Der fünfzehnte Geburtstag hält nichts gutes für Michael Polischka bereit, denn er und seine Mutter werden von deren reichen Liebhaber vor die Tür gesetzt und sind nun gezwungen vom schicken Berlin-Zehlendorf ins raue Berlin-Neukölln zu ziehen. Dort herrschen ganz andere Gesetze, was Michael schnell schmerzhaft zu spüren bekommt.
Fortan Polischka genannt, gerät er auf die Abschussliste von Erol und seinen Schlägern, wird erpresst und verprügelt. Doch er findet auch neue Freunde: Crille und dessen kleiner Bruder, die verwahrlost in der Wohnung des abwesenden Vaters hausen und ihn in einen ersten Kontakt mit dem Drogenboss Hamal bringen.
Der beschützt ihn vor Erol, weil er schnell erkennt, dass Polischkas ehrliches Gesicht Gold wert ist. Dankbar für die Hilfe und beeindruckt von der Freundlichkeit Hamals, beginnt Polischka seine Karriere als Drogendealer. Mutig und selbstbewusst erarbeitet er sich das Vertrauen Hamals, bis ihn dieser aus einer Notlage heraus auch für einen großen Deal einsetzt, bei dem mehr als nur Geld auf dem Spiel steht.
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| FILMKRITIK
Auf sich gestellt und ohne Kontrolle oder Schutz von Seiten der Eltern oder Lehrer, haben sich die Jugendlichen des Films eine eigene Welt gestaltet, in denen strenge Hierarchien und grausame Rituale herrschen. Denn wenn niemand helfend zur Seite steht, gibt es keine andere Möglichkeit, als das eigene Überleben selbst in die Hand zu nehmen.
Und eins scheint sicher: Wer nicht lernt, zurückzuschlagen, geht irgendwann drauf. Und Michael Polischka schlägt zurück. Er ist trotz seines unschuldigen Gesichts knallhart – oder doch nicht? Über diese Fragestellung stolpert man im Verlauf der Handlung immer wieder. Erscheint der Beginn seiner Karriere zunächst noch wie ein locker-leichtes Spiel, wird Polischka zunehmend mit dem wahren Ausmaß seiner neuen Lage konfrontiert.
Die hier gezeigte Gesellschaft wimmelt von überforderten oder minderjährigen Müttern und nicht anwesenden oder prügelnden Vätern. Die einzigen, die ein scheinbar geordnetes einigermaßen ruhiges Leben zu führen scheinen, sind die, die in der Riege der Kriminellen höhere Ränge besetzen. Und Ruhe ist das, wonach sich Polischka nach eigenen Worten am meisten sehnt.
Aber einmal hineingeraten, scheint es schwer, aus der Spirale herauszufinden. Denn gegen die gemeinsam starken anzukommen, erscheint unmöglich. Und so scheint Michael, begleitet von leisen, bedrohlichen Tönen, kontinuierlich auf eine Katastrophe zuzusteuern.
Der Film zeigt eine hoffnungslose, von kriminellen Umtrieben verseuchte Welt. Jeder schlägt, klaut, betrügt. Wer gut sein und richtig handeln will, rutscht schnell in die Lächerlichkeit ab. Man bekommt im Laufe des Films den Eindruck, als sei dem Regisseur diese Welt ebenso fremd wie wohl dem größten Teil der Zuschauer. Das macht den Film ein wenig unglaubwürdig und oberflächlich.
Dennoch ist „Knallhart“ gelungenes Unterhaltungskino aus den Tiefen Berlins. Humorlos wird von einer Subkultur erzählt, die parallel zu dem existiert, was man sonst in deutschen Filmen an Stadtleben präsentiert bekommt.
| FAZIT
Solides Berliner Kino über einen knallharten Jugendlichen auf dem Weg ins erwachsene Leben.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung