddocks gegen den agierenden Weltmeister Max Baer.
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| FILMKRITIK
Der „Cinderella Man“ ist Hoffnungsträger einer ganzen unglücklichen Gesellschaftsschicht. Darin soll zumindest laut Film der tiefere Sinn seines Boxens liegen. Mit Hoffnung kann man weder seine Miete bezahlen, noch kann man sie essen, und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass der geliebte Held nach seinem Erfolg schnell wieder in Vergessenheit geriet. Doch da gibt es ja auch noch Hollywood und die ewige Suche nach dramatisch-schönen Geschichten.
Angekündigt als „ergreifende Lebensgeschichte“ und mit dem deutschen Titel „Das Comeback – Für eine zweite Chance ist es nie zu spät“ ausgestattet, dürfte jeder Zuschauer wissen, auf was er sich bei diesem Film einlässt.
Das Ende ist bekannt, mit großer Spannung ist also nicht zu rechnen. Wohl aus diesem Grund widmet sich der Regisseur in erster Linie der Armutsproblematik der Wirtschaftskrise, die Amerika Anfang der 1930er fest im Griff hatte.
Diese Krise, in der auch Erfolgreiche innerhalb weniger Tage die soziale Leiter ganz nach unten rutschen konnten, scheint ein gewaltiges Volks-Trauma ausgelöst zu haben, dessen Darstellung auf der Leinwand sich nach wie vor rentiert. Und dazu gibt es dann die Geschichte eines Mannes, der es aus der Gosse ins gleißende Rampenlicht geschafft, der seinen Misserfolg in Erfolg verwandelt hat: Der pure amerikanische Traum.
Der scheint besonders in Zeiten wichtig zu sein, in denen das Vertrauen in amerikanische Träume zu sinken beginnt. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in einer emotional aufgeladenen Rede von der Großartigkeit des Landes die Rede ist, das seine Schäflein auch in Zeiten der Krise nicht im Stich lässt.
Zusätzlich ertönt im Film sogar der leise Unterton: Nur wer die Armut kennt, kann auch Erfolg haben. Schließlich zieht der zukünftige Champion Braddock seine Motivation und seine Willenskraft aus der Erfahrung tiefster Armut. Sogar seine einst schwache Linke wurde durch die harte Arbeit an den Docks gestählt. Noch mehr Hoffnung für all diejenigen, die sich am Boden der Gesellschaft befinden.
Die Figur des James J. Braddock wird zwar durch Russell Crowe glaubwürdig verkörpert, ist aber in ihrer ganzen Erscheinung zu glatt und perfekt, um einen wirklich interessanten Charakter abzugeben. Im Verlauf des im Film gezeigten Lebensabschnitts durchläuft er kaum eine Wandlung. Dasselbe gilt für seine Ehefrau, gespielt von Renee Zellweger, die kaum mehr zu tun bekommt, als hin und wieder treu in die Kamera zu blicken.
Der Film braucht lange, bis er in Schwung kommt. Zwischen den durchaus gelungen inszenierten Boxkämpfen verweilt er ausgiebig auf der Armutsproblematik, was ihn etwas langatmig macht. Die immer gleiche Familienidylle unterstützt diesen Eindruck zusätzlich. Für ein Drama ist der Film nicht dramatisch genug und auch für große Emotionen ist nicht genügend Platz. Insgesamt ist „Das Comeback“ ein eher mäßig unterhaltsames Boxer-Biopic geworden.
| FAZIT
Etwas langatmig geratenes, nur mäßig unterhaltsames Biopic mit einem guten Hauptdarsteller.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung