Auf Betreiben des kleinen Nerv (Nick Romero Reimann) muss sich die Fußballmannschaft der „Wilden Kerle“ um den Anführer Leon (Jimi Blue Ochsenknecht) erst wieder zusammenfinden, um gegen Leons früheren Freund und jetzigen Gegner Fabi (Constantin Gastmann) sowie dessen Mädchenfußball-Gang, die „Biestigen Biester“ um den Titel der „wildesten Fußballmannschaft der Welt“ anzutreten.
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| FILMKRITIK
Kraut und Rüben ist dieser Film und selbst für die, die sich im kleinen Kosmos der „wilden Fußballkerle“ zurechtfinden, mag es da manches zu kauen geben. Das Ambiente hat etwas surreal-postapokalytisches, wie eine Kinderversion der „Mad Max“-Reihe, bei der sich gar eine Light-Variante der „Donnerkuppel“ abgeschaut wurde. Ansonsten fühlt man sich an die „Blues Brothers“ erinnert, wenn der kleine Nerv loszieht, um – statt „der Band“ – die Mannschaft wieder einzusammeln. Leons neuer Job als Musiker in einem schrillen Cowboy-Dress ist denn auch ein Höhepunkt. Wenn nicht sogar der einzige (neben Uwe Ochsenknechts viel zu wenigen Auftritte).
Dass das betonte und permanent ausgestellte Coole – pardon, Wilde die jüngeren Fans noch erfreut, mag ja angehen und Reiz wie Zweck haben. Unnötig aber ist die holprige Handlung, deren Einzelteile ungelenk zusammengeschraubt wurden. Mitunter fallen einzelne Stränge einfach aus. So verschwinden Mitten im Film die Erwachsenen, Maxis Vater (Ochsenknecht) und Mutter Nerv (Claudia Michelsen), die der Bande auf den Fersen ist, schlichtweg. Was schade ist, wird doch angedeutet, dass der Papa im Grunde auch so wäre wie sein ungestümer Sohn. Aber nein, erst zum Schluss fällt auf, das hier was vergessen wurde – und was aus dem Banker und der Nerv-Mutter geworden ist, wird schnell mal eben nachgereicht.
Etwas unbehaglich wird der Film darüber hinaus, wenn er die „biestigen Biester“ vorführt. Die Teenager-Mädels zwischen 9 und 14 Jahren werden in derart knapper Fell- und Futurismuskleidung und so lasziv posierend inszeniert, als ginge es darum, auch manch Pädophilem was zu bieten. An anderen Schauwerten spart der Film dann freilich, und das dann ausgerechnet an den falschen: dem Fußballspiel. Zwar darf der kleine Nerv so manches Mal seine Schusskünste beweisen, unter anderem um ein Gewächshaus zu demolieren (aus nicht sonderlich nachvollziehbarem Grund). Doch auf ein richtiges Kickerduell wartet man lange – und das wird dann von Drehbuchautor und Regisseur Joachim Masannek und Kamerafrau Sonja Rom viel zu langweilig ausgerichtet. Mag sich Masannek mit seinen Romanen über die „Wilden (Fußball)Kerle“ zu großem Erfolg geschrieben haben – bei der filmischen Umsetzung hat er sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
| FAZIT
Der dritte Film um die ungebändigte Kinderfußball-Mannschaft entpuppt sich als unausgegorener Wirrwarr von Ideen und Zitaten, das kein Stück gibt und ausgerechnet in der Inszenierung des zentralen Fußballspielens versagt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung