FILM REVIEW | Science Of Sleep - Anleitung zum Träumen
Science Of Sleep - Anleitung zum Träumen
Drama,
Fantasy
| Frankreich 2005
| INHALTSANGABE
Als Stéphane nach dem Tod seines Vaters nach Frankreich zurückkehrt, um dort einen von der Mutter vermittelten Job anzunehmen, hätte er es sich nicht träumen lassen, dass sich die Arbeit als langweilig und ausgerechnet die hübsche Nachbarin Stéphanie als höchst interessant herausstellen würden.
Ach, das Leben könnte so schön und einfach sein, wenn Stéphane nicht so schüchtern und verschlossen wäre. Also verkriecht er sich lieber in seiner bunten Fantasiewelt, in der sich alles nach seinen Wünschen gestalten lässt. Doch leider verschwimmen die Grenzen von Realität und Traum und bald weiß Stéphane nicht mehr so recht, welchen Wahrnehmungen er trauen kann.
Sein Leben wird zunehmend komplizierter, als seine Fanasien auch in seinen Alltag eingreifen, ohne dass ihm das bewusst wäre. Und so verstrickt er sich immer mehr in seinem Netz aus erträumter und realer Welt, ohne zu begreifen, dass er kurz davor ist, die zauberhafte Stéphanie wieder zu verlieren.
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| FILMKRITIK
Ein Metropolis aus Pappe, ein galoppierendes Stoffpferd, plätscherndes Zellophan und Watte, die beim Treffen des richtigen Akkords zu schwebenden Wolken wird. Es ist eine bunte Welt, die Michel Gondry für seinen Film „The Science of Sleep“ entworfen hat. Eine Welt, in der wirklich alles möglich und doch unmöglich ist.
In seiner erträumten Welt ist Stéphane Animateur und Showmaster, Multitalent und Herr und Meister. Beruflicher Erfolg, die Frau seiner Träume, alles ist schnell und einfach erreichbar. Aber eben doch nur in der erträumten Welt. Die Realität sieht da ganz anders aus. Den Tod des Vaters noch kaum verarbeitet, kehrt er nach jahrelanger Abwesenheit zur Mutter zurück. In ein nun fremdes Land, dessen Sprache er nicht wirklich versteht und zu einem Job, der ihn gleichzeitig unter- und überfordert.
Denn Stéphane ist ein kreatives Genie, an dessen Konstruktionen Buster Keaton seine helle Freude gehabt hätte. Ausleben lässt sich diese Kreativität jedoch nur in seinen Träumen oder eben mit Stéphanie, der erstaunlichen Nachbarin, der es als einziger zu gelingen scheint, Zugang zu seiner Traumwelt zu finden.
„Ich habe kein Glück in der Aktualität“ sagt er einmal, und genau aus diesem Grund zieht er sich mehr und mehr aus der Realität zurück, bis beide Welten miteinander zu verschmelzen scheinen und er selbst nicht mehr weiß, ob er gerade wach ist oder schläft. Zu einfach erscheint das eigene Leben, wenn man es als außenstehender Beobachter einer Fernsehshow betrachten kann.
„The Science of Sleep“ ist eine skurrile und bunte Reality-Show, die wirklich Spaß macht. Ob Traum oder Realität, immer wieder driftet die Welt in absurdes Chaos ab, und nicht selten muss sich auch der Zuschauer fragen, welchen Wahrnehmungen er nun trauen kann.
Die Geschichte eines einsamen jungen Mannes, der mit der Realität des Lebens kämpft wird dargestellt mit überbordender Fantasie und jeder Menge Humor. Zusätzlich ausgestattet mit einem Schauspieler wie Gael Garcia Bernal, wird „The Science of Sleep“ zu einem echten Erlebnis.
| FAZIT
Ein fantastisch-bunter, unterhaltsamer und intelligenter Film. Ein echtes Erlebnis.
| BEWERTUNG
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