Thriller,
Action,
Science Fiction
| Deutschland / Großbritannien / USA 2005
| INHALTSANGABE
Es herrschen dunkle Zeiten in dem totalitär regierten Großbritannien. Weil sie sich verspätet hat, hastet die junge Evey nach der abendlichen Ausgangssperre durch Londons Straßen und trifft prompt auf zwei „Fingermänner“, die sowohl ihre Macht als auch sie missbrauchen wollen. Doch plötzlich sehen sie sich konfrontiert mit einem geheimnisvollen Mann, der neben einem schwarzen Umhang und einem tief in die Stirn gezogenen Hut eine teuflisch grinsende Guy-Fawkes-Maske trägt.
Der Maskierte, der sich selbst das Pseudonym „V“ gibt, rettet Evey und bringt sie in sein unterirdisches Versteck. Mit entwaffnendem Charme, edelmütiger Eleganz und einem Gespür für Kunst und Kultur hinterlässt er bei ihr einen bleibenden Eindruck. Dennoch reagiert sie zunächst schockiert, als sie einer seiner terroristischen Aktionen gegen das faschistische Regime beiwohnt.
Seit dieser Nacht kreuzen sich ihre Wege immer wieder und bald wird Evey klar, dass sich das dunkle Geheimnis des Maskierten in gewisser Weise mit ihrer tragischen Vergangenheit überschneidet. Und irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem auch sie akzeptieren muss, dass sie im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit eine entscheidende Rolle spielt. Es gibt kein Zurück mehr.
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| FILMKRITIK
Worte sind Macht. Dieser Satz trifft in „V for Vendetta“ in vielfacher Weise zu. Die Stimme der Medien, deren Lügen selbst kein Kind mehr glaubt, die Worte des schelmischen Revoluzzers „V“, der den Menschen die realen Tatsachen vor Augen führt, die Worte der Wahrheit, die sich verborgen in einem Tagebuch finden lassen und die Worte der Hoffnung, die selbst eine Gefangenschaft erträglich machen.
Gleichzeitig kann man also auch sagen: Medien sind Macht. Nicht nur dass die „Stimme Londons“ über allgemein akzeptierte Meinungen bestimmt, sondern auch dass der Großkanzler im Verlauf des Films nur ein einziges Mal als reale Person in Erscheinung tritt und ansonsten nur von Bildschirmen aus zu regieren scheint, ist bezeichnend für eine von Medien geprägte Sicht auf die Welt.
In diesem Sinne ähnelt die hier aufgebaute Utopie den Welten in „1984“ oder „Fahrenheit 451“, was sich auch in der Atmosphäre und den Filmbildern niederschlägt. „V for Vendetta“ scheint jedoch nicht in einer Zukunft, sondern in einer Parallelwelt angesiedelt zu sein, ganz nach dem Motto: Wie sähe die heutige Gegenwart aus, hätten die Nationalsozialisten des dritten Reichs ihr Ziel erreicht?
Doch durch diesen auf die Vergangenheit gerichteten Blick, gehen die auf die aktuelle Gegenwart zielenden Anspielungen unter. Die fragwürdige Glaubwürdigkeit der Medien, das Erzeugen von Angst gegen selbsternannte Feinde, um zumindest stillschweigende Akzeptanz für den Angriff auf ebendiese zu gewährleisten, sowie die Thematisierung zunehmender Entindividualisierung, all dies könnte den Film zeitkritisch machen.
Diese Absicht wird von Regisseur James McTeigue allerdings kaum verfolgt. Im Mittelpunkt stehen von Blut und Tränen durchtränktes Action- und Emotionskino, sowie die Wandlung eines geheimnisvollen Maskierten, der ausgehend von einem persönlichen Rachefeldzug (Vendetta = Blutrache) allmählich erkennt, wie weitreichend seine Macht verwendbar wäre, wenn sie nicht von Hass angetrieben wird.
Der schelmisch grinsende, kultivierte und elegante „V“ darf töten und foltern, ohne etwas von der Sympathie einzubüßen, die er ausstrahlt und dass aus der ängstlichen Evey eine tapfere Kriegerin wird, ist selbstverständlich, schließlich ist Nathalie Portman der tragende Star des Films. Allgemein folgt „V for Vendetta“ einer strengen, einfachen und vorhersehbaren Dramaturgie, was dem Film einen unspektakulären Charakter verleiht.
Man nehme also eine einfache Geschichte, würze sie mit Liebe, Frieden und Gerechtigkeit, erhitze sie mit ein paar Explosionen, vermische das Ganze mit einem hübschen Star, füge ein wenig Blut und Tränen hinzu und schmecke es mit ein wenig politischer Kritik ab. Fertig ist: „V for Vendetta“, das richtige Gericht für einen recht unterhaltsamen, aber unspektakulären Kinoabend.
| FAZIT
Unspektakuläres Utopie-Kino im Kampf gegen das Böse in der Welt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung