Immer wieder streiten sich die Brüder Walter (Josh Hutcherson) und Danny (Jonah Bobo) um Kleinigkeiten und stellen dabei das Haus auf den Kopf. Stress, den ihr allein erziehender Vater (Tim Robbins) gar nicht gebrauchen kann. Als er die beiden eines Tages mit ihrer großen Schwester Lisa (Kristen Stewart) allein lässt, nimmt das Chaos ganz neue Gestalt an.
Walter entdeckt im Keller des alten Hauses einen Karton mit einem Science-Fiction-Spiel im Stile der 50er Jahre: Zathura. Als Danny nicht mitspielen will, beginnt Walter den ersten Zug allein. Ein Fehler. Bereits wenige Sekunden später sucht ein Meteoritenschauer von apokalyptischem Ausmaß das Wohnzimmer heim, die Geschwister können sich gerade noch in den Kamin retten.
Auch in den nächsten Zügen haben die beiden mit allerhand galaktischen Gefahren zu kämpfen. Ihnen wird bald bewusst: Nur wenn sie das Spiel erfolgreich beenden, können sie wieder nach Hause zurückkehren, denn inzwischen schwebt das gesamte Haus in den Tiefen des Weltalls.
Von Lisa können sie keine Hilfe erwarten, denn nachdem diese die Situation zunächst vollkommen verkennt, endet sie schließlich für vier Runden im Kälteschlaf. Als helfende Hand erweist sich letzlich ein gestrandeter Astronaut (Dax Shepard), den Walter und Danny auflesen. Doch um nach Hause zu kommen müssen sie noch viele Rätsel lösen und gefahren bestehen.
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| FILMKRITIK
Wer den Film "Jumanji" schon immer auf den Mond schießen wollte, bekommt jetzt dazu Gelegenheit. "Zathura" beruht auf der gleichen Idee eines gefährlichen Spiels, das sich verselbständigt. Die Abfolge von grotesken Spielsituationen und dem Sprung von einer Gefahr in die nächste ist Geschmackssache, jedenfalls wird Zathura mehr und mehr zu einer rasenden Achterbahnfahrt.
Zum Glück schafft es der Film, nicht albern zu werden, sondern seine Figuren ernst zu nehmen. Die Geschichte des jüngeren Bruders der um die Anerkennung des älteren Bruders kämpft, die zickige ältere Schwester und der alleinerziehende Vater – der versucht Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen – sind zwar klassische Stereotypen, sie funktionieren aber dennoch. Das stressige Familienleben ist hier kein künstliches Produkt, ganz im Gegensatz natürlich zu den Fantasiewelten die im Spiel Zathura warten.
Äußerst bemerkenswert ist die leicht antifeministische Tendenz, die die gesamte Handlung prägt. Im Gegensatz zum klassischen Genrefilm gibt es keine weibliche Identifikationsfigur. Lisa befindet sich zur Hälfte des Films im Kälteschlaf und kann letztlich in der ärgsten Gefahrensituation nur noch daran denken, dem Astronauten schöne Augen zu machen. Die Mutter der Familie bleibt vollkommen gesichtslos. Sie wird zwar gelegentlich erwähnt, ist aber eher ein Ort, zu dem die beiden Jungs nach ihren Tagen bei Papa lieber nicht zurück wollen. Durch die Entscheidung die Mutter außen vor zu lassen, erspart uns "Zathura" ein ganzes Beziehungsdrama und erhebt die getrennte Beziehung in den Status der Normalität, der keiner weiteren Erläuterung bedarf.
Doch von den Abenteuern der Jungs bekommt auch der Vater nichts mit. Im Kampf gegen Roboter und grüne Riesenaliens scheint eine Heimkehr oft unmöglich. Mit viel Glück und einer guten Taktik schaffen sie es trotzdem, den größten Gefahren zu entgehen. Natürlich bekommt jeder vom Spiel eine spezielle Aufgabe und muss sich dann seinen ganz eigenen Dämonen stellen.
Die fortlaufende Handlung wird stets durch das Spiel vorgegeben und ergibt sich somit eher aus einer zufälligen Aneinanderreihung von Situationen. "Zathura" will seinem jungen Publikum Spaß bereiten und konzentriert sich auch weitgehend darauf. Die üblichen Gags für Erwachsene werden Fallen gelassen. Der ewig wieder aufkeimende Bruderkonflikt kann da nach einiger Zeit schon etwas nerven, genauso wie viele Momente vorhersehbar erscheinen.
"Zathura" bietet harmloses und unterhaltsames Familienkino. Er konzentriert sich ganz auf das Zusammenspiel der Geschwister, die mit schier auswegslosen und utopischen Gefahren konfrontiert werden.
| FAZIT
Unterhaltsames Familienkino ohne Disneyfiguren.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung