Die amerikanischen College-Freunde Paxton und Josh reisen gemeinsam mit ihrem neuen Kumpel, dem Isländer Oli, durch Europa. Möglichst viel wilden Sex zu haben, ist das erklärte Ziel. Schließlich ist man nur einmal jung. In Amsterdam bekommen sie von einem Zuhälter einen Geheimtipp. Die heißesten und schönsten Frauen warten in der Slowakei, genauer, in Bratislawa auf sie. Insbesondere Amerikaner sind dort sehr begehrt.
Wie begehrt, das stellen sie schnell fest. Denn die etwas abwegige Reiseroute scheint sie tatsächlich mitten ins Paradies zu führen. In dem Hostel, in dem sie unterkommen, wimmelt es nur so vor Traumfrauen, die ihnen zu Füßen liegen. Nachts feiern sie eine wilde Party, die in den Betten ihrer neuen Bekannten Natalya und Svetlana endet. Am nächsten Morgen allerdings ist Oli verschwunden.
An der Rezeption erhalten sie die Information, ihr Freund habe bereits ausgecheckt. Und eine andere Backpackerin erzählt ihnen, auch ihre Freundin sei plötzlich nicht mehr da. Reichlich verwirrt begeben sich Paxton und Josh auf einen Spaziergang durch die Stadt, bis sie einem Fremden begegnen, der Olis Jacke trägt.
Sie beschließen, am nächsten Tag ohne den vermissten Freund weiterzureisen, lassen sich aber von Natalya und Svetlana zu einer weiteren wilden Party überreden. Dort wird Paxton aus Versehen in den Lagerraum gesperrt. Und als er am nächsten Morgen ins Hostel zurückkommt, ist man an der Rezeption reichlich verwirrt. Er habe doch bereits ausgecheckt? Und Josh? Ja, der ist auch nicht mehr da... .
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| FILMKRITIK
Ein fröhliches Pfeifen, Blut und Zähne, die in den Abfluss gespült werden. Schon der Vorspann lässt erahnen, in welche Abgründe menschlicher Perversion der Film steigen wird. Und, am besten sagt man es gleich vorneweg:
„Hostel“ ist nichts für schwache Nerven. Genauer gesagt: Hannibal Lectors kulinarische Orgien sind ein Kindergeburtstag gegen das, was den Zuschauern hier serviert wird. Denn der kultivierte Kannibale wusste das Töten immerhin noch stilvoll zu verpacken und mit einem Glas Chianti zu genießen. Zu den Weintrinkern gehören die Schlächter dieses Films allerdings nicht. Eher zu den Handwerkern.
Da wird gebohrt, gesägt, gehobelt. Geschnitten, gepeitscht, zerhackt. Der menschliche Körper präsentiert sich in seiner ganzen verletzlichen Weichheit; er ist dehnbar, brennbar, zerstörbar und verspritzt dabei jede Menge Blut. Aber, und das ist wichtig, nie in übertriebener Weise. Alles, was der Film zeigt, ist – zumindest für Laien – ziemlich realistisch. Und das ist das eigentlich quälende an „Hostel“. Es ist nicht eben unwahrscheinlich, dass die im Film gezeigten Handlungen irgendwo in dieser Welt tatsächlich stattfinden.
Für Geld kann man schließlich alles kaufen. Und da es Menschen im Überfluss gibt, sicher auch die. Wo Nachfrage herrscht, gibt es schließlich immer auch einen Markt. Und solange Triebe und die Sehnsucht nach der ultimativen Macht nicht aussterben, wird dieser ganz spezielle Markt auch weiterhin existieren.
In „Hostel“ werden dem Zuschauer die geschichtlich erinnerbaren Ausschweifungen der Menschheit gleich in zweierlei Form präsentiert. Zum einen gibt es da den verhinderten Chirurgen, der seine Leidenschaft nun an seinen gekauften Opfern austobt und dabei dem filmgeschichtlichen Klischee-Bild eines KZ-Arztes entspricht. Und zum anderen wird dem Betrachter der kurze Blick in ein Foltermuseum gewährt. Dabei kann man so ganz nebenbei den grausigen Schluss ziehen, dass der Fortschritt auch bei den Folterinstrumenten nicht halt gemacht hat.
Dass Menschen foltern ist also keinesfalls neu. Dass sie es aus lauter Vergnügen tun, sicherlich auch nicht. Dass sie es aber gegen Bezahlung unter Absicherung durch Polizeischutz tun, will man sich lieber nicht zu genau vorstellen. Vor allem dann nicht, wenn man vorhatte, selbst mal wieder eine nette kleine Backpacker-Tour zu machen.
In seinem Genre funktioniert dieser Film. Er ist spannend, die Schauspieler sind gut, die Geschichte in sich geschlossen. Man kann sich gruseln, man kann sich ekeln und hinterher im Sonnenschein stolz von sich behaupten, alles mit stoischer Gelassenheit ertragen zu haben. Ganz im Gegenteil zu den Protagonisten. Sie schreien, sie kreischen, sie betteln, sie flehen – und müssen doch sterben.
| FAZIT
Ein gelungener Film für Zuschauer, die ekelerregende, grausame und blutige Unterhaltung bevorzugen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung