Maggie (Cameron Diaz) und Rose (Toni Collette) sind Schwestern, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Nur ihre Schuhgröße haben sie gemeinsam. Während die arbeitslose Maggie, die nur knapp ihren Highschool-Abschluss geschafft hat, von Party zu Party hüpft und ihre Zukunftsträume so schnell auswechselt wie ihre Männer, ist Rose eine pragmatische Anwältin, die an mangelndem Selbstwertgefühl leidet.
Es kommt zu einem großen Krach zwischen den Schwestern, als Maggie nach einem verpatzten Vorsprechen bei einem Musiksender den Freund ihrer Schwester verführt. Maggie, die selbst keine eigene Wohnung besitzt kehrt ins Haus ihres Vaters Michael (Ken Howard) zurück, wo sie auf Briefe ihrer verstorben geglaubten Großmutter Ella (Shirley MacLaine) stößt.
Um eine Zuflucht zu finden, macht sich Maggie nun auf den Weg zu ihrer Großmutter, die in einer Seniorenwohnanlage in Florida lebt. Währenddessen beginnt Rose, ihr Leben umzukrempeln. Sie schmeißt ihren Job hin und findet plötzlich im ehemaligen Arbeitskollegen Simon (Mark Feuerstein) eine neue Liebe. Doch ihrem Glück und Seelenfrieden steht noch die Auseinandersetzung mit einem dunklen Familiengeheimnis im Weg, von dem sie Maggie nie etwas erzählt hat...
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| FILMKRITIK
„In Her Shoes“ ist ein warmherziger Film über Familien und Beziehungen. Über Veränderungen, überwundene Tragödien und das Finden eines eigenen Lebenswegs. Im Mittelpunkt stehen dabei die zwei Schwestern Maggie und Rose, die trotz ihrer Verschiedenheit zwei Seiten ein und derselben Medaille sind. Deutlich wird das nicht nur durch die Tatsache, dass beiden dieselben Schuhe passen.
Die beiden Schwestern befinden sich an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung. Während Maggie bislang an den Versuchen, erwachsen zu werden, gescheitert ist und nicht gelernt hat, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, klammert sich Rose verzweifelt an ihre Arbeit, um nicht die Leere in ihrem Leben spüren zu müssen. Was der einen an Ernsthaftigkeit fehlt, fehlt der anderen an Lebensfreude.
Beide sind auf der Suche nach einem Lösungsweg, der sie aus der Einsamkeit befreien und ihr Verlangen nach familiärem Zusammenhalt stillen soll. Und beide müssen dabei einen – nicht immer schmerzlosen – Lernprozess bewältigen. Maggie muss ihr oberflächliches Bild von sich und den Menschen ihrer Umgebung korrigieren, Rose muss lernen, sich anderen Menschen anzuvertrauen.
Gleichzeitig müssen sich beide mit der tragischen Geschichte ihrer Familie auseinandersetzen und erkennen, welche Rolle sie in dem Spiel um Verantwortung und Verletztheit gespielt haben. Auf sehr eindringliche Weise wird deutlich gemacht, dass sie sich erst von ihrer Familie lösen müssen, um wieder zu ihr zu finden. Dass die vergangenen Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden – aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder – macht die Geschichte und damit den Film sehr komplex.
„Muriel’s Hochzeit“-Star Toni Collette glänzt als unsichere Rose, und auch Cameron Diaz agiert in ihrer Rolle durchaus überzeugend. „In Her Shoes“ ist ein Hollywood-Streifen par excellence. „Wonder Boys“-Regisseur Curtis Hanson ist souverän im Umgang mit entsprechenden ästhetischen Stilmitteln. Zudem gelingt es dem Regisseur, den Einsatz kitschiger Szenen auf ein Minimum zu reduzieren.
Hanson schafft es, die Geschichte einer durcheinander geratenen Familie sensibel und unterhaltsam darzustellen. Da kritische Situationen umgehend mit leichtem Witz ausgeglichen werden, herrscht im Film ein unbeschwertes Gefühl vor. Eine tiefgehendere emotionale Beteiligung an den Problemen der Figuren wird so leider verhindert, was den Film ein wenig oberflächlich macht.
| FAZIT
Ein unterhaltsamer, leichter und größtenteils gelungener Film über eine durcheinander geratene Familie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung