Leila hat ein geregeltes Sexleben: Wenn ihr ein Mann in der Disco gefällt, geht sie mit ihm ins Bett; oder stellt sich einfach mit ihm in einen Hinterhof. Dann aber lernt sie David kennen, mit dem sie eine für beide sehr befriedigende Affäre beginnt. Doch sie merkt, dass es mit ihm anders ist, dass da Gefühle sind, Gefühle, mit denen beide nicht umgehen können. Nachdem Davids Vater gestorben ist und sich Leilas Eltern im Scheidungskampf befinden, trennen sie sich. Doch voneinander lassen können sie nicht.
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| FILMKRITIK
Gefickt hat sie schon häufig, aber geliebt hat sie noch nie. Als Leila David trifft, ist sie verwirrt, denn nun muss sie mit ihrer Verliebtheit zurechtkommen. Doch die Blockade in ihr, die ihr Innerstes verschließt – auch und vielleicht gerade beim Sex, wo es nur um Körperlichkeit geht – kann nicht einfach so verschwinden.
Intimität beim Sex ist etwas anderes als Intimität in einer Beziehung, und David und Leila können nicht damit umgehen, dass sie nun, da sie immer aneinander denken müssen, sich dem anderen gegenüber ganz öffnen können müssen. Dann, als sie wieder getrennt sind, leiden sie an der Separation, sie müssen ihre innere Hemmung überwinden, um wieder zueinander zu finden, eine Hemmung im Seelischen bei Menschen, die nie körperliche Hemmungen gehabt haben.
Beinahe pornographisch ist der Film, eine sexy Liebesgeschichte nennt sie der Regisseur – doch bis zum Äußersten geht er nicht, wirklich explizit wird der Film nie, anders als etwas Michael Winterbottoms „9 Songs“. Das schädigt den Film, der eine gewisse Zurückhaltung an der Tag legt, wo sie seinen Protagonisten doch ganz fehlt. Und weit bis zur wirklichen Pornografie – die ja auch ästhetisch sein kann und nicht immer mit Ausbeutung zu tun haben muss, siehe Winterbottom – ist es ja nicht: Manchmal hätte es genügt, die Kamera um drei Zentimeter zu verschieben…
So hinterlässt „Lie with me“ einen zwiespältigen Eindruck, er läuft nicht die volle Bahn, und er gesteht seinen Figuren andererseits zwar psychologische Genauigkeit, nicht aber die dramaturgische und emotionale Tiefe zu, die eine rein romantische Liebesgeschichte gebraucht hätte.
| FAZIT
Liebesgeschichte mit viel Sex, der immer nur fast explizit gezeigt wird – und das ist in diesem Fall zuwenig.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung