Berlin im April 1945 – die letzten Tage des 3. Reichs.
Während draußen der Wahnsinn des Krieges tobt, brodelt in einem unterirdischen Bunker der ganz private Wahnsinn des Führers. Während die russische Armee im Begriff ist, die Hauptstadt einzunehmen, plant Adolf Hitler (Bruno Ganz) die Verteidigung mit Armeen, die gar nicht mehr existieren.
Seine Generäle wagen nicht, dem jähzornigen Diktator zu widersprechen, der darauf besteht, bis zuletzt um Berlin zu kämpfen. Immer noch hofft Hitler auf Verstärkung aus dem Umland. Er will nicht wahrhaben, dass zwischen ihm und den Angreifern nur noch demoralisierte Soldaten und indoktrinierte Kinder stehen, die versuchen, die Straßen mit Flugabwehrgeschützen gegen anrückende Panzer zu verteidigen. Heinrich Himmler (Ulrich Noethen) ist der erste, der ihm rät, Verhandlungen mit den Alliierten aufzunehmen. Hitlers Antwort: „Ich mache keine Politik mehr. Das widert mich so an.“ Himmler - Innenminister und Oberbefehlshaber der SS - ist zugleich der letzte, in dem Hitler einen der zahlreichen „Verräter“ und „Feiglinge“ zu identifizieren glaubt, die seine realitätsfremden und zunehmend lebensmüden Überzeugungen nicht mehr teilen wollen.
Während die Stadt unter den Artillerieangriffen der Roten Armee erbebt, während dem Häuserkampf immer mehr Menschen zum Opfer fallen, nimmt das Treiben im Führerhauptquartier skurrile Züge an: Eva Braun (Juliane Köhler) will sich amüsieren, Goebbels (Ulrich Matthes) faselt von der glühenden Überzeugung der Soldaten, und Hitler bittet seine Sekretärin Traudl Junge (Alexandra Maria Lara) zum letzten Diktat. Kurz darauf tritt der Reichspropagandaminister mit der selben Bitte an sie heran. - „Aber ich tippe gerade das Testament des Führers.“
Mit dem Selbstmord des Diktators endet es nicht. Joseph Goebbels übernimmt das Amt des Reichskanzlers - er teilt Hitlers kategorische Ablehnung einer Kapitulation, und er teilt Hitlers Verachtung für die leidende Bevölkerung. Schließlich teilt er auch Hitlers Schicksal.
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| FILMKRITIK
Rein formal kann man diesem Film nichts vorwerfen: Die Kostüme und Schauplätze wirken authentisch, die Kamera von Rainer Klausmann fängt die Kriegsgeschehnisse erbarmungslos ein, und bei jeder Explosion zuckt man ein wenig zusammen. Dramaturgisch trennt „Der Untergang“ konsequent zwischen Außen und Innen, zwischen der Tragödie, die Hitler verursacht hat, und seinem persönlichen Untergang.
Die Schauspieler sind hervorragend – allen voran Bruno Ganz und Corinna Harfouch, die eine völlig verblendete Magda Goebbels spielt. Sie fordert ihre Kinder auf, dem Führer „Kein schöner Land“ vorzusingen, während Berlin zerbombt wird. Und sie wird ihre Kinder später töten, damit sie nicht in einem Deutschland aufwachsen müssen, in dem der Nationalsozialismus keinen Platz mehr hat.
Aber Adolf Hitler als Protagonist in einem deutschen Spielfilm? Nicht als abstrakter Urheber eines persönlichen Dramas hinter den Mauern eines Konzentrationslagers oder an irgendeiner Front. Nicht als hetzerische Stimme aus einem Volksempfänger. Nicht als das personifizierte Böse. Sondern Adolf Hitler als Mensch, mit Fehlern und Schwächen, wie sie Menschen nun einmal haben, nicht fähig zu Mitleid zwar, aber mitunter mitleiderregend. Das wird sicherlich kontrovers diskutiert werden.
Wenn man Bernd Eichinger und Oliver Hirschbiegel etwas vorwerfen kann, dann sicher nicht, wie sie sich diesem heiklen Thema angenähert haben – sondern, dass sie es überhaupt gemacht haben. „Der Untergang“ fiktionalisiert Geschichte: Allzu leicht mag man sich aufgrund des Films ein Urteil über das nationalsozialistische Regime erlauben. Man mag dazu neigen, nicht dem Wahnsinnigen seinen Wahnsinn vorzuwerfen, sondern denen, die ihn darin bestätigen. Und leider wird es Leute geben, die in der Darstellung Hitlers durch Bruno Ganz eine neue Möglichkeit zur Identifikation mit diesem Mann finden werden.
| FAZIT
Der erste deutsche Hitler-Spielfilm, etwas langatmig, aber hervorragend besetzt – reingehen, um mitreden zu können.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung