Ted ist begeisterter Museumsführer. Doch den Kindern ist der alte Krempel zu langweilig. Weil sich auch sonst kaum mehr dafür interessiert und der fiese Sohn des Besitzers ein Parkhaus draus machen will, muss Ted nach Afrika reisen, um eine riesige Affenstatur als rettende Attraktion aufzutreiben. Dort findet er aber nur ein klitzekleines Figürchen – und den kecken Schimpansenjungen Coco. Das schließt Ted, nachdem es ihm seinen Hut gemopst hat, sofort ins Herz, weshalb es ihm bis nach New York folgt.
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| FILMKRITIK
Also, putzig ist er schon, der kleine Affe Coco. Ausgedacht hat ihn sich das Schriftstellerehepaar Margret und H.A. Reys (letzterer wird als Name des Schiffes verewigt, mit dem Ted und Coco über den Atlantik reisen.) Ihr Bücher um den lustig-patschigen Minischimpansen sind in Millionenauflage zum Spaß für Groß und Klein geworden.
Und es geht einem auch das Herz auf, wenn Coco zu Beginn des Films im Affenzahn seine fröhlichen Streiche spielt. Dazu der Titelsong von Jack Johnson („Upside Down“), der die Lieder extra für den Film geschrieben hat. Die sind schon fast zu gut – einfach weil sie von dem üblichen Einheitsgedudel herausstechen und so vom Film schon mal ablenken können.
Denn so hundertprozentig gelungen ist „Coco, der neugierige Affe“ nicht. Die Zeichnungen sind zwar angenehm unaufgeregt, gute alte 2D-Animation eben, die mitunter auch arm an Details ist. Das Gestaltungskonzept der Figuren überzeugt freilich, nur ein paar Stricke braucht es für Coco und Ted und all die anderen. Sehr schön sind dazu die Farben und das Licht. Auch die quirligen Bewegungsabläufe machen Spaß.
Trotzdem hat man das Gefühl, so ganz haben Regisseur Matthew O’Callaghan und seine Produzenten dem guten alten Zeichentrick nicht getraut. Ein bißl hektisch, mitunter gar hysterisch gerät die Action. Und ein wenig PC-Animation muss dann doch noch rein. Vertrauen und vor allem Gelassenheit hätten gut getan.
Gleiches gilt für die Geschichte. Moderne Technik hält Einzug, so wenn Ted im Dschungel mit dem Handy telefoniert und seinem Chef damit ein Bild von der kleinen Statue schickt, die diesem daheim als gigantisches Monument erscheint – womit die Probleme dann so richtig losgehen. Das hat noch Witz, trifft auch mittlerweile den Erfahrungshorizont. Selbst wenn Fotohandys in Kindergeschichten erstmal gewöhnungsbedürftig scheinen mögen.
Doch dann kommen wir irgendwann zum Erfinder Clovis, der da irgendwie fürs Museum arbeitet (so richtig etabliert wird die Figur nicht) und mit seinen Robotertieren und einem Hologramm-Projektor einfach ein unnötige Futurismuskomponente reinbringt und die Handlung ein wenig beliebig werden lässt.
Die anderen Standartmomente werden zudem zu hurtig durchgehechelt. Alles wendet sich zum Schlimmen, Ted verliert den Job und lässt seinen Freund Coco von Tierfängern abholen – um ihn dann sofort zu vermissen und sich auf die Suche nach ihm zu machen. Und zuletzt lösen sich alle Probleme innerhalb von dreißig Sekunden in Wohlgefallen auf. Das wirkt schon fast wie eine Parodie auf derlei Kinderabenteuer.
Dass das alles aber keine Lieblosigkeit oder kalte Kalkulation ist sondern bloß ungelenkes Schnell-Schnell zeigt sich in den Details der Story: die ungemein lustigen, originellen und sympathischen Haupt- und Nebenfiguren (bis hin zum runnig gag, einem New Yorker Taxifahrer, der immer alles schon mal gesehen hat). Für die hat es Zeit, für anderes dann nicht. Zum Beispiel die herzenswarm verdruckste Liebelei zwischen Ted und der hübschen Lehrerin.
Dafür ist der Wortwitz erstaunlich zündend, ohne dabei zum Selbstzweck zu verkommen. Insbesondere beim linkischen Chaoten Ted: Den lassen seine launigen Selbstreden und ironische Schlagfertigkeit zu einem wirklich runden Charakter werden, von dem sich so manche Realfilmtölpel noch was abkucken können.
„Coco, der neugierige Affe“ ist kein Meilenstein des (Kinder)Films. Auch mag er eher Nummernrevue ohne großen Sinn geworden sein als eine durchgehende Geschichte aufweisen. (Zum Ausgleich wird die obligatorische Moral auf ein wohltuendes Minimum beschränkt.) Ein gelungener Kinospaß ist er jedoch allemal geworden, dieser flinke, lustige und liebenswerte Film. Vielleicht ja auch gerade, weil er nicht perfekt ist.
| FAZIT
Die Zeichentrickverfilmung des Kinderbuchklassikers um den drolligen Affen und „seinen“ liebenswert chaotischen Museumsangestellten Ted ist hier und da zu quirlig geraten, macht das aber mit allerlei Witz und tollen Songs wett.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung