Jährlich verschwinden 30000 Menschen in Australien, 90% werden nach dem ersten Monat gefunden oder tauchen wieder auf, der Rest bleibt unentdeckt.
Dieser Film basiert auf einer wahren Begebenheit.
So die Headline des Filmes.
Ben, Christie und Liz sind auf dem Weg von der australischen Westküste in Richtung Osten. Dabei führt sie ihr Weg durch das unbevölkerte Outback Australiens, in dem die Überlebensregel Nummer eins heißt: immer genug Benzin dabei haben, sonst bleibt man im Nirgendwo liegen.
Schon bald wird ihnen klar, dass die Menschen hier eines anderen Schlages sind. Gerade die zwei Mädels ziehen weit mehr Aufmerksamkeit auf sich, als ihnen lieb ist.
Nach einem kleinen Abstecher zu einem Meteoritenkrater, passiert dann das Unvorstellbare. Das Auto springt nicht mehr an. Weit entfernt von jeglicher Zivilisation müssen die drei die Nacht im Auto verbringen. Dabei kühlen Bens Horrorgeschichten das Klima im Auto eher ab, als dass sie es anheizen.
Doch mitten in der Nacht naht unerwartete Hilfe. Ein Mann taucht auf und stellt sich als Mike vor. Nach einem Blick auf den Motor stellt er fest, dass das Auto nur mit dem nötigen Ersatzteil wieder fahrbar ist. Die drei sind am verzweifeln. Doch er bietet ihnen an, sie zu seinem Grundstück abzuschleppen.
Nach einer scheinbar ewigen Fahrt und ohne jegliche Orientierung kommen die drei auf Mikes herunter gekommenen Gut an. Nach kurzer Zeit schlafen die drei beim Lagerfeuer ein, während ihr Retter immer noch am Auto werkelt.
Welch anderes Bild bietet sich Lizzie, als sie wieder aufwacht. Gefesselt und geknebelt. Und sie hat nicht die leiseste Ahnung, wo die anderen geblieben sind.
So entwickelt sich auf einmal in der Einsamkeit des Landes ein Spiel auf Leben und Tod, wobei der Gegner den Opfern oft ein paar Schritte voraus ist.
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| FILMKRITIK
‚Wolf Creek’ ist beleibe kein gewöhnlicher Horrorfilm.
Während sich die meisten Teenie-Horror-Streifen mit Klischee Charakteren abgeben und die Handlung so schnell wie möglich zum ‚Schrecklichen Ort’ bringen, wo dann die Action stattfindet, lässt sich ‚Wolf Creek’ Zeit.
Mit Handkamera gedreht fängt der Film mit der Charakterisierung der drei Hauptdarsteller an, und das in einer angenehm unaufdringlichen Art, die man dank Hollywood nicht mehr gewohnt ist. Das gelungene Spiel der australischen Jungdarsteller tut sein Übriges.
Das ungewöhnliche an dieser Art erschließt sich nur, wenn man dem klassischen ‚Slasher’ oder ‚Stalker’ Film (‚Halloween’, ‚Texas Chainsaw Massacre’, ‚Freitag, der 13.’, ‚Prom Night’) und den neueren postpostmodernen Versionen wie ‚Scream’ und ‚Ich weiß, was du letzten Sommer getan’ hast, nicht abgeneigt ist. Denn meistens haben die Charaktere dieser Filme eines gemeinsam: Auf eine oder die andere Art und Weise verdienen sie es zu sterben. Entweder weil sie zu dumm sind, oder weil sie verkommen (hier kommt oft die prüde Moral der Amerikaner auf) sind, oder beides auf einmal.
Ben, Lizzie und Christie sind aber weder dumm, noch verkommen. Weder das Klischee, dass Sex im Slasherfilm zwangsläufig zum Tode führt, noch die in Scream so schön erläuterte Weisheit, dass alle Mädchen, die den Mörder gesehen haben, immer die Treppen hoch laufen, anstatt einfach aus dem Haus heraus, treffen hier zu.
Im Gegenteil. Gerade Lizzie ist verdammt clever. Man merkt aber bald, dass das keine Garantie zum Überleben ist. Und so führt einen der Film auf eine ständige Achterbahn, man kann sich niemals sicher sein, was als nächstes passieren wird und wie das mögliche Ende aussehen wird.
In ‚Wolf Creek’ gibt es keine Regeln.
Die Geschichte des Filmes selbst ist schon jetzt Legende.
Da den Filmemachern das nötige Geld fehlte, wurde der Film mit vielen eingelösten Gefallen gedreht. Was zur Folge hatte, dass die Produktionskosten noch geringer als bei einem gewöhnlichen Low-Budget Projekt gehalten wurden.
Im Gegenzug allerdings wurden die Rechte nach dem überraschenden Erfolg auf australischen Festivals weltweit verkauft, mit dem Effekt, dass sich der Film schon mehr als refinanziert hatte, bevor er überhaupt in Australien ins Kino kam. Man kann sich gut vorstellen, dass die Filmemacher in den letzten Monaten mit einem ständigen Grinsen durchs Leben gelaufen sind.
Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. ‚Wolf Creek’ brennt sich ins Gedächtnis ein. Als ungewöhnlicher Horrorfilm aus ‚Down Under’, der im Grunde genommen auch noch Sozialstudie ist.
Interessant, dass das Motiv des Mörders nie ganz klar wird. Hier verwebt sich ‚Wolf Creek’ in vagen Andeutungen. Was zur Folge hat, dass sich ein jeder Kinobesucher sein eigenes Bild machen kann und muss.
Wer es allerdings auf markerschütternde Gewaltszenen abgesehen hat, und merkwürdigerweise eilt dem Film dieser Ruf voraus, ist hier am falschen Platz. Da gab es schon größer ausschweifende Blutorgien auf der Leinwand. ‚Wolf Creek’s’ Horror passiert eher auf der psychologischen Seite.
| FAZIT
Genialer Horrorstreifen aus Down Under, ein Muss für jeden Slasherfilm Fan.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung