Mittwoch | 30. Mai 2012 | 10:03 Uhr
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  • FILM REVIEW | Emmas Glück
  • Emmas Glück

    Drama, Romanze | Deutschland 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Max (Jürgen Vogel) hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und wird in wenigen Wochen sterben. Als er im Alltagsleben keinen Sinn mehr sieht, schnappt er sich kurzerhand die Schwarzgeldkasse seines Arbeitgebers und packt die Koffer für Mexiko. Allerdings kommt Max nicht weit. Der Diebstahl verläuft nicht wie geplant und Max strandet nach seiner Flucht auf einem Bauernhof.

    Auf dem Hof lebt Emma (Jördis Triebel) zusammen mit vielen Schweinen und Hühnern. Sie rettet den bewusstlosen Max nach einem Unfall aus dem gestohlenen Auto und setzt den Wagen in Brand; sie hat Max' Geld gefunden und nimmt es an sich. Als Max wieder zu Bewusstsein kommt, muss er sich auch gleich vor der Polizei verstecken und entscheidet sich deshalb dafür, auf Emmas Farm zu verweilen.

    Langsam kommen sich die beiden näher, auch wenn es immer wieder Spannungen gibt. Und schließlich ist auch der Bauernhof kein sicherer Ort für Max. Emmas Verehrer Henner (Hinnerk Schönemann) arbeitet für die Polizei und würde den ungebetenen Gast gerne ausliefern. Außerdem ist Max sein Freund und Kollege Hans (Martin Feifel) auf der Spur und Max' Gesundheitszustand wird immer kritischer.
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      • | FILMKRITIK

      • Emmas Glück: das ist das pralle, üppige Landleben in seiner ungetrübten Romantik. Störenfriede wie der Dorfpolizist Henner und dessen Mutter können Emma da nicht lange aufhalten. Selbst als ihr das Geld knapp wird ... sie kann auch ohne Strom leben. Doch nicht nur Schweine und Hühner bereiten ihr Freude. Als der todkranke Max nach einem Autounfall bei ihr strandet, verliebt sie sich sofort in ihn und bietet ihm an zu bleiben.

        Für Max beginnt ein neues Leben, in dem er manchmal sogar seine Krankheit vergessen kann. Ein Leben, das uns doch sehr an den Heimatfilm der 50er zu erinnern vermag. Natürlich sind die Inhalte etwas aufgefrischt, so nutzt beispielsweise Emma ihr altes, klapperndes und vibrierendes Moped zur Selbstbefriedigung: Mit voller Fahrt rast sie den Hügel hinunter um sich nach dem Orgasmus ins Gras zu schmeißen. Grillen springen ihr ins Gesicht. Da stellt sich dann natürlich die Frage, warum Sexualität im deutschen Kino neuerdings immer auf große Effekte zielt, dann aber doch eher peinlich berührt oder – noch schlimmer – unfreiwillig belustigt. Die Bäuerin auf dem Moped steht dem Kekswichsen in "Crazy" in nichts nach und gibt dem Film etwas ernüchternd Materielles.

        Glücklicherweise ist aber auch Max auf der Suche nach Befriedigung und wir wohnen Sex in der Küche, Sex im Kornfeld, usw. bei. Sicherlich wird diese heitere Leichtigkeit des Landlebens durch Max' Krankheit kontrastiert, doch diese wird erst gegen Ende des Films akut. Selbst das Schlachten der Schweine geschieht in der Schönheit der Natur in voller Harmonie. Emmas Hof ist das wahre Paradies. Konflikte lösen sich da einfach und unproblematisch; die Frustrierten bleiben im Dorf.

        Bei soviel Landleben täte dem Film allerdings auch etwas Frischluft gut. Die Story ist witzig und unterhaltsam, die Actionsequenzen (!) sind wunderbar inszeniert, dennoch mieft es nach kopiertem Unterhaltungskino und Schweinemist. Und wieder einmal verbaut sich ein Film den Weg zu einer Zielgruppe. Für ein älteres Publikum bietet die neue Heimatidylle zuviel des besagten Schweinkrams und für die jüngeren Zuschauer ist der Kitsch dann doch unübersehbar. Wer es versucht allen Recht zu machen, mit dem ist leider meist niemand zufrieden.
      • | FAZIT

      • Schweinerei auf dem Lande ... ein schöner Fernsehfilm.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Julius Pöhnert

      • | Userwertung

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