Richie, der Großstadt-Waschbär hat ein ziemliches Problem. Aus Versehen hat er die Nahrungsvorräte des Bären Vincent komplett vernichtet und jetzt bleibt ihm nur eine Woche, dem ungehaltenen Riesen neues Essen zu beschaffen – inklusive blauer Kühlbox und rotem Lieferwägelchen versteht sich.
Glücklicherweise trifft er inmitten einer neu errichteten Vorstadt auf eine Gruppe gerade erwachter Winterschläfer, die mit Schrecken feststellen müssen, dass ihr Wald erheblich geschrumpft ist. Wo noch im vergangenen Sommer Beerensträucher und große Bäume standen, reihen sich nun jede Menge Häuser ordentlich in Reih und Glied, ausgestattet mit gepflegten Vorgärten und äußerst unheimlichen Besitzern.
Schnell sieht Richie in den irritierten Waldbewohnern seine Chance, dem Bären rechtzeitig alles Gewünschte zu besorgen. Mit Hilfe einer Tüte Takkos kann er die beiden Opossums, die Stachelschweinfamilie, die Stinktierdame Stella und das hektische Eichhörnchen Hammy von der Großartigkeit menschlicher Nahrungsmittel überzeugen.
Nur Verne, die Schildkröte, ist äußerst skeptisch. Er misstraut den Menschen und auch bei Richie ist er sich nicht sicher, ob der wirklich nur das Wohl seiner neuen Freunde im Kopf hat. Und während sie sich noch die Bäuche vollschlagen, nähert sich das Ende der Wochenfrist und auch die Menschen der direkten Nachbarschaft wollen die klauenden Tierchen nicht länger hinnehmen. Unterdessen drückt sich Richie davor, die Wahrheit zu sagen und Verne fasst einen folgenschweren Entschluss. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.
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| FILMKRITIK
Ein Eichhörnchen mit Koffeinschock, divenhaft sterbende Opossums und eine Schildkröte, die entsetzten Pfadfinderinnen ihren blanken Hintern zeigt. Bereits bei einer ausschnittweisen Betrachtung der im Film anwesenden Figuren und Figürchen erweist sich, dass man dem Hause „Shrek“ nicht allzu fern sein kann. Und tatsächlich stammt „Ab durch die Hecke“ von den gleichen Machern.
Hier verbindet sich Alltagskomik mit einer Prise Sozialkritik. Das Thema „Fast Food“ scheint nun auch im Animationsfilm angekommen zu sein. „Wir essen, um zu leben; sie [die Menschen] leben, um zu essen.“ fasst Richie in einem Satz den großen Unterschied zwischen Tier und Mensch zusammen. Zwinkernd erzählt der Film auf diese Weise ganz nebenbei von den nimmersatten US-amerikanischen Vorstädtern, bei denen sogar der Müll zu kulinarischen Festessen einlädt.
Erfrischenderweise sind die Tierchen dabei nicht nur kindgerecht und niedlich, sondern auch mit eigenständigen Charakterzügen ausgestattet. So wirklich perfekt ist keiner von ihnen und Helden sind es schon gar nicht.
Sie haben es nicht mehr nötig, wie ihre Vorfahren voller Panik vor dem Menschen, den Wald zu verlassen, um neue, unberührte Natur zu finden. Nein, sie nehmen die Annehmlichkeiten menschlicher Zivilisation mit Freuden an. Schnell geben sie sich dem Genuss von Fernsehen, Pizza und Takkos hin und dass sich ein unterhaltsames Spektakel mit Popcorn noch aufpeppen lässt, haben sie auch schnell begriffen.
Man merkt zwar, dass die Drehbuchautoren in diesem Fall nicht wie in „Shrek“ aus einer Vielzahl bereits bekannter Geschichten schöpfen konnten, deren bloßes Wiedererkennen Freude beim Zuschauer hervorruft, aber auch das Klischee von US-amerikanischen Vorstädten hat sich weit genug verbreitet. Und so kann man über Kekse verkaufende Pfadfinderinnen und pinke Plastik-Flamingos schmunzeln– ohne eigentlich zu wissen, warum.
Die meiste Zeit kann sich der Zuschauer auf gleichbleibendem Niveau unterhalten. Zwar gibt es ein paar Ausflüge ins Tal des Kitsches, diese werden aber ausgeglichen durch einige grandiose Höhenflüge ins Reich guter Ideen. Insgesamt ein netter, unterhaltsamer Film für Zwischendurch, bei dem man garantiert Hunger auf Takkos bekommt.
| FAZIT
Ein recht gut gelungener Animationsfilm aus dem Hause „Shrek“.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung