Mittwoch | 30. Mai 2012 | 09:24 Uhr
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  • FILM REVIEW | Camping sauvage
  • Camping sauvage

    Drama | Frankreich 2005
  • | INHALTSANGABE

  • Die 17-jährige Camille macht mit ihren Eltern Urlaub auf einem Campingplatz. Dort lernt sie Blaise kennen, Familienvater, über 40, der dort als Segellehrer arbeitet. Beide sind Außenseiter, und beide kommen sich näher. Doch erst Gerüchte um eine Liebschaft zwischen den beiden lässt ihre Leidenschaft füreinander so richtig entflammen.
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      • | FILMKRITIK

      • Im Mikrokosmos eines Campingplatzes entsteht eine wilde Liebe: Camille, 17 Jahre alt, flirtet mit dem neuen Segeltrainer Blaise, aus jugendlichem Übermut, um ihren Freund Fred eifersüchtig zu machen, dann auch aus pubertärem Widerspruchsgeist; denn natürlich sind ihre Eltern gegen jeden Kontakt mit dem älteren und etwas seltsamen Blaise. Zwei Ausgeschlossene finden sich: Camille schließt sich selbst aus, sie will nicht mehr dazugehören zum Urlaub mit den Eltern. Und Blaise wird ausgestoßen aus der Camper-Gemeinschaft, als Gerüchte aufkommen über eine zwar nicht verbotene, aber ungern gesehenen Liebe.

        Von Anfang an schwebt Unheil über dem Film, der Vater ist in Besitz einer Pistole, am Strand ist einmal ein Mann spurlos verschwunden; und Denis Lavant mit starrem, tief eingefurchtem Gesicht und tiefliegenden Augen passt offenbar nicht in die fröhliche Urlaubsgemeinde, er ist ein Verlierer, der keinen richtigen Job bekommt, der Frau und Kind nicht umsorgen kann. So einem kann man ja wohl nicht trauen.

        So werden Camille, die sich abnabeln will und demonstrativ ihre Gleichgültigkeit, ihre selbstgewählte Isolation vor sich her trägt, und Blaise, den die Vorurteile zum Paria machen, zueinander getrieben, eine self-fulfilling prophecy, dass sich beide ineinander verlieben. Und dann, irgendwann, kommt der Moment, an dem beide selbstverantwortlich handeln, an dem sie abhauen, an dem sie geradeaus in die Katastrophe schlittern, sehenden Auges.

        Eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1989 liegt dem Film zugrunde, die als Anlass genommen wurde, um diesen Trip einer Liebe in den Tod zu beschreiben – romantisch zunächst, dann immer trotziger und radikaler, mehr und mehr mit bitterem, fatalistischem Unterton.

        Konzentriert inszeniert entwickelt sich eine Atmosphäre des Zwanghaften, die eine wilde Liebe bis zum Ende begleitet, eine Liebe, die es den anderen zeigen soll, eine Liebe, für die die anderen der Katalysator sind, und deren Antrieb im Inneren von Camille und Blaise liegt.
      • | FAZIT

      • Ein Liebesdrama, mit den Mitteln eines Thrillers erzählt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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