Im Vorfeld so groß angekündigt als "der neue Zombiefilm" aber das Ergebnis mag nicht so richtig überzeugen, viel Unlogik, billiger Look und der Rest - naja.
Es gibt auch schon ein paar Momente die den einen oder anderen Überzeugen könnten, was aber unterm Strich bleibt ist relativ schlecht.
Lieber zum 100. Male den Originalen Dawn of the Dead schauen, hat man mehr von und Spass macht es auch noch.
Der Film ist nicht nur extrem langsam erzählt und handlungsarm, er verstrickt sich auch ständig in purer unlogik. Beispiele gefällig ? Die Soldaten haben in den ganzen 28 Tagen kein Flugzeug gesehen ? Es gibt in ganz London kein Wasser obwohl es keine Wasserverbraucher mehr gibt ? Warum Knüppel nehmen wenn es Schußwaffen auch tun ?
Auch die Machart ( Verschwommene unscharfe Bilder, Schlechter Scoreeinsatz, vor allem beim ersten Gang durch London. ) die von vielen begeistert aufgenommen wird empfinde ich nur als störend. ( um nicht zu sagen abstoßend ). Hätte ich den Film im TV gesehen hätte ich keine 20 Minuten durchgehalten ohne abzuschalten.
Die Hauptaussage des Films ist "Hallo", was ihn unfreiwillig komisch macht.
Bereits gleich zu Anfang sticht das rauschige und arg unscharfe bild negativ ins Auge. Details sind nicht erkennen weil unscharf und auch sonst verhindern permanente Nahaufnahmen und eine arg wackelige Kamera ein angenehmes sehen. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt kann man sich auch voll und ganz auf die Story fixieren. Und die ist zwar nicht neu (Bsp.: The Stand, diverse Romero Endzeit Zombiefilme), aber immer wieder beängstigend und interessant. Was tun wenn man aufwacht und niemand ist da? Die Strassen sind leer gefegt und überall herrscht Chaos. Na klar, man geht erstmal seinen Urtrieben nach...essen und trinken! Doch irgendwann nachdem der Protagonist vermutet hat, dass eine Seuche wohl wirklich alle Menschen getötet hat, stösst er in einer Kirche auf grosse Leichenberge und einen nicht ganz toten Priester, der Ihn auch gleich anfällt... Jim kann entkommen und läuft geradewegs in die Arme von Selena und Mark, ebenfalls 2 Überlebende der Seuche. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Haus von Jim und seinen Eltern. Dort muß Jim feststellen, dass seine Eltern den Freitod gewählt haben um der Seuche zu entgehen. Doch dort kommt es auch zu einem Zwischenfall... Mark wird mit der Seuche infiziert und von Selena getötet. Nur noch zu zweit treffen sie allerdings unmittelbar danach auf zwei weitere Überlebende. Einen Mann mit seiner Tochter. Sie hören, dass im Radio eine Nachricht gesendet wird, derzufolge einige Meilen weiter ein Treffpunkt ist und angeblich auch eine Lösung der Seuche zu finden ist. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg.
Bis zu dem Zeitpunkt an dem die Gruppe am Treffpunkt ankommt kann der Film sehr gut unterhalten. Er ist zwar nicht sehr spannend aber die sozialkritischen Untertöne und vor allem die menschlichen Grundbedürfnisse werden hervorragend dargestellt. Besonders gut haben mir die zahlreichen Anspielungen auf George A. Romeros "Zombie - Dawn of the Dead" gefallen ("Lasst uns shoppen gehen!", der Zwischenfall beim tanken). Das kam einem wirklich alles sehr bekannt vor.
Doch dann fängt der Film an stark abzufallen. Denn der Treffpunkt besteht aus einigen Armeeaktivisten die sich einen kleinen privaten Stützpunkt in einer Residenz gebaut haben. Mehr will ich zu diesem Teil des Films und der Handlung nicht sagen, da dort eigentlich auch noch mal eine schöne Stelle kommt die sehr zum nachdenken anregt (Menschen töten Menschen!).
Sehr positiv ist die passende Musikuntermalung während des Films, die so einige visuelle Schwachpunkte (ich mag halt keine MTV- Musikvideo Ästhetik) etwas ausbügeln kann. Auch die genialen Seitenhiebe auf unsere heutige Gesellschaft sind hervorragend umgesetzt worden. Allerdings hatte ich mir von dem Film einen etwas höheren "Gore-Faktor" erwartet. Die Morde fanden teilweise im Off statt und wenn man sie gesehen hat, dann war alles sehr sehr hektisch und ruckelig, so dass man eigentlich nicht wirklich etwas erkannt hat. Ich denke, das wäre hier jedoch angebracht gewesen, damit der Schrecken etwas deutlicher wird. Die 18er Freigabe ist aber dennoch gerechtfertigt, da es doch einige Szenen gibt, die jüngeren doch zu schaffen machen können.