Mittwoch | 30. Mai 2012 | 08:53 Uhr
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  • FILM REVIEW | 7 Zwerge - Männer allein im Wald
  • 7 Zwerge - Männer allein im Wald

    Familie, Komödie | Deutschland 2004
  • | INHALTSANGABE

  • Tief im finsteren Wald leben die sieben Zwerge. Zwerge aus Überzeugung und nicht etwa aufgrund ihrer körperlichen Größe. Sie wurden alle von Frauen schlecht behandelt und haben sich deswegen im abgeschiedenen Wald ein neues Zuhause eingerichtet. Ihre Zeit verbringen sie mit schwachsinnigem Allerlei - wie Sackhüpfen, Brettspielen (mit dem Ziel, sich gegenseitig Bretter an den Kopf zu hauen) oder Wanderungen.

    Als Rotkäppchen den Wald betritt, können sie gerade noch fliehen und ihren Kameraden Bubi (Otto Waalkes) vor dem weiblichen Unheil bewahren. Als jedoch Schneewittchen (Cosma Shiva Hagen) bei ihnen Unterschlupf vor der bösen Königin (Nina Hagen) sucht, gerät das Zwergenleben außer Kontrolle. Von Schneewittchens Charme und Schönheit angetan, schenken ihr die Zwerge sogar die Hälfte ihrer Hütte. Allein Brumboss (Heinz Hoenig) behält einen klaren Kopf und lässt sich von Schneewittchen nicht die Sinne vernebeln.

    Inzwischen beauftragt die Königin ihren Jäger (Christian Tramitz) damit, Schneewittchen zu beseitigen. Als dieser trotz der Hilfe seines Bluthundes den Auftrag verfehlt, geht die Königin selbst ans Werk und stattet zusammen mit ihrem Vasallen Spliss (Hans-Werner Olm) Schneewittchen einen Besuch ab.
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      • | FILMKRITIK

      • Ein großer Teil der deutschen Comedy-Prominenz findet sich in "Sieben Zwerge - Männer allein im Wald" versammelt. Die Besetzungsliste liest sich wie ein Querschnitt durch das wöchentliche Fernsehprogramm. Umso mehr weckt der Film also Interesse, denn mit dieser bisher kaum erreichten Stardichte sollte der Erfolg praktisch garantiert sein - leider eine falsche Vermutung.

        Hätten die Produzenten des Films alle Darsteller für zwei Stunden in einen leeren Raum gesperrt und das Ergebnis gefilmt, wäre dies vermutlich deutlich witziger gewesen. Leider sind die Gags in "Sieben Zwerge" nur schwach und zudem nicht sehr großzügig verteilt. Mit ein paar wenigen Anspielungen auf eine Hand voll Blockbusterproduktionen sowie extrem flachem Humor muss sich der Zuschauer zufrieden geben.

        Kostprobe gefällig? Nina Hagen lässt sich als Königin von ihrem Hofnarren Atze Schröder unentwegt umgewandelte, uralte Blondinenwitze erzählen - nur eben auf Dunkelhaarige, wie Schneewittchen, getrimmt. Wer sich über: "Was ist eine Schwarzhaarige, die sich die Ohren zuhält?" noch lachen kann, der wird voll auf seine Kosten kommen. Ein weiterer Gag: Als die Königin den "Jäger" ruft wird dies missverstanden und ein "Neger" kommt zur Tür herein. Auch als sich dieser geschmacklich fragwürdige Witz wiederholt, wird er keineswegs komischer.

        Es lässt sich feststellen, dass der Humor auf ein durchweg junges Publikum bis ca. 12 Jahre zugeschnitten ist. Die wenigen Witze für Erwachsene können den anspruchsvollen Zuschauer kaum bei der Stange halten. Auch der Humor der Darsteller, wie z.B. der herumkaspernde Otto Waalkes' ist hinreichend bekannt und bietet kaum etwas Neues. "Sieben Zwerge" entpuppt sich als ungewöhnlicher Kinderfilm, der das nächtliche Beschäftigungsprogramm nun auch noch auf die Kinoleinwand ausbreitet und sich als seelenloses und profitorientiertes Großprojekt herausstellt. Durch den Versuch der Selbstdarstellung diverser Comedians verfällt auch endgültig die belanglose Story. Die Gebrüder Grimm jedenfalls werden sich entweder im Grabe herumdrehen oder sich über den großen Profit dieses Kassenschlagers freuen - schließlich waren sie dann auch nicht umsonst auf den 1000 DM-Scheinen abgebildet.
      • | FAZIT

      • Schade! Der Film hätte lustig sein können, riskiert aber überhaupt nichts und gewinnt auch nichts. Er ist kaum erfrischender als das Samstagabendprogramm.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Julius Pöhnert

      • | Userwertung

      Wertung: 2.0/10 (3 votes)

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