Dienstag | 29. Mai 2012 | 13:27 Uhr
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    • | KURZINHALT

    • Manchmal, mit fortschreitendem Alter, rücken Erinnerungen aus der Kindheit stärker ins Bewusstsein als die Erlebnisse des gerade vergangenen Tages. So geht es auch dem alternden Freigeist Konrad Lang (Gérard Depardieu), der zusehends alltägliche Dinge vergisst, sich aber immer präziser an seine früheste Kindheit erinnert.

      Nicht zuletzt aus diesem Grund zieht es ihn auch zurück in den Schoß der Industriellen-Familie Senn, zu der sich Konrad durch die gemeinsam verbrachte Kindheit mit dem gleichaltrigen Thomas (Niels Arestrup) zugehörig fühlt. Thomas' Mutter, das resolute Familienoberhaupt Elvira Senn (Francoise Fabian), gewährt Konrad zwar Unterkunft, reagiert jedoch zunehmend beunruhigt und ablehnend auf Konrads Erinnerungen.

      Verwundert beobachtet Simone (Alexandra Maria Lara), die junge Gattin des Familienerben, die wachsende Nervosität der Familienangehörigen. Sie fühlt sich zu dem verwirrten Alten hingezogen, während der Rest der Familie sich kühl distanziert. Als Simone auch noch damit beginnt, das Puzzle aus Konrads Erinnerungen zusammen zu setzen, ahnt sie nicht, dass sie damit einem lebensgefährlichen Geheimnis auf der Spur ist ...
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    • Wertung: stern stern stern stern stern

      | FILMKRITIK

    • Der französische Film „Small World“ von Regisseur Bruno Chiche basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schweizer Schriftstellers Martin Suter. Gérard Depardieu spielt den demenzkranken Konrad Lang, der mit seinen immer genaueren Erinnerungen an die Kindheit ein dunkles Geheimnis in der Industriellenfamilie Senn aufzudecken droht. Der einzige Mensch, der aus uneigennützigen Gründen seine Nähe sucht und trotz seiner wachsenden Verwirrung zu ihm hält, ist die junge Simone, die gerade in die Familie eingeheiratet hat und von Alexandra Maria Lara gespielt wird. Von diesen beiden Darstellern lebt die stilvolle Romanverfilmung, die wie das Buch zwischen Drama und Thriller pendelt.
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    • Small World: Trailer

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    • | CAST & CREW

    Regie:   Bruno Chiche
    Buch:   Martin Suter als Story  
      Bruno Chiche als Writer  
    Kamera:   Thomas Hardmeier
    Produzent:   Dominique Boutonnat als Associate Producer  
      Yann Zenou als Producer  
      Nicolas Duval Adassovsky als Producer  
      Farid Tourab als Associate Producer  
    Darsteller:   Gerard Depardieu als Konrad Lang  
      Alexandra Maria Lara als Simone Senn  
      Niels Arestrup als Thomas Senn  
      Nathalie Baye als Elisabeth Senn  
      Feodor Atkine als Schöller  
      Francoise Fabian als Elvira Senn  
      Yannick Renier als Philippe Senn  
      Olivier Claverie als Dr. Cohen  
      Pascale Arbillot als Dr. Wirth  
      Anne Benoit als Nadia  
    • | USERKOMMENTARE

    • 8martin| Der Senn Clan
    • Eine gelungene Literaturverfilmung. Ein Gesellschaftsporträt aus der Welt des Geldadels. Hier geht es um Verdrängen und Vergessen, um eine geraubt Jugend und um den berühmten Teppich, unter den alles Unangenehme gekehrt wird oder wenigstens solange unter Verschluss gehalten wird, wie irgend möglich. Dabei geht man innerhalb des Senn-Clans nicht zimperlich miteinander um. Aber das ist nur der Hintergrund. Im Vordergrund steht Konrad, der großartige Gèrard Depardieu, der trotz seiner Körperfülle einer sensiblen Figur Format verleiht. Und er hat Alzheimer! Selten wurde dieses Thema so humorvoll und mit so unendlich viel Herz dargestellt. Es gibt Momente, da werden die Augen feucht. Ihm zur Seite, die nicht minder hervorragende Simone, Alexandra Maria Lara. So eindeutig klar vorgeben wie Depardieus Weg ins Vergessen ist, so ambivalent sind ihre Möglichkeiten, ihre Erkenntnisse in konsequentes Handeln umzusetzen. Depardieu entwickelt sich mit seinen Langzeiterinnerungen rückwärts in seine Kindheit, Simone hingegen gestaltet ihre Zukunft. Und hier kommt genialerweise noch eine dritte Komponente hinzu, an der Konrad und Simone beteiligt sind: die Aufdeckung eines tödlichen Familiengeheimnisses, das viele Jahrzehnte zurückliegt. So kommt auch noch Spannung auf, die mitunter von wunderschönen, lyrischen Bildern retardiert wird. Einfach ein Muss!
    • 19.05.2011 Bewertung:
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    Wertung: 5.4/10 (7 votes)

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