Mittwoch | 30. Mai 2012 | 11:41 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Zum Ausziehen verführt
  • Zum Ausziehen verführt

    Komödie, Liebesfilm | USA 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Er könnte sie alle haben. Er ist Mitte dreißig, erfolgreich, charmant und gut aussehend. Doch am liebsten hat Tripp jede Woche eine neue Verehrerin. Sein ultimativer Schluss-mach-Trick: er nimmt die Ladies mit nach Hause. Denn Tripp ist zwar sexy, aber auch faul. Und wo ließe es sich bequemer leben als bei Mama und Papa? Das schockiert nicht nur seine Freundinnen, das schockiert auch seine Eltern. Da sie sich nicht trauen, ihren eigenen Sohn einfach vor die Tür zu setzen, suchen sie professionelle Unterstützung: Paula kommt ins Spiel. Für ein ordentliches Honorar soll sie Tripps Traumfrau mimen und ihn von zu Hause loseisen. „I don’t sleep with my clients“, lautet Paulas Devise. Doch zwischen Beruf und Privatleben zu trennen ist in diesem Fall gar nicht so leicht. Und so kommt es, wie es kommen musste. Tripp und Paula verlieben sich, aber sie kann ihren ursprünglichen Auftrag nicht lange geheim halten. Die Beziehung droht zu zerbrechen.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • Irgendwie ist alles schon mal da gewesen. „Zum Ausziehen verführt“ bewegt sich in vorhersehbaren und ausgetretenen Bahnen. Zu offensichtlich bahnt sich der Konflikt an zwischen Paulas Auftrag und ihren Gefühlen, zu unvermeidlich die Krise, zu vorhersehbar das Happy End. Das wäre alles nicht weiter tragisch, hätten sich Regie und Drehbuchautoren darauf besonnen, auch das Potential der Nebenrollen auszuschöpfen, von Tripps Freunden Ace und Demo bis zu seinen Eltern. Deren Beweggründe, Paula zu engagieren, bleiben seltsam im Dunkeln. Denn eigentlich scheint Mama Sue sich durchaus wohlzufühlen dabei, ihrem Jungen jeden Morgen die Pfannkuchen auf den Tisch zu stellen. Und als er dann endlich ausgezogen ist fürchtet sie sich eher vor ihrem Ehemann, der endlich seine Nudisten-Vorlieben auszuleben beginnt, als vor dem allein sein. So gelingt es Schauspielerin Kathy Bates kaum, ihr Potential auszuschöpfen und die ironischen Seiten ihrer Rolle zu präsentieren.

        Ein äußerst erfrischender Sidekick hingegen ist Paulas Mitbewohnerin Kit. Von extremen Stimmungsumschwüngen geplagt holt sie die Freundin immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Sarkastisch und anarchisch macht sie sich auf die Jagd nach Sektflaschen und einer Drossel, die vor ihrem Fenster nistet und Kit fast zur Weißglut treibt. Nur ungern spielt sie hingegen mit, wenn Paula nach Schema X vorgeht, um Tripp zu verführen. Und das sieht so aus: „You find out what he likes and pretend to like it as well.“ In Tripps Fall ist das ein Paintball-Turnier, das Paula mit mehr Glück als Verstand für sich entscheidet. Dann muss sie sich das Segeln beibringen lassen, denn Schritt zwei der Verführungsstrategie lautet: „He teaches her something.“ Schließlich kommt es zum unvermeidlichen „Meet the parents.“ und die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

        Offensichtlich erschien dies den Machern nicht komisch genug, so dass Tripp außerdem ein seltsames Verhältnis zu Tieren hat und im Verlauf des Films von Delphinen, Streifenhörnchen und einer pflanzenfressenden Echse angefallen wird. Da er keine Menschen lieben kann, liebt ihn auch die Natur nicht, lautet die küchenpsychologische Erklärung des Phänomens. Zu allem Überfluss muss er dann auch noch schwer verletzt mit einer verbundenen Hand asiatisch essen gehen – mit Stäbchen versteht sich: in bester Comedy-Klamauk-Manier fliegt dabei das Essen durch die Luft und landet im Gesicht eines anderen Gasts.

        Zwar gelingt es den Schauspielern, allen voran den durchaus sehenswerten Hauptdarstellern Sarah Jessica Parker und Matthew McConaughey, den Film vor völliger Peinlichkeit zu bewahren. Neue Aspekte oder besonderen Witz können sie dem Thema jedoch auch nicht verleihen, von emotionalem Tiefgang ganz zu schweigen.
      • | FAZIT

      • Seichte Liebeskomödie, die trotz guten Schauspielern in allzu vorhersehbaren Bahnen verläuft, um wirklich zu unterhalten.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sarah Mersch

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (1 vote)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN
              • | SAMMLUNG
              • 1 User hat den Film gesehen
              •   nump