In einem Dorf in Brandenburg sind Markus und Ella glücklich verheiratet. Als Markus aber übers Wochenende mit der Freiwilligen Feuerwehr zu einem Schulungswochenende wegfährt, beginnt er unversehens eine Affäre mit Rose – ohne seine Frau weniger zu lieben. Eine Dreierkonstellation, die zur Tragödie wird.
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| FILMKRITIK
Kleine Dramen werden am besten mit kleinen Mitteln erzählt. Eine einfache Geschichte, Laiendarsteller – aber eine Inszenierung, die weiß, wohin sie will, und die weiß, wie sie dahin kommt. Das ist das Rezept für wirkungsvolles Kino, das einen Blick auf den Alltag im Dorf in der Provinz wirft: eine tragische Dreiecksgeschichte, die so wirklich hätte passieren können – und wahrscheinlich schon häufig passiert ist.
Wie genau der Alltag aufgenommen ist: der Feuerwehrabend mit unbeholfenen Reden, mit Männern mit Glatze und Bierbauch, mit viel Bier und Schnaps. Oder der Kaffeeklatsch mit Gesprächen über die Qualität von Kaffee und Kuchen, der Grillabend mit der Familie, die gerne mal aneinander vorbeiredet: Alles wird so echt, wie es nur die Improvisation von Darstellern leisen kann, die ähnliches selbst kennen, die sich mehr oder weniger selbst spielen – und die zielgerichtet angeleitet werden in ihrem Spiel. In langen Proben haben die Hauptdarsteller, die zuvor nie in Film und Fernsehen aufgetreten sind, ihre Rollen erarbeitet, und sie schaffen es, ihre Figuren so anzulegen, als seien sie eins zu eins deckungsgleich mit der Wirklichkeit. Der Film erinnert damit an „Der Wald vor lauter Bäumen“ von Marion Ade (der im Abspann gedankt wird), so liebevoll und dabei doch schonungslos blickt Valeska Grisebach auf das Leben und Leiden ganz normaler Menschen.
Eine unnennbare Sehnsucht steckt in ihnen, mit der sie nicht umgehen können, die sie erfüllen wollen, ohne sie erkennen zu können. Am Anfang findet Markus einen Unfallwagen, die Insassen wollten Selbstmord begehen, indem sie gegen einen Baum fahren; ein Motiv, das später wieder aufgegriffen wird, die Sehnsucht nach dem Tod, wenn die Sehnsucht im Leben nicht gestillt werden kann.
Dabei schließen sich Sehnsucht und Glück nicht aus, Ella und Markus erleben die große Liebe. Doch ohne sagen zu können wie tritt etwas anderes in Markus’ Leben, Rose, mit der er auch glücklich sein kann, ein anderes Glück.
Das Dreiecksverhältnis kann nicht bestehen bleiben, das altbekannte Drama um die Suchen nach Liebe und Glück geht seinen Gang, eine Geschichte davon, wie vieles gewollt und vieles verloren wird, heruntergebrochen auf das ganz normale Leben ganz normaler Leute. Der hohe Wiedererkennungswert macht die Qualität des Filmes aus, die intensive Nähe, die zu der Geschichte, zu den Figuren geschaffen wird. Und dann, am Ende, da wird diese kleine Geschichte – und das ist das allerbeste an diesem gelungenen Film – in den Himmel großer Tragödien gehoben, Kinder diskutieren als eine Art griechischer Chor auf dem Klettergerüst eines Spielplatzes das Geschehene und versuchen, es zu bewerten: War es Mut oder Dummheit, Romantik oder doch ganz einfach Schicksal?
| FAZIT
Eine große Tragödie bei ganz normalen Menschen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung