Mittwoch | 30. Mai 2012 | 05:44 Uhr
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  • FILM REVIEW | The Producers
  • The Producers

    Komödie, Musical | USA 2005
  • | INHALTSANGABE

  • Am New Yorker Broadway im Jahr 1959: Der Musical-Produzent Max Bialystock hat seine erfolgreichste Zeit schon hinter sich und gerade wieder einen Flop auf der Bühne erlebt. Da bewirbt sich der schüchterne Buchhalter Leo Bloom bei ihm, weil er von einer neuen Karriere als Broadway-Produzent träumt. Er bringt Max unabsichtlich auf die Idee, es auf betrügerische Weise mit dem großen Geldverdienen zu versuchen: Viel mehr Geld eintreiben, als in die Show gesteckt wird, und dann einen garantierten Flop zu produzieren, so dass keiner der Geldgeber erwarten kann, sein Geld wiederzusehen.

    Das schlechteste Stück aller Zeiten, das die beiden für ihr Musical suchen, finden sie in „Springtime for Hitler“, eine Huldigung an den Führer, verfasst von seinem treuen Anhänger Franz Liebkind (Will Ferrell). Nachdem dieser Max und Leo Hakenkreuzarmbinden aufgezwungen und sie den „Guten Tag Hop Clop“ hat schuhplatteln lassen, unterschreibt er den Broadway-Vertrag. Nun muss noch der schlechteste Musical-Regisseur zum Mitmachen überredet werden: Der schwule Roger DeBris mit seinem schrillen Kreis von Assistenten, Choreographen und Helfern.

    Die schwedische Sexbombe Ulla (Uma Thurman), die unvermittelt ins Büro von Max hereinschneit, bekommt eine Rolle, und wird die große und erste Liebe von Leo. Da Franz Liebkind, der die Rolle des Führers in dem Musical selbst spielen will, sich vor der Premiere das Bein bricht, muss der schwule Regisseur einspringen. Wider Erwarten wird die Aufführung ein glänzender Erfolg!
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      • | FILMKRITIK

      • „The Producers“ war im Jahr 2001 ein vielfach preisgekrönter Musical-Hit am Broadway. Das Stück aus der Feder von Mel Brooks basierte auf seinem gleichnamigen Kinofilm des Jahres 1968. Die Regisseurin und Choreographin des Broadway-Stücks, Susan Stroman, inszenierte auch den neuen Kinofilm, in dem gleich vier Stars des Broadway-Musicals mitspielen: Nathan Lane als Max, Matthew Broderick als Leo, sowie die Darsteller des Regisseurs Roger DeBris und seines Assistenten Carmen Ghia.

        Diese erfolgsgewohnte Konstellation garantiert auch im Kinosaal ein spritziges Musical mit Tanz und Gesang, mit Broadway-Glamour und mit den satirischen, temporeichen Dialogen von Mel Brooks. Es ist schon lange her, dass man gestandene Männer wie den Produzenten Max plötzlich auf der Leinwand in Gesang ausbrechen sieht, und singen tut er unvermittelt und überall, ebenso wie Leo. Eigentlich unnötig, das über Broadwaystars zu sagen, aber im Kino ungewohnt: Sie singen sehr gut!

        Und was genauso interessant ist: Auch Uma Thurman singt, vor allem aber Will Ferrell. Wenn er mit Nazi-Soldatenhelm und schwarzem Ledermantel für die Bühnenprobe den Hitler singt – „Haben Sie gehört das Deutsche Band?“ - , dann hat sein komödiantischer, frecher Schwung etwas Faszinierendes. Die Songs bei den Proben und der Premiere von „Springtime for Hitler“, die Songs von Max und Leo im Büro, im strengen Großraumbüro der Wirtschaftsprüfer, im Gefängnis, im Gerichtssaal, im Central Park, mit Franz Liebkind auf einem Wolkenkratzerdach sind das Herzstück des Films, zusammen mit den Broadway-Tanznummern, also genau das, was sonst im Kino schnell langweilig sein könnte.

        Bei Mel Brooks auch eigentlich unnötig zu sagen: Die Story ist so herrlich witzig und voll von kleinen Nebenhandlungen. Ob das die hysterischen Ausfälle des mausgrauen Leo sind, der stets sein blaues Schmusetuch aus Babytagen braucht, oder die sexuellen Fantasien der alten Damen, denen Max wegen ihres Geldes den Hof macht – um Einfälle, die Lacher produzieren, ist Brooks nie verlegen. Die spicken sogar kleine Randbemerkungen von Max und Leo, die jede halbwegs ernste Szene noch einmal befreiend brechen können und neugierig auf mehr machen.

        Die Choreografien bringen viel vom Glanz der großen Bühnenshows auf die Leinwand: die perlenbekleideten Broadway-Girls in Leos Produzenten-Tagtraum, die „Village People“-Persiflage im Haus von Roger DeBris, die Mädchen in roten Tanzschuhen, die bei der Premiere einen Panzer um den Leib tragen. Selbst in der Gefängniszelle, in der sich Max einmal befindet, scheint während seines Liedes plötzlich eine Lichterkette: Der Broadway ist einfach überall.

        „The Producers“ ist ein Film, der unwahrscheinlich Spaß macht, und der sich auch nicht scheut, die ganz große Show aus vergangenen Tagen zu feiern, an die Steptänze und die Musik anzuknüpfen, wie sie schon vor fünfzig Jahren in Amerika für Begeisterung sorgten. Nostalgie scheint überall auf, zumal die Kostüme und Kulissen das Jahr 1959 wiedergeben. Und das hat auch etwas Befreiendes, nämlich als Zuschauer die Zwänge des Zeitgeistes hinter sich zu lassen, um in leicht naivem, leicht träumerischem Genuss zu schwelgen.
      • | FAZIT

      • Die Verfilmung eines Broadway-Hits aus der Feder von Mel Brooks: Herrlich schräges, spritzig leichtes Musical, das Bühnenatmosphäre auf die Leinwand zaubert.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

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