FILM REVIEW | Dick und Jane: Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen
Dick und Jane: Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen
Action,
Komödie
| USA 2005
| INHALTSANGABE
Dick und Jane sind ein amerikanisches Mittelstandspaar mit guten Jobs, Haus, Kind, Hund und mexikanischer Haushälterin.
Da wird Dick endlich zum Vizepräsidenten der Firma Globodyne befördert, und Jane gibt glücklich ihren Job auf. Doch das Unternehmen steht vor dem Ruin, und alle Mitarbeiter verlieren schon am nächsten Tag den Job. Nur der oberste Boss hat es geschafft, sich rechtzeitig ein Millionenvermögen zu sichern.
Dick und Jane probieren diverse Jobs aus, zum Beispiel als Begrüßer im Supermarkt und als Pharma-Testperson. Bald sehen sie verunstaltet aus, der Rollrasen vor dem Haus wird gepfändet, das Leasingauto immer kleiner und älter. Als auch noch der Verlust des Hauses droht, verkleiden sich Dick und Jane und beginnen eine neue Karriere als Räuberduo. Doch auch das ist schwieriger, als erwartet, und so planen sie endlich den ganz großen Coup: Dem früheren Chef des pleite gegangenen Unternehmens die Überweisung von 400 Millionen Dollar abzutricksen.
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| FILMKRITIK
Die satirische Komödie über den amerikanischen Traum vom steten Aufstieg ist ein Remake von „Fun with Dick and Jane“ aus dem Jahr 1977. Der Spezialist für komödiantische Improvisation, Jim Carrey, der die Hauptrolle spielt, hatte die Idee, die alte Geschichte mit aktuellen Problemen wie Wirtschaftspleiten, Profitstreben und überzogene Managerabfindungen anzureichern.
Vor allem aber geht es darum, dass Dick und Jane und ihr Umfeld ihren Selbstwert komplett über materielle Statussymbole definieren. Selbst als Dick noch stolz auf seinen Lebensstandard ist, sticht ihn der Nachbar aus mit einer Autofernbedienung, in die er „Mercedes, go!“ spricht, und dann springt der Wagen an.
Wenn sich Dick und Jane daheim auf dem Kuschelbett über die Beförderung freuen, während Präsident Bush im Fernsehen eine Erfolgsrede hält, ist klar, dass es sich hier um eine fette Satire auf die wachsende Kluft zwischen Sein und Schein handelt. Als Dick aus Anlass seiner Beförderung eine private Einladung zum obersten Chef der Firma Globodyne erhält, jongliert er ziemlich gezwungen mit den Bällen ungezwungener Konversation: Den Chef beim Vornamen ansprechen, an den richtigen Stellen lachen, sich als Mann von Welt zeigen, aber was passiert mit seinem Job, wenn der Chef einen Witz nicht gut findet?
Selbst als Dick schon längst die Karriereleiter wieder absteigt und sich als Begrüßer im Supermarkt bewirbt, flötet ihm dort eine Angestellte das Firmencredo ins Ohr: „Wir sind mehr als ein Kaufhaus, wir sind eine Familie!“ Auch in der ist jedoch für Dick nicht lange Platz, und so reiht er sich bald schon in eine Warteschlange mexikanischer Tagelöhner ein. Spätestens, als Dick sich eine Kapuze und eine Sonnenbrille aufsetzt, um Räuber zu werden, dreht Carrey dann mächtig auf mit Improvisieren und Grimassieren, als befreiter Clown des amerikanischen Erfolgsstrebens.
Téa Leoni, die seine Frau Jane spielt, gibt an manchen Stellen eine nette Zugabe ihrer überdrehten Hausfrauenrolle aus „Spanglish“. Gemeinsam mit Jim Carrey hangelt sie sich zu lustvoller Hochform durch die Situationskomik, die Regisseur Dean Parisot einstreut: Zum Beispiel, als sie einen Mann am Bankautomaten überfallen wollen, der sie wieder erkennt, und sie dann blitzschnell wieder die Alten sein müssen.
Das spannende Finale gibt Carrey so richtig Gelegenheit, geistreich und geschickt zu bluffen, wie es sonst nur der Chef tun durfte. Die rasante Satire ist nicht nur lustig, sondern soll offensichtlich auch Balsam sein für die Seelen der Arbeitslosen und der Verlierer moderner Börsen-Gewinnspiele.
| FAZIT
Satirische Komödie über den amerikanischen Traum, in der Jim Carrey als Arbeitsloser zu neuer Hochform findet.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung