Thriller,
Drama,
Komödie,
Krimi
| Deutschland / Irland / USA 2005
| INHALTSANGABE
Julian Noble ist als Auftragskiller in den Metropolen der Welt unterwegs. An einer Hotelbar in Mexico City lernt er den biederen Geschäftsmann Danny kennen. Dieser lässt sich ernsthaft auf ein Gespräch ein und erzählt Julian, dass er sein Kind vor drei Jahren verloren hat. Julian versteht sich nicht auf emotionalen Dialog und antwortet mit einem Witz. Danny ist schockiert.
Julian bittet Danny um Verzeihung, denn er sehnt sich nach einem Freund. Umgekehrt ist Danny sehr angetan von dem flotten Mann von Welt, und bewundert sogar seinen Job als Killer. Monate später besucht Julian seinen Freund und dessen Frau in Denver: Er steckt in einer beruflichen Krise, zeigt Nerven und schafft es nicht mehr, die Aufträge auszuführen. Jetzt soll er selbst eliminiert werden. Es sei denn, Danny hilft ihm ...
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| FILMKRITIK
Ein Buddy-Movie als schwarze Komödie und Bond-Parodie in einem: In „Mord und Margaritas“ spielt Pierce Brosnan einmal nicht den 007-Agenten, sondern als Julian eine ziemlich abgewrackte Version des coolen Draufgängers. Zielsicher peilt er im Fadenkreuz seines Gewehrs die Opfer an, und peng. Dann sitzt er im Flugzeug, trinkt in Hotelbars seine Margaritas, oder legt schöne Frauen flach. Und trotzdem ist er ständig von Einsamkeit und Lächerlichkeit bedroht. Mit wem soll er in Kontakt treten, wenn er in seinem Job gelernt hat, nichts zu empfinden?
Pierce Brosnan zeigt hier ein beachtliches Talent zur komischen Rolle und auch zur Selbstironie. Er kann als Julian befreit alle Register ziehen vom übertrieben harten Kerl, dem von Pech verfolgten Charmeur bis zum Gesprächspartner, der nicht versteht, warum er deplatziert wirkt. Herrlich, wie er, mit durchtrainiertem Körper und nur einem schwarzem Slip bekleidet, in Halbstiefeln zwischen den Hotelgästen zum Pool stakst!
Für den braven Danny, gespielt von Greg Kinnear, sind Kummer, Leid und Sorgen keine Fremdwörter. Aber er hat seit vielen Jahren eine Frau und ein Zuhause, wovon Julian nur träumen kann. In Mexico City besuchen die beiden einen Stierkampf. Danny glaubt zunächst nicht, dass Julian wirklich als Killer arbeitet, und fordert einen Beweis: Ein beliebiger Zuschauer soll ermordet werden. Während der Matador sich in der Arena auf den tödlichen Stoß mit dem Degen vorbereitet, zeigt Julian seinem Freund, wie man Wachleute ablenkt, zückt ein Messer, und folgt dem Zuschauer auf die Toilette. Danny schreit, Julian lässt das Ganze als Witz enden, und beide lachen sich halbtot. Zu Hause in Denver wird Danny sich dann einen Schnurrbart wachsen lassen, genau wie Julian.
Julian ergeht es in Manila und in Budapest aber nicht so gut: Im Fadenkreuz sieht er im entscheidenden Moment nicht mehr sein Opfer, sondern sich selbst, mal als Kind, mal als Mann, der voller Angst die Hände über den Kopf hält. Er versagt. Als er in Denver bei Danny auftaucht, sind die Killer hinter ihm her. Ob Danny, sein einziger Freund, ihm helfen will? Mit dessen Frau versteht sich Julian auch sehr gut, und wieder wird viel gekichert und getrunken. Danny will Julian helfen, und muss ihn bald schon enorm motivieren, nicht wieder zu versagen.
Die Bond-Persiflage und die Freundschaft der beiden ungleichen Männer sind gespickt von flotten, selbstironischen Sprüchen. Etwa, als Danny wieder einmal an der Ernsthaftigkeit von Julians Worten zweifelt, und dieser antwortet: „Ich bin so ernst wie ein Erektionsproblem!“ Oder als Julian in Dannys Heim nach einem entspannten Abend zu dritt meint: „Als nächstes werden wir unsere Frauen tauschen.“
Regisseur Richard Shepard schätzt kantige oder schräge Stoffe für Independentfilme. Dass Pierce Brosnan derjenige sein wollte, der die Rolle des Auftragskillers gegen den Strich bürstet, brachte dem Film ein höheres Budget ein. Brosnans unbändige Lust am Spielen ist aber der Hauptgewinn in dieser augenzwinkernden Komödie.
| FAZIT
Augenzwinkernde, schwarze Komödie mit einem Pierce Brosnan, der sein Bond-Image lustvoll gegen den Strich bürstet.
| BEWERTUNG
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