Das Mädchen Cale lebt auf einem ehemaligen Gestüt in Kentucky. Das einst florierende Unternehmen ist längst heruntergekommen. Cales Vater Ben arbeitet als Pferdetrainer bei einem reichen Gestütbesitzer. Zu Großvater Pop, der nebenan wohnt und ebenfalls ein berühmter Reiter und Trainer war, hat Cale einen guten Draht, ihr Vater aber überhaupt nicht. Auch seine Tochter behandelt Ben sehr abweisend.
Doch Cale lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Als Ben sie einmal zur Arbeit mitnimmt, sieht sie mit an, wie sich das beste Pferd bei einem Rennen das Bein bricht und ihr Vater es davor bewahrt, sofort getötet zu werden. Ben erhält die Kündigung, und nimmt das Pferd mit. Sonya, so heißt die Stute, wird gesundgepflegt. Die Sorge um das Pferd führt die Familie, insbesondere Vater und Tochter, wieder zusammen. Cale wird neue Besitzerin von Sonya und darf das Pferd zum berühmtesten Rennen, dem Breeders’ Cup, anmelden.
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| FILMKRITIK
In seinem Regiedebüt singt John Gatins, der auch das Drehbuch schrieb, ein Loblied auf die amerikanische Familie. Die reumütige Wiederbesinnung auf die selbstlose Liebe füreinander lässt eine finanziell gebeutelte Familie wie Phönix aus der Asche steigen. Nicht nur das Pferd heißt Sonador, was auf Spanisch Träumer bedeutet, es geht vor allem um Bens verlorene Fähigkeit, zu träumen. Er muss endlich die Liebe seiner Tochter erkennen und ihr helfen, einen eigenen Traum zu verwirklichen. In den schönsten Momenten von „Dreamer“ freuen sich die Eltern mit der Tochter am Augenblick, obwohl sie den Erfolg für ungewiss halten.
Die kleine Cale hat es am Anfang ganz schön schwer. Ihr Vater Ben, gespielt von Kurt Russell, lässt das Mädchen meistens links liegen oder empfindet es als störend. Oft schickt er Cale in schroffem Ton einfach aus dem Weg. Dakota Fanning, der neue Kinderstar mit dem introvertierten Blick, spielt Cale als erstaunlich selbstständiges, zwar gehorsames, aber smartes Kind. Leider muss Cale manchmal, etwa bei Verhandlungen mit Geschäftsleuten, schlagfertige Sprüche wie die Erwachsenen klopfen, nur weil sie aus dem Mund eines kleinen Mädchens putzig klingen.
Bens Wandlung zum bewundernden, gewährenden Vater und wie Cale als Trainerin Fortschritte macht, ja sogar einen verletzten Ex-Jockey dazu bringt, beim Breeders’ Cup reiten zu wollen, das wirkt wie ein amerikanischer Heimatfilm. Nicht nur das Thema Pferderennen und das harte Training für sportlichen Wettkampf sind typische Amerikana, sondern auch der holprige Umgang der Familienmitglieder miteinander: Da geht es um harte Lektionen über Leistung und Anerkennung, die unvermittelt in ein pathetisches Anhimmeln von Werten wie Liebe, Selbstlosigkeit, Glauben kippen.
In dieses Familiendrama passt auch der verschlossene Großvater mit den heldenhaften Sprüchen, gespielt von Kris Kristofferson. Er ist ein halber Rebell geblieben, ein geheimnisvoller Mythos, der nicht zu viel preisgibt und es gewöhnt ist, sich selbst zu genügen.
Für ein Publikum außerhalb Amerikas funktioniert „Dreamer“ als Film für junge Pferdenarren. Besonders Mädchen, die gerne reiten und Pferde pflegen, dürften es genießen, wie Cale an ihre Sonya glaubt, sie mit Eis am Stiel verwöhnt und ihr gut zuredet. Wie das Mädchen ihren Vater fragt, was das Pferd ihm sagt, und der Vater Sonya in die Augen sieht, in sich hineinhorcht und erkennt: Das Pferd will zum Wettkampf! Die Szenen aus den Wettkämpfen und dem Training wirken sorgfältig und liebevoll gestaltet.
| FAZIT
Ein Film für junge Pferdenärrinnen, die keine Angst vor Tagträumen und vor amerikanischem Pathos haben.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung