Vier von zehn Männern und eine von zehn Frauen gehen regelmäßig fremd. Damit Geld zu verdienen findet Ray Elliot nicht etwa zynisch, sondern innovativ – seine gut gehende Firma Elliot Consulting liefert den Kunden das (fast) perfekte Alibi für jede „Wo warst du gestern abend so lange?“-Frage. Das Leben des „profesionellen Lügners“ wäre in bester Ordnung, wären da nicht ein paar zwielichtige Bekanntschaften aus Rays früherem Unterwelt-Leben und Wendell Hatch, der verwöhnte Sohn eines Stammkunden. Der hat kurz vor der Hochzeit aus Versehen seine Affäre umgebracht, und da Elliot-Consulting ihm das Alibi verschafft hat, ist die Polizei nun Ray auf den Fersen. Seine Verstrickungen in die Geschichte bleiben nicht lange unbemerkt, und bald bedrohen ihn auch noch der betrogene Freund der Toten und „der Mormone“, ein polygamer Auftragskiller, sowie ein ominöser Araber auf der Suche nach einem gewissen Jack McCadden, Elliots früherem Partner. Zum Glück gibt es da noch Rays neue Mitarbeiterin Lola, die nicht nur Elliots Kunden um den Finger wickelt.
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| FILMKRITIK
Es hätte auch schief gehen können. Ist es aber zum Glück nicht. Was sich hier wie die Inhaltsangabe eines typischen Klamauk-Thrillers à la „Nackte Kanone“ liest, haben die beiden Regisseure und ehemalige Werbefilmer Kurt Mattila und Matt Checkowski in einen stilvollen Genre-Mix verwandelt mit hohem Unterhaltungswert, Sprachwitz und einem Schauspieler-Ensemble, das routiniert mit den Rollenklischees spielt. Leichtfüßig springen sie zwischen schwarzer Komödie und Thriller-Verwirrspiel hin und her, ganz in der Tradition von Filmen wie „Der Clou“. Nur das Thema, das ist eben ein bisschen moderner – wobei die Seitensprünge nur den perfekten Anlass für ein großes Maskenspiel liefern.
„Das einzige Alibi, das hundert-prozentige Sicherheit bietet, ist der Tod“, verrät Ray einem Stammkunden. Doch so weit will er dann doch nicht gehen, dafür setzt er alle anderen Hebel in Bewegung, um die lückenlose Ausrede zu erfinden, unterstützt von einem ausgeklügelten Computersystem und unzähligen Mitarbeitern, die Sekretärinnen mimen, Kreditkarten fälschen und unter falschem Namen Hotelzimmer für die Kunden buchen. Doch in dem Moment, in dem etwas schief geht, gerät die ganze Alibi-Maschinerie gefährlich ins Schleudern. Um den Tod des Mädchens zu vertuschen, wendet sich Ray an zwei ehemalige Kollegen aus seinem Gangster-Leben – ein folgenschwerer Fehler, denn die ziehen einen ganzen Rattenschwanz an Personen aus der Halbwelt hinterher, die sich auf einmal alle wieder für Ray interessieren. Gekonnt verkörpert der Brite Steve Coogan die Mischung aus Unternehmer, Gentleman und Gangster, den nur seine hübsche Assistentin aus der Fassung bringen Doch je mehr Personen und Handlungsstränge aufeinander treffen, umso undurchschaubarer wird die Interessenlage, umso unklarer, wer in diesem Verwirrspiel eigentlich die Fäden in der Hand hält, und wer noch auf Rays Seite steht – arbeitet am Ende gar seine Assistentin Lola gegen ihn? Und was ist nur ein Alibi, was ist Realität? Da verliert selbst Unternehmenschef Ray irgendwann den Überblick.
| FAZIT
Gekonnt inszeniertes Maskenspiel, das gute Unterhaltung und Spannung bis zum Ende bietet.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung