Der Räuber Hotzenplotz klaut der Großmutter die Kaffeemühle. Die beiden Jungen Seppel und Kasperl überlassen die Suche nicht dem zerstreuten Wachtmeister Dimpfelmoser, sondern locken den Räuber mit einer Holzkiste, auf der „Gold“ steht und aus der Sand rinnt. Dann folgen sie der Spur zur Höhle des Räubers im Wald. Hotzenplotz aber nimmt sie gefangen und verkauft den Kasperl an den bösen Zauberer Zwackelmann. Dort muss Kasperl die gute Fee Amaryllis befreien, die der Zauberer in eine Unke verwandelt hat.
Kaum gefangen genommen, überwältigt Hotzenplotz den Wachtmeister Dimpfelmoser und entführt die Großmutter. Als ihm Seppel und Kasperl das als Lösegeld geforderte Silberbesteck bringen, nimmt sie Hotzenplotz auch gefangen. Selbst die herbeigerufene Fee kann in der Küche des Räubers nicht zaubern. Da ist guter Rat teuer, zumal auch der Wachtmeister und seine neue Freundin, die Hellseherin, in einer Falle festsitzen.
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| FILMKRITIK
Der Film bringt zwei der Kinderbuch-Klassiker von Otfried Preußler auf die Leinwand, wobei Atmosphäre und Stil der beliebten Bücher weitgehend beibehalten werden. Das zeitlose, märchenhaft-naive Geschehen, das einem Kasperltheater ähnelt und in dem doch zwei reale, sehr gewitzte Buben im Mittelpunkt stehen, hat hier seine kongeniale Literaturverfilmung gefunden, die junge „Hotzenplotz“-Kenner überzeugen dürfte. Der altbewährte Kameramann Gernot Roll, der auch die Regie führt, versteht es zudem ausgezeichnet, das Abenteuer in zeitlos-ländlicher Idylle mit guten Digitalanimationen anzureichern.
Armin Rohde spielt einen Räuber Hotzenplotz, der gemein und chaotisch ist und mit seinen braungelben Zähnen abschreckt. Sein wildes Einbrechen in die heile Welt von Seppel und Kasperl ist durchaus aufregend und für kleine Zuschauer vermutlich auch beängstigend. Dass im Wald auch noch zahllose Eulen vor die Kamera drängen, macht die Sache nicht besser.
Als Gegenpol sind die beiden Jungen im bayerischen Outfit ziemlich hartnäckig. Martin Stührk als Kasperl ist der mutigere, frechere von beiden, Manuel Steitz als Seppel verbindet gekonnt kindliche Klugheit mit Angst und Staunen. Die schelmische Naivität der Buchvorlage wird von den Jungen beibehalten, etwa, wenn sie beschließen, ihre Mützen zu tauschen, damit der Räuber sie nicht erkennt. Solche kreativen Ideen und die immer wieder trällernde Jahrmarktmusik balancieren das Abenteuer spaßig aus. Die Glaubwürdigkeit der Jungen verhindert auch, dass die Handlung ins Alberne kippen und man sich verschaukelt fühlen könnte.
Rufus Beck als Zauberer Zwackelmann hat künstlich grell-türkise Augen und darf auf seinem Mantel digital über Berge und Wiesen fliegen. Dabei wohnt er in einer mittelalterlichen Burg, und die Kinder leben in einer Dorfidylle mit Apfelbaum und Weiher, die Lust auf Ferien auf dem Lande macht. Dass man solche Bilder fatalerweise vor allem aus Sahne- und Wurstwerbung kennt, ist ja kein Verschulden dieses Films. Auch dass die Schauspieler, obwohl die Gewänder teilweise bayerisch anmuten, schön hochdeutsch sprechen, oder dass der Wachtmeister eine Uniform mit Pickelhaube trägt und Barbara Schöneberger als Fee wie beim Sahnerühren lächelt, ist nicht wirklich störend.
Das Tempo ist der Vorlage entsprechend beschaulich und den Überlegungen der Kinder angepasst. Einige wenige Szenen in Zeitraffer und Zeitlupe sowie die sparsamen, aber gekonnten digitalen Animationen fügen sich nahtlos in die Naturidylle ein, so das hüpfende Krokodil mit der Hundeschnauze und dem wedelnden Schwanz. Am Ende siegt natürlich die Schlitzohrigkeit der Buben über den im Grunde einfältigen und manchmal sogar weichherzigen Räuber, und die kindliche Identifikation mit Seppel und Kasperl dürfte perfekt sein. Ein kindgerechtes Abenteuer also mit ansprechenden Bildern im Kontrast idyllisch-aufregend und mit überzeugenden Darstellern.
| FAZIT
Schöne und überzeugende Verfilmung zweier Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung