Buttermaker säuft und flucht. Und soll jetzt einer völlig unfähigen Kindermannschaft Baseball beibringen und sie durch die Saison führen. Denn früher mal war er Profi gewesen – jetzt hat er dazu überhaupt keinen Bock mehr.
Doch langsam kommt er den Kindern näher, und er verspürt so etwas wie Ehrgeiz. Zumindest will er nach ersten katastrophalen Auftritten auf dem Spielfeld nicht gleich aufgeben. Er holt seine vor drei Jahren sitzengelassene Tochter ins Team – sie kann gut werfen – und einen jungen Rabauken, der gut schlagen kann. Und es geht aufwärts mit den Bears, sie spielen sogar um die Meisterschaft – ausgerechnet gegen die Erzrivalen Yankees, deren Trainer von unbedingtem Siegeswillen besessen ist.
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| FILMKRITIK
„Bad News Bears“ hat zwei Patenonkels: „School of Rock“, ebenfalls von Regisseur Richard Linklater, in dem ein absoluter Verlierer auf unkonventionelle, ja abwegige Weise einen Haufen Kinder zum Erfolg, naja, zur Anerkennung führt. Und „Bad Santa“, ebenfalls geschrieben von Glenn Ficarra und John Requa, ebenfalls mit Billy Bob Thornton in der Hauptrolle eines fluchenden, saufenden, rauchenden Kinderschrecks.
Linklater kann seine Kinderschauspieler gut führen, in „School of Rock“ hat sich das schon erwiesen, er lässt sie in lange Einstellungen ganze Baseball-Spielzüge durchspielen. Er hat ein perfektes Team aus Schauspielern und jungen Baseballern gefunden. Und Linklater hat nicht nur ein Gespür für seine Schauspieler, ob jung oder alt, sondern auch dafür, die Spannung zu halten zwischen deren lockerem Spiel und der lässigen Atmosphäre einerseits und andererseits einer straffen Inszenierung und dem perfekten Timing der Gags.
Thornton spielt Buttermaker, der – in der Originalversion – kräftig das F-Wort benutzt, auch und gerade in Gegenwart der Kinder (und der in der deutschen Fassung etwas lasch synchronisiert wurde). Im ersten Bild, das wir von ihm sehen, wird er von Ratten angekündigt, er ist Kammerjäger. Seinen Lebenshöhepunkt hat er schon lange hinter sich: Er war mal 1984 für fünf Minuten in der Baseball-Major-League. Jetzt soll er gegen Geld ein vollkommen gehandicaptes Jugendteam coachen und gerät damit hinein in die Welt der ehrgeizigen Eltern, die ihre Kinder von Erfolg zu Erfolg, von Sieg zu Sieg pushen wollen.
Sein Team aber besteht aus einem Armenier mit unaussprechlichem Namen, Mexikanern, die nur Spanisch sprechen, einem Fettwanst auf Atkins-Diät (soviel wie möglich essen, um den Stoffwechsel anzuregen), einem Hänfling, der die Baseball-Bescheinigung vielleicht mal fürs College braucht, schließlich aus einem Querschnittsgelähmten im Rollstuhl. Das ist kein Gewinnerteam, und am Anfang sind sie sich nur darin einig, schnellstmöglich mit dem Baseball aufhören zu wollen. Doch die Abstimmung der Kinder lässt Buttermaker nicht gelten: Das ist eine Diktatur, und ich bin der Diktator. Jetzt geht raus und spielt!
Ray Bullock, der voll Vaterehrgeiz die Yankees betreut, ist der direkte Gegner des Laissez-Faire-Coaches Buttermaker, der zunächst völlig unlustig an die Sacher herangeht, der die Kinder einsetzt als billige Arbeitskräfte beim Austreiben von Ungeziefer. Und der, zusammen mit den Kindern, einiges lernt über Teamgeist – freilich ohne dabei ein komplett geläuterter Charakter zu werden. Auch das hat „Bad News Bears“ mit „School of Rock“ gemeinsam: Dass die Protagonisten, die zu Anfang vollkommene Loser sind, lernen, Verantwortung zu übernehmen, aber nicht in der Weise, wie es der Konvention entsprechen würde.
Baseball ist (neben Football) das amerikanische Spiel überhaupt. Und Sportfilme wollen immer etwas lehren über den Zustand der Gesellschaft, sie wollen Moral und Charakter bilden: Eine Spielsaison als parabelhafte Lehrstunde für das Leben. „Bad News Bears“ ist solch ein Sportfilm – doch er vertritt nicht blind die Werte von Aufstieg und Erfolg, vielmehr stellt er verschiedene Positionen nebeneinander. Deshalb stellt Linklater Aussagen gegeneinander, ohne sie offen zu kommentieren: „Du musst lügen, dass sich die Balken biegen: Das hier ist Amerika!“ „In Zeiten des Terrors gibt es drei Dinge, die uns verbinden: Die Gnade des Herrn, unsere Helden in Übersee und Baseball!“ „So etwas nennt man moralischen Sieg. Nicht so gut wie ein richtiger Sieg, aber immerhin“. Und am Ende wehen die Stars und Stripes über eine kunterbunte Verlierertruppe, die einiges gewonnen hat.
| FAZIT
Baseball mit vorpubertären Kindern und einem unflätigen Trainer: Ein witziger Sportfilm, ohne auf die Spur von Klischee und Siegesmoral einzuschwenken.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung