André träumt von einem Leben als reicher Geschäftsmann in Amerika. Doch trotz einer Green Card, die er gewonnen hat, geht so ziemlich alles schief, was er anfasst. Seine Träume zerplatzen und der Einwanderer aus Nordafrika sitzt mit einem Haufen Schulden in Paris und wird von seinen Gläubigern bedroht. Verzweifelt will er von einer Brücke springen, doch da entdeckt er eine junge Frau - gutaussehend, blonde Haare, lange Beine und gut einen Kopf größer als er – die sich ebenfalls umbringen will. Als Angel-a springt, rettet André ihr das Leben. Von da an weicht sie nicht mehr von seiner Seite.
Angel-a beschützt André und besorgt Geld, um seine Schulden zu bezahlen. Dank ihrer Hilfe lernt er, aus sich herauszukommen und sich zu wehren. Und er lernt, sich selbst zu lieben – und findet Gefallen an Angel-a. Mit der Zeit wird er immer neugieriger, warum sich eine Schönheit wie Angel-a ausgerechnet für einen kleinen, unsicheren und erfolglosen Gangster interessiert. Entgegen der Bestimmungen lüftet sie ihr Geheimnis: Sie ist sein Schutzengel. Doch je besser André lernt, mit sich und der Welt umzugehen, desto schneller nähert sich Angel-as Auftrag seinem Ende.
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| FILMKRITIK
Was sich zunächst wie eine Begegnung zweier Menschen ausnimmt, entpuppt sich bald als Dreiecksgeschichte. Denn ohne die Stadt Paris – als Folie, als Hintergrund, als entscheidender Handlungsort – ist „Angel-a“ nicht denkbar. In betörenden Bildern in Schwarz-Weiß setzt Kameramann Thierry Arbogast ihre Bauwerke und Straßen, Nachtclubs und Restaurants in Szene. Verbindendes Element sind die Brücken: auf der Flucht vor seinen Gläubigern überquert André sie mit seiner Partnerin in Eile, auf der Suche nach seinem Ich sind sie Orte der Reflexion. Immer wieder die gleiche Einstellung, immer wieder stehen André und Angel-a redend am Geländer, betrachten die Seine, symbolischer Ort des drohenden Todes und der Wiedergeburt der beiden Hauptfiguren. „Angel-a“ ist eine Hommage an die Geburtsstadt des Regisseurs Luc Besson, an ihre Nächte, ihre Straßen, ihre Menschen, ihre dauernde Bewegung.
„Angel-a“ ist aber auch eine Liebesgeschichte. Voller Pathos holt der Engel den frustrierten André ins Leben zurück, bewahrt ihn vor dem Tod, beschützt ihn vor seinen Widersachern. Als ihr Auftrag beendet scheint, steht sie vor einem Problem: soll sie, gemäß dem göttlichen Plan, André sich selbst überlassen, oder soll sie zum gefallenen Engel werden und bei dem Mann bleiben, in den sie sich verliebt hat? Was voller Witz und subtiler Anspielungen auf Angel-as Engelsdasein begann, entwickelt sich viel zu schnell zu einem überfrachteten Liebesfilm. Mit der Holzhammermethode will Besson dem Zuschauer zeigen, worauf es im Leben ankommt: Ehrlichkeit, Vertrauen in sich selbst und andere, und natürlich Liebe. Gemeinsam mit dem Engel in den Spiegel blickend erkennt André, über welche inneren Werte er verfügt, von Angel-as nicht endendem Redeschwall motiviert, traut er sich schließlich, seinen Widersachern die Meinung zu sagen, zu sich selbst zu finden und ein freier, glücklicher Mensch zu werden. Während Komiker Jamel Debbouze seiner Rolle einige Zwischentöne entlocken kann, überzeugt Topmodell Rie Rasmussen vor allem als Draufgängerin, weniger jedoch als empfindsames Wesen aus dem Jenseits.
| FAZIT
Großartig fotografierte und in Szene gesetzte Liebesgeschichte, deren Inhalt nicht an die visuelle Perfektion heranreichen kann. Jede Subtilität wird durch das Dauergeplapper der Figuren verhindert.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung