Mittwoch | 30. Mai 2012 | 08:06 Uhr
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  • FILM REVIEW | Harry Potter und der Feuerkelch
  • Harry Potter und der Feuerkelch

    Abenteuer, Familie, Fantasy | Großbritannien / USA 2005
  • | INHALTSANGABE

  • Auf unerklärliche Weise wird Harry Potter zum Teilnehmer am trimagischen Turnier ausgewählt, ein Zauberwettstreit zwischen drei Schulen unterschiedlicher Länder, der durchaus auch mal tödlich für einen der Wettkämpfer verlaufen kann. Es ist hart, die Wettkämpfe durchzustehen, gegen Drachen zu kämpfen und im See nicht zu ertrinken, zumal im privaten Bereich das Problem besteht, ein Mädchen als Begleiterin beim Weihnachtsball zu finden. Und der dunkle Lord Voldemort wird im Hintergrund immer mächtiger.
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      • | FILMKRITIK

      • Die Potter-Filme scheinen von mal zu mal besser zu werden; und das liegt offenbar daran, dass mehr und mehr mit der etablierten Form gespielt wird. Im dritten Teil wurde der Höhepunkt zweimal gezeigt, in perspektivischer Verschiebung nacheinander aus zwei verschiedenen Sichtweisen. Jetzt, im vierten Teil, wurde ziemlich auf die hergebrachte Struktur verzichtet, ohne die Potter-typischen Merkmale zu vernachlässigen. Harry Potter, der sonst während seinen Schuljahres in Hogwarts zufällig auf Spuren des Bösen stößt und dann in Agatha Christie- und Enid Blyton-Tradition einen Fall lösen muss, wird nun unerklärlicherweise mittenhinein gestoßen in Ereignisse, deren Manipulation durch Voldemort für ihn zunächst gar nicht offenbar ist. Die Bedrohung durch den bösen Feind bleibt latent im Hintergrund, durch ein paar seltsame Ereignisse, durch Alpträume. Akut muss sich Potter vielmehr dem trimagischen Turnier widmen, dem gnadenlosen Wettstreit um Leben und Tod. Über dieses sehr ernste Spiel findet Potter zum Kampf mit Voldemort (der wiederum an das Finale der ersten StarWars-Trilogie erinnert).

        Dabei verzichtet Regisseur Newell auch auf das inzwischen ausgelutschte Rätselspiel, wer der wirklich böse ist, bisher war es natürlich immer derjenige, der so harmlos erscheint, auf den auffälligerweise kein Verdacht fiel – auch hier die Parallele zur englischen Detektivromantradition. Diesmal liegt der Schwerpunkt weniger auf der Bedrohung durch das Böse als auf Harry Potters selber, der sehr aktiv ist, sehr aktiv sein muss, um die Aufgaben zu lösen – die in der Art eines Computerspiels von einem Level aufs nächste führen für den, der nicht auf der Strecke bleibt.

        Harry Potter als Aktivposten, nicht mehr nur als bedrohter Ermittler, sondern als einer, der auf einem scheinbar anderen Gleis nach vorne strebt. Diese Geschichte hat tatsächlich genug Kraft, um die Nebenhandlungen mitzuziehen, die teilweise offenbar nur eingebaut sind, weil sie in der immerhin 800 Seiten starken Romanvorlage vorkommen. Die Klatschreporterin Rita Skeeter, eine Art Karla Kolumna für die magische Yellow Press, bekommt ein paar Szenen und fällt dann weg, ein Streit zwischen Ron und Harry oder die Probleme, eine Tanzpartnerin für den Weihnachtsball gegen jede Schüchternheit zu finden, werden dankenswerterweise nebenbei abgehandelt, ohne zuviel Raum einzunehmen. Zuviel Betonung auf den Schulalltag hätte den Drive des Filmes aufgehalten.

        Dabei werden dennoch die Grundstrukturen des Bildungssystems von Hogwarts offenbar, das zu einem Gutteil auf eine strikte Trennung zwischen Schülern und Lehrkörper aus ist – Gespräche finden kaum statt, und wenn, dann sehr inoffiziell. Nicht nur von Voldemort geht das Grauen aus, auch davon, dass das Leben von Schülern im gegenseitigen Wettkampf aufs Spiel gesetzt wird, einfach deshalb, weil es die Regeln des Zauberministeriums so vorschreiben. Restriktive Obrigkeitshörigkeit charakterisiert das Hogwarts-Bildungswesen, nicht moderne, halbwegs liberale Unterrichtsmethoden. Es ist anscheinend tatsächlich nur Harry Potters überragendem Zaubertalent zu verdanken, dass er, der immer noch mit staunenden Augen jedem magischen Wunder nachguckt, nicht völlig durchs Raster fällt in diesen PISA-Zeiten.
      • | FAZIT

      • Potter-Filme werden von mal zu mal besser.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 7.3/10 (9 votes)

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