Abenteuer,
Familie,
Komödie
| Deutschland / Großbritannien / USA 2006
| INHALTSANGABE
Bob Munro hat einen anstrengenden Job und eine Familie, die er kaum noch sieht. Die 15-jährige Tochter Cassie übt sich in lautstarker Abneigung, der 12-jährige Sohn Carl stylt sich nach Rapperart und droht ebenfalls, seinem Vater zu entgleiten. Bobs Frau Jamie freut sich auf den Urlaub am Strand von Hawaii. Doch dann muss Bob beruflich nach Colorado und den Urlaub streichen, denn sein Job steht auf dem Spiel.
Also mietet Bob ein Wohnmobil und drückt der schrecklich enttäuschten Familie einen Campingtrip nach Colorado aufs Auge. In der Enge des Fahrzeugs versucht er sich als Entertainer und tippt nachts heimlich seinen beruflichen Auftrag in den Laptop. Es gibt schlimme Probleme mit dem Wohnmobilklosett, Waschbären, dem Wetter, und dann hängt sich noch eine Bilderbuchfamilie an ihre Fersen: die Cowboyattrappe Travis Gornicke, seine blondgelockte Frau und die drei singenden Kinder. Bob und seine Familie haben eine gemeinsame Aufgabe gefunden: den Gornickes zu entfliehen.
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| FILMKRITIK
„Die Chaoscamper“ ist wieder eine auf Robin Williams zugeschnittene Komödie. Mit seinem gutmütigen, gequälten Lächeln und dem Willen, es allen recht zu machen, manövriert Bob seine Lieben und das überdimensionale Wohnmobil über steilste Klippen. Selbst aus dem Wasser eines Bergsees, in den das Fahrzeug versinkt, taucht er auf dem Sattel eines Fahrrads und behelmt wieder auf, weil er zum beruflichen Meeting fahren muss.
Eine Woche zu viert in einem Bus unterwegs durch schönste Berggegenden, das kann ja nicht so schwer sein. Wer allerdings zwei Minuten lang Cassies böse Zunge erlebt oder Carls gelangweiltes Maulen, der begreift, dass nur Robin Williams das Herz, die Seele und den Glauben an die Menschheit besitzt, um hier nicht aufzugeben. Selbst dann nicht, als er die Toilette entleeren muss unter den Augen von wartenden Campern. Nun ja, dass sich die Exkremente auf seinem Hemd und Haar niederlassen, ist etwas dick aufgetragen.
Waschbären im Auto, eine Stinkbombe und dann die penetranten Gornickes, die als fünfköpfige Familie Countrysongs zum Besten geben. Bob und die Seinen sind plötzlich auf der Flucht, und irgendwann brechen sie in dieses Lachen aus, das einen Nervenzusammenbruch bedeuten kann oder auch nur völlig durchnässte Klamotten. Allein das Wohnmobil funktioniert in einem running gag wie gewohnt und rollt aus dem Stand davon.
Augenzwinkernd lässt Regisseur Barry Sonnenfeld die Missgeschicke in surreale Höhen steigen, so das Riesenfahrzeug auf einem spitzen Felsen stranden, von dem es Bob runterwippen will. Der Film hat weder große Höhen noch Tiefen, sondern ist ein familiengerechtes Feelgoodmovie. Das ganze Pech unterwegs und die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten bewirken, dass Bobs Familie sich neu entdeckt. Ihr Spaß teilt sich erfrischend mit und beflügelt eigene Erinnerungen an Familienausflüge. Gut möglich, dass es in diesem Sommer ein paar Campingurlauber mehr gibt.
| FAZIT
Robin Williams packt Frau und zwei jugendliche Nervensägen ins Wohnmobil: Der Abenteuertrip durch Dreck, Missgeschicke und schlechte Laune kann beginnen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung