1966 geht Basketballtrainer Don Haskins mit einem Team schwarzer Spieler ins Finale der amerikanischen NCAA-Meisterschaften. Die gegnerische Mannschaft aus Kentucky besteht nur aus weißen Spielern. Die Außenseiter-Mannschaft der Texas Western Miners gewinnt sensationell. Diese wahre Geschichte markierte einen Wendepunkt im amerikanischen Sport, der damals noch stark von Rassentrennung geprägt war.
Der weiße Don Haskins hatte den Auftrag, aus dem unbedeutenden College-Team der Texas Western University in El Paso eine Top-Mannschaft machen. Doch gute weiße Basketballer hatten keinerlei Interesse, in El Paso zu versumpfen. So schwirrte Haskins mit seinen Helfern nach Norden aus, um in den großen Städten schwarze Talente beim Straßen-Basketball zu finden. Nicht nur in Texas werden die neuen Spieler von El Paso bald misstrauisch beäugt.
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| FILMKRITIK
In seinem Regiedebüt verfilmt James Gartner eines dieser historischen Kapitel im amerikanischen Sport, die einen enormen Einfluss auf das öffentliche Bewusstsein und die Überwindung der Rassentrennung haben sollten. Trainerlegende Don Haskins wurde 1997 in die Basketball Hall of Fame aufgenommen, weil er seit 1966 als Held gefeiert wurde: Seine Texas Western Miners gewannen in der damaligen Saison 27 Spiele und verloren nur eines, um dann die nationale Meisterschaft sensationell gegen die Favoriten aus Kentucky zu gewinnen.
Diese Erfolgsgeschichte führte dazu, dass schwarze Sportler auf amerikanischen Colleges kein Schattendasein als Außenseiter oder Ersatzspieler mehr führen mussten. Produzent Jerry Bruckheimer bewies schon mit „Gegen jede Regel“, dass er solche Stoffe für die Leinwand sucht: Dort setzte er mit Denzel Washington in der Hauptrolle einem schwarzen Footballtrainer ein Denkmal, der ein gemischtes Team gegen viele Widerstände zum Sieg führte. In der Tat sind das Publikum, die Öffentlichkeit auch in „Spiel auf Sieg“ schnell bereit, Schwarze zu akzeptieren, wenn sie den sportlichen Wettkampf gewinnen.
Der Film ist solides Mainstream-Kino, der das Übliche bietet, was amerikanische Sportlerfilme leisten: Talentierte, aber undisziplinierte Außenseiter werden einem harten Drill unterzogen. Sie haben nicht nur das schonungslose Training zu überstehen, sondern auch die moralischen Lektionen ihres Trainers, die vor jedem Spiel, in fast jeder Spielpause lauten: Respekt, Hingabe, Leistung, Teamgeist. Amerikaner mögen so etwas, und deswegen sind ihre Sportlerfilme auch oft gelungen und spannend.
Gesellschaftliche Vorurteile und Anfeindungen, so der Trainer, sollen die Spieler eher noch motivieren, es allen im Wettkampf zu zeigen.
Der aus der Werbung stammende Regisseur versteht es, in „Spiel auf Sieg“ mit all diesen Zutaten, die leicht ins Kitschige abrutschen können, spannend und bekömmlich zu jonglieren: Bevor eine moralisch große Ansprache des Trainers, eines Spielers, der geduldigen Ehefrau zu peinlich werden kann, gibt es einen Wechsel zum nächsten Match. Immer stehen die Spiele im Mittelpunkt, mit Nahaufnahmen und schnellen Schnitten adrenalinsteigernd inszeniert. Die schwarzen Spieler bringen, anfangs gegen den Willen des Trainers, fantasievolle Kreativität in die Halle, die dem bis dahin üblichen klassischen Stil des College-Basketballs widerspricht.
Die Feindseligkeiten gegen die aufstrebenden schwarzen Außenseiter werden zwar an vielen Beispielen gezeigt, gelangen aber nicht in den Mittelpunkt. Auch die Charaktere erhalten wegen der schnellen Szenenwechsel nur wenig Gelegenheit, sich zu entfalten. Man erfährt nicht allzu viel über die Spieler, außer dass einer eine behütende Mutter, der andere ein krankes Herz hat. Auch Josh Lucas als Trainer mimt nicht den Bürgerrechtler, vielmehr bleibt er glaubwürdig in der Rolle eines Mannes, dem nur der sportliche Wettkampf, nicht die Hautfarbe seiner Mannschaft wichtig war. Auch in seinem gemischten Team gibt es Spannungen, je mehr es zu Übergriffen von außen auf die schwarzen Spieler kommt. Deswegen lässt Haskins im Finale nur schwarze Spieler antreten, um sie zusätzlich zu motivieren.
Am spannendsten sind in „Spiel auf Sieg“ die Basketball-Begegnungen der verunsicherten Neulinge gegen die sehr selbstbewussten weißen Klasse-Mannschaften. Da bekommt man als Zuschauer eine Ahnung davon, wie schwer es psychologisch werden kann, gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner anzutreten. Ansonsten aber ist „Spiel auf Sieg“ ein nicht allzu ehrgeiziger Film, solide, ehrlich, durchschnittlich.
| FAZIT
Solides Sportlerdrama über ein historisches Kapitel im amerikanischen College-Basketball, das die Rassentrennung überwinden half.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung