In einem Labor auf dem Mars – wohin von Nevada aus ein Dimensionstor führt –, kommt es zu einer Katastrophe. Was genau, weiß man nicht. Eine Einsatztruppe kerniger Soldaten unter Führung des „Sarge“ (The Rock) wird losgeschickt, um die Lage zu klären und die Forschungsstation unter Quarantäne zu stellen. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Samantha (Rosamund Pike), der Schwester des Teammitglieds John (Karl Urban), müssen sie sich bald einigen Zombie-Mutanten erwehren.
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| FILMKRITIK
„Doom“ basiert auf dem gleichnamigen Computerspiel, eines jener beargwöhnten Ego-Shooter, die gerne für die Amokläufe Jugendlicher (mit) verantwortlich gemacht werden. Der deutsche Zusatz im Titel will denn auch darauf hinweisen, dass hier weniger ein originaler Film feilgeboten wird, sondern etwas, das primär auf die wissenden Fans – hauptsächlich männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen – zugeschnitten ist.
Entsprechend müßig gerät jede Kritik, die den Film mangelnder oder mangelhafter Dramaturgie, schlechter Schauspielerei, plumper Action-Reißerei, der Verherrlichung von Gewalt, Waffen und was nicht noch alles bezichtigt. „Doom“ ist keine Sommerkomödie von Eric Rohmer oder Woody Allen. Das ist klar – und mithin MUSS der Film von einer gewissen Warte aus schlecht sein, wie viele seiner Art. Ihr Sinn und Zweck ist eben ein anderer: nicht als allzu fein geltende Bedürfnisse befriedigen. Und dank Camp, Kitsch und Trash – unter Rückendeckung von Postmoderne und Ironie – kann man das auf einer höheren Ebene goutieren.
Das Problem mit „Doom“ ist nun aber nicht, dass der Film schlecht ist. Das Problem ist, dass er nicht schlecht genug ist. Statt einem zu erlauben, das Hirn auszuschalten und sich an einem sinnfreien Spektakel voller Brutalität, Machismo und Geschwindigkeit so diebisch-froh weil fragwürdig berauschen zu lassen, schämt sich der Film offenbar dessen, was er ist. So muss man bis kurz vor Schluss warten, bis tatsächlich, wie aus dem Spiel bekannt und wie im Trailer versprochen, aus der Ego-Perspektive über den Waffenlauf hinweg durch die Gänge gehuscht wird, um unvermittelt auftauchende Monster und Zombie aufs Übelste niederzumetzeln. So schamlos freimütig und unbekümmert hätte man sich den ganzen Film über gewünscht. Stattdessen traktiert Regisseur Bartkowiak mitsamt seinen Schreibern, dem Neuling David Callaham und Wesley Strick (letzterer immerhin Autor von „Arachnophobia“, „Kap der Angst“ und „Wolf“ und offenbar fatalerweise als Ausputzer für Callaham angeheuert) einem mit einer Pseudo-Geschichte, die ihnen völlig aus den Händen gleitet.
Als hätte es die famosen Klassiker „Aliens“ und „Predator“ nicht gegeben oder aber die schrottigen Nachahmer danach – bis hin zur Zusammenführung „Alien vs. Predator“, ebenfalls eine Videospiel- (und Comic-)Adaption – schleichen hier eine sehr lange Zeit die echten Männer durch unheimliche Gefilde ohne dass etwas geschieht. Spannend, zumindest stimmungsvoll soll das sein, und wirkt doch nur hilflos wie der Versuch, die Soldaten als möglichst knallhart zu präsentieren. Für die Figuren interessiert sich der Film nämlich nicht. So wartet man auf den Beginn des „Zehn kleine Negerlein“-Spiels, das partout nicht losgehen will.
Irgendwann tauchen dann doch die Monster auf, immerhin im Latexanzug, damit weniger peinlich als die üblichen billig-teuren Computer-Unwesen. Allerdings: auf Ekel und Schock wird gesetzt, ein Arm gleich am Anfang abgequetscht, ein Forscher reißt sich im Wahn das Ohr ab. Doch auf das gerade eben erlegte Biest bekommt man nur einen winzigen Blick geboten, während man in übervoller Breite die Recken beim Rätseln über die Zusammenhänge beobachten darf. Geradezu surreal wird es gar, wenn eines der verwachsenen Berserker bei einer Hatz in einer Nano-Wand (der einzig gewitzten Idee) lebendig stecken bleibt – und dort erstmal von allen, vor allen von den Machern des Films, schlichtweg vergessen wird.
Wie hängen denn jetzt die Mutationen der Menschen mit dem künstlichen 24. Chromosom zusammen? Welches dann doch ein geheimes Serum ist, das manche zu Monstern mutieren lässt und aus anderen – die die gut sind – wiederum Supermänner macht. Das irgendwas mit den ausgestorbenen Marsianern zu tun hat und ihrem Sternentor. Und wie viel wusste wirklich die großäugige Samantha. Was ist denn schlimmes ihrem Bruder, dem Helden John auf dem Mars zugestoßen. Auch dieser Schicksalsschlag, der John in die Armee trieb, wird ein paar Mal hochgebracht und letztlich völlig verbummelt.
Ist dieser farbige Soldat jetzt nicht durchs Sternentor weg, wieso ist der wieder hier? Oder wo sind die Leute hin? Und warum, um Himmels Willen, wird da eine der Hauptfiguren plötzlich zum Schuft? All die Fragen wären halb so schlimm, würde alles nicht so hanebüchen ernst und wichtig rübergebracht werden.
Es ist eine heillose Konfusion, in der Bartkowiak umherirrt. Sogar die Action gerät wirr. Dabei hatte der polnisch stämmige Regisseur mit „Romeo Must Die“ seine Fingerfertigkeit im Inszenieren physischer Schauwerte bereits bewiesen. In „Doom“ dagegen setzt er nicht auf schnelle Schnitte und hektische Kamera. Vielmehr orientiert er sich an den Fehlern der Handlungsführung, indem Rasanz dadurch vorgetäuscht, dass einfach irgendwie immer etwas weggelassen wird. Da prügelt sich ein Soldat (welcher genau ist auch schon egal) mit einem Monster in einer Grube, und wie die beiden da nun gelandet sind, wo sie doch noch eben im Flur waren – ach herrje…
Nein, dank „Doom – Der Film“ wünscht man sich glatt so schnörkellos souveränen Unfug wie „Resident Evil“ herbei. Und selbst einem Kumpel beim Daddeln des Vorbildspiels zuzukucken, bringt mehr.
| FAZIT
Die Verfilmung des umstrittenen Computer-Spiels versucht sich als konfuser Spannungsfilm und beherrscht darüber trotz allerlei Ekeleffekte, Brutalität und bemühter Coolness nicht mal die Mittel der plakativsten Effekthascherei.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung