Der renommierte Psychologe Sam Foster (Ewan McGregor) springt für eine Kollegin ein und übenimmt den Fall von Henry Lethem (Ryan Gosling). Henry plant, sich in drei Tagen das Leben zu nehmen – an seinem 21. Geburtstag. Sam versucht nun, alle notwendigen Nachforschungen anzustellen um Henry davon abzuhalten. Was wie der scheinbar "normale" Fall eines suizidgefährdeten Kunststudenten beginnt, nimmt für Sam Foster jedoch bald außergewöhnliche Dimensionen an.
Henry ist ein Buch mit sieben Siegeln. Nichts was er sagt scheint einen Sinn zu machen. Langsam aber sicher zweifelt Sam auch an seinem eigenen Verstand. In einem Freund von Sam sieht Henry seinen verstorbenen Vater und Sam spricht mit Henrys Mutter – die laut dessen Angaben eigentlich tot ist. Manhattan verwandelt sich auch für Sam mehr und mehr zu einer Traumwelt, in der die Gesetze des Alltags aufgehoben zu sein scheinen.
Allmählich leidet Sam unter Problemen, die Welt richtig wahrnehmen zu können. Er stellt fest: "If this is a dream, the whole world is in it." Doch seine Freundin ist bei der Lösung seiner Probleme und Ängste leider keine Hilfe. Der Schlüssel zur Lösung liegt offenbar in dem mysteriösen Henry, der vielleicht mehr weiß als Sam glauben mag.
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| FILMKRITIK
"Stay" entwickelt aus dem heutigen Manhattan eine mysteriöse und schleierhafte Welt. Mit vielen grafisch beeindruckenden Montagen und Tricks versucht Regisseur Marc Forster den Zuschauer dazu zu verführen, an seine konstruierte Welt zu glauben. Digital erstellte Plansequenzen, Jump Cuts und allerhand verwischende Effekte sorgen für Verwirrung, schaffen aber auch einen der optisch beeindruckendsten Filme des Jahres.
Doch vorerst beeindruckt Stay eben auch nur optisch. Die reichhaltige Darstellung täuscht darüber hinweg, dass die Inhalte des Films eigentlich vollkommen fehlen. Viele Einzelszenen sind zwar spannend und interessant, zusammenhängend ergeben diese nur leider keinen Sinn. Die Folge hiervon ist jegliches Fehlen eines gesamten Spannungsbogens und von Suspense. Die sich daraus ergebende undramatische und inhaltsarme Story macht es geradezu unmöglich, dem Film emotional zu folgen.
Auch als intelektuelles Verwirrspiel kann "Stay" nicht funktionieren. Im Verlauf der Geschichte sammelt der Protagonist Sam Foster meist zusammenhangslose Fakten, die ein Mitdenken oder Spekulieren erst gar nicht ermöglichen. Durch Symbolik und aussagekräftiges Licht wird zwar verdeutlicht, dass es sich um eine Traumwelt handelt – vielleicht sogar um eine sehr realistische – doch kann diese nicht zwei Stunden lang fesseln.
Immer wieder passieren unerwartete Dinge und immer wieder tauchen überall in der Stadt Zwillingspaare auf – ein schöner und dezenter Hinweis auf die Parallelwelt oder vielleicht doch nur überladene Symbolik? Ärgerlich ist vor allem, dass vielen Elementen eine gewisse Eleganz oder zumindest Zweckhaftigkeit fehlt. Mit einigen Änderungen hätte der etwas kantige Inhalt der eleganten optischen Darstellung angepasst werden können. "Stay" lässt den Zuschauer frustriert zurück, wie ein roter Apfel der von außen schmackhaft aussieht und dann doch wässrig und fade ist. Und wer lässt sich schon gerne frustrieren?
Was übrig bleibt ist ein zwar fantasievoll umgesetztes, doch inhaltsleeres Werk mit dem touch eines professionellen Studentenfilms. Wegen der innovativen Optik ist "Stay" allemal sehenswert, die Story ist hingegen schwach. Einen Aufwind geben dem Film natürlich die Darsteller, vor allem Naomi Watts – doch dies unterstützt ja nur den Gedanken, dass der Film eben ein gut verpacktes Nichts ist.
| FAZIT
Stay zeigt eine Welt irgendwo zwischen Leben und Tod. In genau diese tritt auch der Zuschauer ein. Mit anderen Worten: Außen top, innen flop.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung