Eine Gruppe Amerikanischer Space Marines wird auf den Mars geschickt, wo auf einer Forschungsstation Menschen auf ominöse Weise verschwinden. Die Aufgabe der Truppe ist klar: aufspüren und vernichten. Unklar bleibt zunächst, wie der Feind aussieht. Im Inneren der Station stoßen die Soldaten auf bösartige Monster mit übermenschlichen Kräften. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
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| FILMKRITIK
Wenn kleine Jungs Krieg spielen, dann brüllen sie manchmal „doom,doom“, um ihren Gegnern klar zu machen, dass sie gerade vom eigenen Astgewehr erschossen wurden. „Doom, doom ratatatata.” Wahrscheinlich aufgrund der schönen Kindheitserinnerungen an sorgenfreies und aufregendes Spiel in Nachbars Garten erfreut sich das Genre der „ego-shooter“ Computerspiele mit seinem Marktführer DOOM beim männlichen Publikum so großer Beliebtheit. Viele Psychologen halten die ultrabrutalen Spiele nicht für gefährlich, weil sie im Alltag angestaute Aggressionen dort kanalisieren, wo es niemandem weh tut: In einer Welt voll fieser Monster, die man mit digitalen Astgewehren und mit einem erbarmungslosen Grinsen auf den Lippen vom LCD Bildschirm eliminiert: „Doom, doom ratatatata“, sorgloses Kinderspiel.
Solches Spiel ist seinem Wesen nach näher am Sport als am Film. Es gibt eine Wahl der Waffen, es gilt, verschiedene Schwierigkeiten und Aufgaben zu erledigen, Monster zu finden und zu erledigen. Immer wieder, immer aufs neue. Auch, wenn das Gehirn und Gedärm der böswilligen Opfer variantenreich durch die virtuellen Räume spritzt, erlebt man beim Computerspiel keine Kino-, sondern eine Sportdramaturgie wie beim Fußball oder beim Tennis. Es gibt Spielzüge und Szenarien, doch keine Geschichte.
Die große Aufgabe bestand für Drehbuchautor Wesley Strick also darin, die kurzatmigen Zyklen des Computerspiels zu einem dramatischen Bogen zu fügen. Er musste eine ewig dauernde, von Gewaltexzessen geprägte „seek and destroy“ Schnitzeljagd in 104 Filmminuten aufarbeiten. Dazu hat er die Prämissen des Computerspiels DOOM übernommen. Wie dort, dürfen die Monster nicht durch eine Raumschleuse auf die Erde gelangen. Wie im Computerspiel, sind die Monster auch hier eigentlich Menschen, die im Rahmen ehrgeiziger wissenschaftlicher Experimente unkontrolliert zu schleimigen Killermaschinen mutierten.
Doch anders als im Spiel, muss der Film seinem Publikum und seinen Figuren ständig zwischen den Schießereien erklären, wie und warum es zu diesem Schlamassel kam. Deswegen gibt es viele einfallslose Dialogszenen, in denen die Wissenschaftlerin Sam (Rosamund Pike) den begriffsstutzigen Marines und einem überforderten Publikum eine haarsträubend absurde, komplizierte Vorgeschichte erklären muss. Diese Szenen wechseln sich ab mit rasenden, aufwändig gestalteten Schießereien und Jagden durch die Tunnel der Marsstation, in denen es dann doch immer und immer wieder um das ewige „seek and destroy“ geht.
Man fragt sich, warum DOOM eine Dramatisierung als Kinofilm braucht, denn der Begriff „ego-shooter“ verrät es ja bereits: Das Ganze macht Spaß, weil ego, also ich selbst, schieße. Anderen im Kino beim Ballern zuzusehen erinnert daran, wie es war, wenn die Kindergartenkollegen einen mal nicht mitspielen ließen. Man fühlt sich irgendwie uncool. Deswegen freut es einen auch insgeheim, wenn die Mannschaft der guten Marines nach und nach dezimiert wird. Dabei bemüht sich der Film tapfer, sein „ego-shooter“ Versprechen einzulösen: Auf dem Höhepunkt der Action gibt es sogar eine Sequenz, in der wir durch die Augen eines Soldaten sehen, wie er fiese Monster in endlosen Labyrinthen abknallt. Das sieht dann genau so aus, wie im Computerspiel. Nett gemeint, doch es ist eben nicht ganz so gut, wie die Monster selbst vom heimischen Bildschirm zu feuern.
| FAZIT
Wer das Spiel Doom kennt, bleibt besser vorm Computer sitzen und schießt weiter, das macht mehr Spaß als dieser Film. Wer das Spiel nicht kennt, kann auch auf Doom - Der Film verzichten. Interessant nur für Fans.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung