Leni und ihr Verlobter Rafi betreten einen Wohnblock in einer spanischen Stadt. Hier wohnt Lenis jüdische Familie: Mutter Gloria, die 28-jährige Schwester Tania mit ihrer kleinen Tochter, der 19-jährige Bruder David, der 80-jährige Großvater. David ist streng orthodox und begrüßt Rafi mit hebräischen Sprüchen. Der Opa holt eine Flinte aus dem Schrank und erzählt, wie viele Araber sie getötet hat. Was die Familie noch nicht weiß: Rafi ist Palästinenser.
Die Mutter ist untröstlich, als sie die Wahrheit hört. Leni beschwört sie, Rafi doch als Menschen zu beurteilen. Doch da klingelt Rafi und meldet Leni durch die Sprechanlage: Ihm ist der tiefgekühlte Suppenblock aus dem Fenster gefallen und hat einen Mann getroffen, der jetzt reglos am Boden liegt. Was noch niemand weiß: Es handelt sich um das Familienoberhaupt Ernesto.
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| FILMKRITIK
„Alles was ich an euch liebe“ ist eine dieser turbulenten Komödien, bei denen man nicht sagen kann: Nach einer langsamen Einführung fing der Spaß in der 15. Minute an, in der Mitte gab es eine ernstere Passage, am Schluss wurde wieder viel gelacht. Hier beginnt der Spaß zu Anfang des Films und hört erst auf, wenn im Saal die Lichter wieder angehen.
Während Rafi die Bekanntschaft von Lenis Familie macht, folgt dort eine überraschende Wendung der nächsten. Es gibt viele, schnell aufeinander folgende Komplikationen, nachdem die Suppe aus dem Fenster gefallen ist: Rafi schmeckt das Essen nicht mehr, er will ins Bad, dorthin kommt der Opa. Die Mutter folgt Rafi, überrascht ihn im Bad mit Opa. Und warum muss Rafi während des Essens auch noch die Schuhe wechseln? Die Mutter warnt ihre Tochter: Dieser Mann ist Autist!
Die Mutter ist eine überall präsente Familienglucke, die alles sieht und gnadenlos peinlich anspricht. Aber auch die anderen sind ja nicht von Pappe: Die nymphomanische Bauchtänzerin Tania, die nur ihr Vergnügen im Kopf hat, ihre altkluge kleine Tochter, die Zwillinge erwartet, der religiöse Bruder, der nicht will, dass man am Sabbat über Rafis Beruf spricht. Rafi selbst ist der schüchterne, linkische Professor, der seine Emotionen aus Angst lange zurückhält. Doch früher oder später kommt es doch zum Grundsatzstreit mit Leni.
Die Gesellschaft expandiert auf die Straße, in Papas Büro, und den Drehbuchautoren geht nie der Witz aus, den sie ihren Figuren in den Mund legen oder als neues Hindernis in den Weg. Was das Ehepaar Teresa de Pelegri und Dominic Harari in Regie und Drehbuch entwickelt haben, streben viele Komödien an, ohne eine vergleichbare Dichte an Ideen, Tempo, Spielwitz zu erreichen. „Alles was ich an euch liebe“ erinnert in seiner rasanten Anarchie durchaus an den Filmklassiker „Is’ was, Doc?“ von Peter Bogdanovich. Und ist nicht weniger lustig als „Meine Braut, ihr Vater und ich“ und sein Sequel.
Und die Moral von der Geschicht? Familien sind die Keimzellen der Gesellschaft, in denen das Unberechenbare lauert. Hier eskalieren Emotionen und setzen Klischees außer Kraft. Die Ansichten der Figuren in „Alles was ich an euch liebe“ sind zwar oft unkorrekt, aber die Personen werden nicht unangenehm überzeichnet. Sie haben aber auch gar keine Zeit, sich besonders ernst zu nehmen. Denn das Labyrinth der Handlung zwingt sie zu ständig neuer Orientierung.
| FAZIT
Turbulenter Filmspaß vom Feinsten aus Spanien: Jüdische Frau stellt ihrer eigenwilligen Familie den palästinensischen Verlobten vor.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung