Nachdem im Jahr 2011 eine Seuche den Großteil der Menschheit ausgerottet hat, haben in einer abgegrenzten Siedlung fünf Millionen überlebt. Der Wissenschaftler Trevor Goodchild (Marton Csokas) hat ein Antivirus entwickelt und seine Familie regiert sieben Generationen nach Ausbruch des Virus noch immer die von hohen Mauern eingegrenzte Stadt Bregna. Den Rest der Erde hat die Natur zurück erobert.
Die abgegrenzte Stadt hat sich zu einer nahezu perfekten Gesellschaft entwickelt. Dennoch kann sich eine Gruppe von Befreiungskämpfern Goodchilds Regierung nicht unterordnen. Sie setzen sich gegen den totalitären Staat durch und suchen nach einer Erklärung für das mysteriöse Verschwinden von Menschen. Aeon Flux (Charlize Theron) ist eine der Widerstandskämpferinnen. Sie bekommt die Mission, Goodchild zu ermorden.
Als sie mit ihrer Kollegin Sithandra (Sophie Okonedo) in einer waghalsigen Aktion in dessen Hauptquartier eindringt, scheint noch alles nach Plan zu laufen. Im entscheidenden Moment jedoch scheint Aeon in Goodchild jemanden wieder zu erkennen und zögert – sie wird festgenommen. Nach ihrer Flucht aus der Gefangenschaft versucht Aeon nun selbst die Geheimnisse ihrer Welt zu erforschen. Doch auf ihrer Suche nach der Wahrheit findet sie wenig Unterstützung. Ihre einstigen Mitstreiter erhalten den Auftrag Aeon umzubringen und auch die Wachposten der Regierung sind ihr dicht auf den Fersen.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Die Stadt Bregna bildet ein gedanklich perfektes Konstrukt: In sich abgeschlossen und von einer intellektuellen Oberschicht von Wissenschaftlern geführt, bietet sie für Jedermann ein Leben in Wohlstand. Was einigen Bürgern allerdings fehlt, ist ihre Freiheit. Zudem verschwinden die, die sich der Regierung widersetzen. Aeon Flux versucht zusammen mit einer Gruppe von Widerstandskämpfern ihr Bestes, um dem orwellschem Überwachungsstaat entgegen zu treten. Mit vielfältigen Geheimcodes und Kommunikationssystemen haben diese einen Weg gefunden, die Regierung zu überlisten.
Zudem besitzt Aeon Flux ein großes Arsenal kreativer und schlagkräftiger Waffen, mit denen sie sich zur Wehr setzen kann. Sollte keine von diesen helfen, kann sie mit geschickter Kampfkunst ihre Gegner galant außer Kraft setzen. Sie ist dabei für die Gelegenheit immer passend gekleidet und kann mit faszinierenden Outfits überraschen. Überhaupt sind die Sets und der Look des Films in einem sehr futuristischen, aber dennoch nicht befremdlichen Stil gehalten. Das optische Design des Films verdient für seine schlichte Eleganz eine ausdrückliche Würdigung. Das Budget wurde offensichtlich diesmal nicht nur für spektakuläre Effekte ausgegeben, sondern um eine durchdachte und überzeugend-realistische Welt zu schaffen. Auch wenn diese gelegentlich etwas kalt und emotionslos scheint, so wie auch die Handlung nicht immer besonders mitreißt.
Zwar bietet "Aeon Flux" auch einige actionreiche Kampfszenen sowie ein paar gewagte Stunts, dennoch liegt hier nicht die Stärke des Films. "Aeon Flux" zeigt eine diskussionswürdige Gesellschaft und erlaubt es sich, die Welt nicht nur in "Gut" und "Böse" aufzuteilen. Es werden nicht alle Fragen gestellt die gestellt werden könnten und es werden auch nicht alle Fragen beantwortet die gestellt werden. Dies bietet Raum zum Nachdenken. Sicherlich sind die vorgestellten Ideen weder besonders neu noch werden sie tiefgründig erforscht, doch in 90 Minuten ist das auch gar nicht denkbar. Nur selten jedoch kommt ein Film grafisch und rhythmisch an das Level von "Aeon Flux" heran.
Charlize Theron steht besonders im Mittelpunkt des Geschehens. Nebenfiguren oder andere Hauptfiguren werden im Film selbst kaum näher beleuchtet und auch Aeons Hintergründe und Motive bleiben weitgehend unklar. "Aeon Flux" richtet sich auch an Fans der gleichnamigen Serie und erspart es diesen, eine Vielzahl von Informationen zu wiederholen. Die Vorgeschichte wird nur kurz in einem Voiceover von Aeon erzählt. Wie durchdacht die Story des Films wirklich ist, bleibt ein Rätsel, denn die Zusammenhänge sind oftmals sehr offensichtlich. Dennoch schafft es "Aeon Flux" zu unterhalten und zu begeistern.
| FAZIT
Optisch beeindruckendes und mit einer schnörkellosen und interessanten Story aufwartendes Sci-Fi Kino.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung