Mittwoch | 30. Mai 2012 | 11:50 Uhr
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  • FILM REVIEW | Firewall
  • Firewall

    Thriller, Action | Australien / USA 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Jack Stanfield (Harrison Ford) arbeitet als IT-Sicherheitsexperte für die Landrock Pacific Bank. Privat führt er ein beschauliches Leben mit seiner Frau Beth (Virginia Madsen) und seinen beiden Kindern Sarah und Andy. Das von Architektin Beth kreierte Luxushaus liegt außerhalb der Stadt in einer ruhigen Gegend am Meer. Doch der Friede wird durchbrochen, als, zeitgleich mit einem regenreichen Sturm über Seattle, der Kriminelle Bill Cox (Paul Bettany) in das Leben der Stanfields einbricht.

    Mit seiner Crew hält er Beth und die Kinder gefangen, während Jack dafür sorgen soll, dass 100 Millionen Dollar von der Pacific Bank auf Coxs Nummernkonto transferiert werden. Keine einfache Aufgabe, denn die Bank wurde gerade übernommen und die benötigte Hardware befindet sich nun in einer anderen Filiale.
    So soll Stanfield sein eigenes Sicherheitssystem überlisten um an das Geld zu kommen. Doch Cox, der Stanfield ein Jahr lang ausspioniert hat und praktisch alles über die Familie weiß, hat weder mit dem Mut noch mit der Entschlossenheit Jacks gerechnet, der sich nun mit allen Mitteln zur Wehr setzt.

    Mit seinen Finten bringt er jedoch seine Familie mehr als einmal in Lebensgefahr. Und spätestens nachdem Cox dem achtjährigen Andy, vollkommen darüber bewusst, dass dieser eine Allergie hat, Erdnüsse gibt, und der Kleine daraufhin fast stirbt, weiß Stanfield, dass er mit diesem Verbrecher nicht zu scherzen hat.
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      • | FILMKRITIK

      • Kidnapper Filme, in denen Väter durch die Entführung oder Gefangennahme der Familie unter Druck gesetzt werden, etwas ganz bestimmtes für die Verbrecher auszuführen, gibt es wie Sand am Meer. Interessanterweise sind es tatsächlich meist die Männer, die sich als Beschützer der Familie beweisen müssen. Frauen sind sozusagen nur das Bonbon, das zunächst geklaut wird und dann zurück erobert werden muss. Und ab und zu mal einen erschreckten Schrei ausstößt. Doch es ist hier nicht mein Ziel für mehr Kidnapper Filmen mit Frauen in der Hauptrolle zu plädieren.

        Zurück zu ‚Firewall’, der diese Einfallslosigkeit mit der Erklärung entschuldigt, dass die Thematik des Internetkriminalismus neu wäre. Das wäre allerdings mir neu – ist es nicht so, dass fast jeder dahergelaufene Gangster im Hollywood Kino zumindest Kontrolle über einen Satelliten besitzt, wenn er nicht sogar den Zugang zum CIA Computer gehackt hat? ‚Firewall’ bietet dem Zuschauer dementsprechend nichts Neues, nur ein solides Actiondrama mit guten Darstellern.

        Der Film hat einige logische Fehler, die Autor Joe Forte wohl nicht wichtig genug erschienen um ausgemerzt zu werden. Cox beschattet Stanfield über den Zeitraum von vielen Monaten, weiß aber nicht, dass der Zentralcomputer in eine andere Filiale verlegt wurde – wie konnte das denn passieren? Abgesehen von diesen Denkfehlern führt der Film oft wenig subtil Handlungsmomente ein, bei denen selbst der knutschende Zuschauer in der letzten Reihe denkt „Holla, das ist doch bestimmt später noch mal wichtig!“ Und da diese Erwartungen grundsätzlich erfüllt werden, wird die Handlung immer durchschaubarer.

        Obgleich man Regisseur Richard Loncraine nicht vorwerfen kann, dass er sein Handwerk nicht verstehe. Trotz der dünnen Geschichte kommt im letzten Drittel des Filmes Spannung auf, nicht zuletzt durch die guten schauspielerischen Leistungen.
        Ford bedient zwar mit Jack Stanfield nur einen seiner Klischeecharaktere. Positiv fallen dahingegen der unvergleichliche Paul Bettany und Mary Lynn Rajskub auf, die Stanfields Sekretärin Janet Stone spielt.

        Angesichts dieses Schauspielerpotentials ist es schade, dass auch im letzten Drittel des Filmes Klischees der Vorzug gegeben wird und man oft das Gefühl hat, dass bestimmte Handlungselemente nachträglich eingefügt wurden um spätere Momente glaubhaft zu machen. So hat der Hund der Familie auf einmal einen GPS-Locator, mit dem Stanfield die Seinen aufspüren kann. Und damit das später auch nicht zu abstrus wirkt, wurde am Anfang des Filmes eine Szene eingefügt, in der Andy dem Hund das Halsband abnehmen will, doch Beth ihn davon abhält.

        Dieser Film wurde hölzern stilisiert, damit im Endeffekt das meiste schlüssig erscheint und auch der letzte Zuschauer (zum Beispiel das knutschende Pärchen in der letzten Reihe) weiß um was es geht. Es verwundert, dass ‚Firewall’ das erste Drehbuch von Joe Forte ist, das produziert wurde. Gerüchten zufolge sollen seine anderen Geschichten weitaus interessanter sein. Hoffentlich auch ein wenig besser durchdacht – das könnte ihnen nur gut tun.
      • | FAZIT

      • Solides Actiondrama, bietet nicht viel Neues, aber gute schauspielerische Leistungen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 5.5/10 (19 votes)

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