FILM REVIEW | Fever Pitch - Ein Mann für eine Saison
Fever Pitch - Ein Mann für eine Saison
Komödie,
Sport,
Liebesfilm
| Deutschland / USA 2005
| INHALTSANGABE
Ben (Jimmy Fallon) ist schon von Kleinauf ein wahrer Boston Red Sox Fan. Als kleiner Junge geht er noch zusammen mit seinem Onkel zu den Spielen, nach dessen Tod werden ihm die zwei Plätze im Stadion vererbt. Mittlerweile um die dreißig Jahre alt, trifft der nunmehrige Lehrer bei einem Schulausflug auf Lindsay Meeks (Drew Barrymore). Lindsay ist eine wahre Aufsteigerin, mit ihren fast ‚zehnundzwanzig’ Jahren trifft sie Anstalten in die nächst höhere Etage aufzusteigen, hat dabei aber ihr Privatleben, wie das so bei Karrierefrauen ist, vernachlässigt.
Als Ben sie um ein Date bittet, sagt sie zwar nicht sofort ja, zunächst muss sie diese Angelegenheit selbstverständlich noch mit ihren drei besten Freundinnen durchkauen. Doch letztendlich beschließt sie, dass es an der Zeit ist Kompromisse zu machen, denn in Amerika gilt ein Lehrer schon als Kompromiss.
Doch bei ihrem ersten Date kommt alles ganz anders. Lindsay hat sich den Magen verdorben, und so findet sie Ben über der Kloschüssel hängend wieder. Zunächst glaubt er noch sie mache einen Rückzieher und wolle ihn wieder loswerden, doch als er den Ernst der Lage erkennt, bleibt er und hilft ihr durch die Nacht. Am nächsten Morgen ist es dank seiner aufopferungsvollen Weise um sie geschehen. Die beiden kommen sich näher und werden ein Paar.
Doch dann wird es Frühling und die Winterpause in der Baseball Liga neigt sich dem Ende zu. Zwar hat Lindsay schon eine gewisse Neigung von Ben zu dem Team erahnen können – seine komplette Wohnung sieht aus wie ein Fan Store – doch als sie ihn zu ihren Eltern einladen will, ist es an der Zeit, dass er ihr das wahre Ausmaß seines ‚Fantums’ erklärt. Denn sie bittet ihn ausgerechnet zu kommen, wenn das traditionelle Florida Trainingscamp mit den Red Sox auf dem Plan steht. Nun weiß Lindsay endlich, warum der Mann mit 30 Jahren immer noch Single ist.
Doch sie beschließt, dass er es wert ist damit zu leben und zieht für kurze Zeit sogar ihren Nutzen daraus. Die Zeit, die er im Stadion verbringt, kann sie zum Arbeiten nutzen, immer noch darum bemüht die Karriereleiter hinauf zu klettern.
Doch dann fängt auch sie an mit ins Stadion zu gehen, wird sogar für ihre Teile ein Fan der Angelegenheit. Die Konsequenzen zeigen sich bald und sie muss sich eingestehen, dass sie zu viel von sich für ihn aufgegeben hat und ihre eigenen Interessen vernachlässigt.
So kommt es dennoch zu der Entscheidung für Ben – ist sie es wert für ihn, seine Red Sox auch einmal zu vernachlässigen, kommt sie nun für ihn an Stelle Eins? Und sie muss sich im Gegenzug fragen, ist sie mit der ewigen Zwei zufrieden? Eine harte Probe für die noch junge Beziehung naht heran.
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| FILMKRITIK
Die Amerikaner und ihre Remakes. Zwar war der 1997er Film ‚Fever Pitch’ mit Colin Firth auch in den Staaten zwar kein Riesenerfolg doch zumindest bekannt. Doch konnten sich die Amerikaner mit der ihnen immer noch fremden Sportart ‚Fußball’ nicht vollends identifizieren. So lag die Entscheidung ein einfacher verdauliches Remake mit Baseball anstatt von Fußball zu produzieren, nahe. Noch dazu mit dem amerikanischen ‚Darling’ Drew Barrymore in der Hauptrolle.
Zwar sagen die Filmemacher, dass dieser ‚Fever Pitch’ Film nur noch lose Zusammenhänge mit dem britischen Film hat. Außerhalb der USA muss sich der Film aber dennoch dem Vergleich stellen, und wie es so ist mit Remakes, schneidet er schlechter ab. Wo Nick Hornby im ersten Film noch selbst das Drehbuch zu seinem Roman ‚Fever Pitch’ geschrieben hat und mit genialen Dialogen aufweist, verfällt dieser neue Film in das Mittelmaß amerikanischer Liebeskomödien.
Natürlich gibt es auch hier einige Lacher und irgendwie schließt man das Paar Jimmy Fallon und Drew Barrymore schon ins Herz, wenn sie sich am Anfang mit vielem Zögern und peinlichen Pausen näher kommen. Manchmal übertreiben es die beiden Schauspieler allerdings auch und so überträgt sich das peinliche Verweilen auf den Zuschauer, der nicht mehr weiß ob er diesem Jammerspiel noch länger zusehen mag.
Doch nachdem der Anfang erstmal überstanden ist, kommt sogar so etwas wie Bewegung in den Film. Zwar immer noch überladen mit Klischees und faden Witzen, die man schon etliche Male über die Leinwand flimmern sah, sind es im Endeffekt doch die beiden Protagonisten, die im Vergleich zu den übrigen Figuren schon fast wie tiefe und ausformulierte Charaktere wirken. Doch wie gesagt, nur im Rahmen des Filmes gesprochen.
Es sind die Freundinnen von Lindsay die am meisten nerven. Zwanghaft darum bemüht so etwas wie ‚Sex and the City’ Stimmung aufkommen zu lassen, weisen die Szenen mit den vier Freundinnen erstaunlich dumme Kommentare und Witze auf. Dies wird verschlimmert durch die „Schauspielerinnen“, die hier gecastet wurden, hier ist eine tatsächlich nutzloser als die andere.
Unfähig den Charme der Serie einzufangen, sollte den Filmemacher jemand einmal erklären, dass es dort die feiner prononcierten Charaktere sind, die zum Lachen führen und vor allem den weiblichen Zuschauern ein Identifikationsgefühl geben. Hier allerdings wird man vor eine Wand zusammenhangsloser Pseudo-Charakterzüge gestellt. Der Gipfel dieser Bemühungen ist der Konkurrenzkrieg, der irgendwann zwischen Lindsay und einer ihrer Freundinnen etabliert wird. Hier bleibt einem nach kurzer Zeit das Lachen im Halse stecken.
Die Freunde von Ben sind dahingegen um einiges origineller gezeichnet, und hier wird einem auch wieder klar, dass es die beiden Farrelly Brüder sind, die hier Regie geführt haben, da man Anzeichen des Witzes aus ‚Verrückt nach Mary’ erkennt.
Nichtsdestotrotz, dieser neue ‚Fever Pitch’ bleibt ein müder Versuch eine pfefferige Liebeskomödie zu machen. Noch dazu sollte der Film in Europa noch weniger Menschen ansprechen als in den USA, da er sehr auf den amerikanischen Markt zurecht geschneidert wurde.
| FAZIT
Durchschnittliche Liebeskomödie mit einigen Lachern und einigen Aussetzern.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung