Mittwoch | 30. Mai 2012 | 00:08 Uhr
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  • FILM REVIEW | Ein ungezähmtes Leben
  • Ein ungezähmtes Leben

    Drama | Deutschland / USA 2005
  • | INHALTSANGABE

  • Jean Gilkyson (Jennifer Lopez) wird von ihrem Freund Jeff (Damian Lewis) geschlagen und misshandelt. Eines Tages flüchtet sie zusammen mit ihrer Tochter Griff (Becca Gardner). Nach nur wenigen Kilometern bleibt ihr Auto liegen und sie muss ihre Reisepläne erst mal auf Eis legen. Mit dem Bus fahren Mutter und Tochter nun zu Jeans Schwiegervater Einar Gilkyson (Robert Redford), der in einem kleinen, abgelegenen Bergdorf lebt.

    Dort angekommen, werden die beiden nicht gerade freundlich empfangen. Einar hat Jean den Tod seines Sohnes seit Jahren nicht verziehen und trägt ihr immer noch die Schuld für einen Autounfall nach. Da Jean und Griff allerdings keine andere Bleibe haben, gewährt Einar ihnen für einige Zeit Zuflucht. Griff freundet sich sehr schnell mit Mitch an, einem verwundeten Cowboy, der von Einar gepflegt wird. Bald schon kommt auch Einar seiner Enkeltochter näher, selbst wenn er sie zunächst nur widerwillig annimmt.

    Jean hingegen findet im Dorf schnell Arbeit und Freunde, mit dem Dorfpolizisten bahnt sich gar eine Affäre an. Der vorübergehende Frieden täuscht jedoch. Bald wieder kommt es zu Konflikten mit Einar und letztlich taucht sogar Jeans Exfreund im Dorf auf.
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      • | FILMKRITIK

      • "An Unfinished Life" – "Ein Ungezähmtes Leben". Wie kann man "unfinished" (also unvollendet) mit "ungezähmt" übersetzen? Immerhin ist diesmal die Romanvorlage schuld. Das unvollendete Leben bezieht sich offenbar auf den bei einem Autounfall umgekommenen Exfreund von Jean. "Ungezähmt" bezieht sich hingegen auf Jeans jetzigen Lebensstil, kann aber auch als Wortspiel verstanden werden, denn ein ungezähmter Bär sucht schließlich mehrmals das Dorf heim. Unberechenbar hingegen sind Filme mit Wortspielen im deutschen Verleihtitel, so auch "Ein Ungezähmtes Leben".

        Ungezähmt – genau das ist Jennifer Lopez. Gerade frisch von ihrem Freund verprügelt flüchtet sie ins Dorf ihres Exfreundes. Dort angekommen, stolziert sich arschwackelnd auf der Farm ihres Schweigervaters herum und lässt sich erst mal vom Dorfpolizisten flachlegen. Das ist die Story wie sie im Buche steht – traurig, aber wahr. Ihre Tochter wirft Jean Gilkyson vor, sie würde sich nur um sich selbst kümmern – recht hat sie. Wir haben es mit einer sehr unsympathischen Mutterfigur zu tun.

        Es gibt aber auch noch eine Nebenhandlung: der Bär. Ein Freund von Großvater Einar, Mitch, wurde von einem Bären angegriffen und muss jetzt täglich gepflegt werden. Mitch hat dem Bären jedoch vergeben und möchte, dass Einar ihn wieder befreit. Eine simple Analogie zu Mitch, der seiner Tochter einen Jahre zurück liegenden Autounfall nicht verzeihen kann. Der Film ist übrigens randvoll mit solchen Gleichnissen. Es geht also um Verluste, Verantwortung und Vergebung. Um ebenfalls eine Analogie zum Film zu bilden: Ein Verlust ist der Kauf des Kinotickets, Verantwortung möchte dafür keiner übernehmen und vergeben wird das den Filmemachern auch niemand.

        Aber stopp. "An Unfinished Life" hat schließlich auch schöne Momente, tolle Landschaften und die Szenen, in denen der Bär auf freiem Fuß ist, sind tatsächlich spannend. Es ist vielleicht sinnvoll, "An Unfinished Life" als eine Art Symbiose des amerikanischen Westerns und des österreichischen Heimatfilms zu betrachten. Für ein Publikum mit Interesse an einfachen Geschichten und simpler Romantik sehr zu empfehlen. Der Film hat vielen gleichwertigen Produktionen nämlich vieles voraus: Stars. Die Darsteller sind unumstritten grandios und spielen jederzeit mit Talent und Hingabe (bis auf – wer hätte das gedacht – Jennifer Lopez).

        Dennoch beweist "An Unfinished Life": Selbst die besten Darsteller können den Film nicht retten, wenn er selbst zu schwach ist. Schade, denn er wirkt oftmals so hoffnungsvoll, doch nicht immer fügen sich Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammen.
      • | FAZIT

      • Großes Potential bleibt ungenutzt, Karrieretiefpunkt für alle Beteiligten. "An Unfinished Life" ist filmisch unvollendet und vermag es leider nicht zu bewegen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Julius Pöhnert

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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