FILM REVIEW | The Sentinel - Wem kannst du trauen?
The Sentinel - Wem kannst du trauen?
Thriller
| USA 2006
| INHALTSANGABE
Pete Garrison ist als Agent des Secret Service für den Schutz der First Lady zuständig. Gemeinsam mit dem restlichen Stab klopft er jeden Auftritt des Präsidentenpaares unter Sicherheitsaspekten ab. Bevor die First Lady einen Raum betritt, hat Garrison bereits einen Blick hinter die Tür und in die Schränke geworfen. Dass er eine Affäre mit der First Lady hat, bleibt einem seiner Informanten nicht lange verborgen. Er erpresst Garrison mit eindeutigen Fotos.
Der Informant aber weiß auch, dass es einen Verräter in den Reihen des Secret Service gibt, der den Präsidenten einer Gruppe von unbekannten Attentätern ausliefern will. Bevor Garrison den Namen des Verräters erfährt, halten ihn seine Kollegen selbst dafür. Derweil wird der Präsidentenhubschrauber von einer Rakete getroffen: Nur zufällig war er ohne Passagiere unterwegs. Garrison entkommt dem Secret Service, um die Attentäter auf eigene Faust zu jagen. Auf einem Gipfeltreffen in Toronto droht neue Gefahr.
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| FILMKRITIK
„The Sentinel“ ist ein hochkarätig besetzter, solider Mainstream-Thriller. Michael Douglas als Pete Garrison und seinen Kollegen in guten Anzügen stehen die schwarzen Sonnenbrillen und die Headsets, über die ständig knappe Funksprüche ausgetauscht werden. Kim Basinger als feminine First Lady, Kiefer Sutherland als Garrisons Kollege und Rivale David Breckinridge, und schließlich „Desperate Housewives“-Star Eva Longoria als Secret-Service-Neuling machen ihren Job zum visuellen Vergnügen.
Der Secret Service, sozusagen die präsidentielle Leibgarde, ist ein hochprofessioneller Agentenstab im Herzen der Paranoia. Die Crew plant aufs äußerste angespannt jeden Schritt des Präsidentenpaares bis zur Wagenkolonne voraus und erlaubt das Aussteigen erst wieder, als auch der letzte Verdächtige in der Menschenmenge überprüft worden ist. Amerika hat seine Erfahrungen. Das Büro von Ermittler Breckinridge ist gespickt mit üblen Drohbriefen. Und die Schritte der Agenten selbst werden von Regisseur Clark Johnson durch schwarz-weiße Videoaufnahmen ihrer Schritte unterbrochen. So ist von Anfang an klar, dass die Überwachung ihre Akteure einschließt.
Damit nimmt eine spannende Geschichte ihren Lauf, die die Neugier auf das Geheimnis hinter den Bildern schürt. Dass der präsidentielle Hubschrauber im Flug von einer Rakete getroffen wird, erinnert daran, wie nahe der 11. September den Feind an das Oberhaupt der Vereinigten Staaten brachte. Offenbar zieht dieser Schock noch Kreise. Hier wird der Präsident sogar nur durch eine Münzwurf-Entscheidung vor dem fatalen Flug bewahrt. Ein bisschen könnte man sich um die Kompetenz der Top-Agenten sorgen.
Pete Garrison aber hat das drauf, was die Idole des Genres kennzeichnet: seinen eigenen Leuten zu entkommen und im Hemd davonzulaufen, um vor ihnen am Ort des Verbrechens aufzukreuzen. Netter Einfall, dass er sich in einem ländlichen Tante-Emma-Laden an einen Computer mit Internetzugang setzt, um sich beim Secret Service einzuloggen. Die typischen Kameraeinstellungen, ein bis zwei Personen leinwandfüllend bis maximal Brusthöhe nahe zu bringen, vermitteln eine Glaubwürdigkeit, die Fragen erübrigt.
Es gibt also keinen Makel an diesem Film. Nur ist das Genre abgegrast wie kein zweites. Wer einen neuen Agenten- oder Polizeithriller ins Kino bringt, sollte diesen Schritt mit ein paar Extras begründen. Da war zum Beispiel mal der „No Way Out“-Wettlauf von Kevin Costner im Pentagon gegen den Aufbau seines eigenen Bildes am Fahndungscomputer. Etwas Vergleichbares wird hier nicht geboten.
| FAZIT
Solider Mainstream-Thriller mit Michael Douglas als gejagtem Beschützer des Präsidenten.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung