Wehmütig verlassen die junge Ärztin Kate und ihr Hund Jack ihr altes Zuhause, ein wunderschönes Designerhaus an einem See, mitten in der Wildnis. Doch Kates neuer Job an einem Krankenhaus in Chicago macht den Umzug nötig. Im Briefkasten hinterlässt sie eine Nachricht an ihren Nachmieter: er möge bitte die Post nachschicken. Ach ja, und sie wisse auch nicht, woher die Pfotenspuren vor der Tür und die Kiste auf dem Dachboden stammen.
Alex, der neue Mieter, ist verwundert: keine Pfotenspuren, keine Kiste, und Kates neue Adresse ist eine Baustelle. Als die beiden sich weiterhin schreiben wird klar: sie lebt im Jahr 2006, er in 2004. Langsam verlieben sich die beiden auf dem Postweg. Sollen sie das Schicksal herausfordern und versuchen, sich zu treffen?
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| FILMKRITIK
Eigentlich ist schon mit den ersten Bildern, den ersten Takten der Musik klar: das kann nicht gut gehen, dem Zuschauer steht auf der Leinwand eine herzzerreißende Liebesgeschichte bevor. Die Grundkonstellation ist altbekannt: Zwei einsame Seelen sind auf der Suche nach dem Glück. Kate wohnt mit ihrem Hund zusammen, der einzige, der sie zu verstehen scheint. An einsamen Tagen spielt sie sogar mit ihm Schach. Bei 30-Stunden-Schichten im Krankenhaus bleibt wenig Zeit für ein Sozialleben oder ihre Liebe zur Literatur. Nur ihre Mutter sieht sie hin und wieder zum Lunch, von Morgan, ihrem besitzergreifenden Freund, einem Kontrollfreak, hat sie sich schon lange getrennt. Auch Alex ist ein Eigenbrötler. Der Architekt steht immer im Schatten seines Vaters, einem bedeutenden Baumeister, der auch „Das Haus am See“ gebaut hat. Beruflich läuft es gar nicht gut, mit der von ihm betreuten Reihenhaussiedlung ist er mächtig im Verzug, und auch an seiner neuen Heimat hat er einiges auszusetzen. „You sit in a glass box and can’t touch what’s around you.“
Wäre da nicht der Briefkontakt, die beiden drohten an Vereinsamung zu sterben. Der Briefkasten direkt vor dem Haus fungiert dabei als Fenster zwischen den beiden Zeitebenen. Das führt zu einigen amüsanten Szenen, wenn beide auf Post warten und die Klappe sich wie von Geisterhand öffnet und schließt. Oder wenn Alex Kate per Brief durch Chicago führt und ihr seine Lieblingsplätze zeigt.
Abgesehen davon ist die Zeitdifferenz aber hauptsächlich ein Mittel, den Handlungsablauf zu verkomplizieren. Denn schließlich braucht es ja einen Grund, wieso sich die beiden Verliebten nicht sehen können. Je weiter der Film fortschreitet und Alex und Kate ihre Situation durchschauen, desto waghalsiger und verquaster werden die Konstruktionen und Wendungen des Drehbuchs: Wer könnte wen wann schon mal gesehen haben, wie haben sie sich erkannt oder wie könnte Kate quasi aus der Zukunft Alex an den richtigen Ort locken?
Von der Zeitdifferenz abgesehen, bleibt „Das Haus am See“ erschreckend konventionell. Die Dauer-Musikberieselung tut ihr Übriges dazu, dass aus der charmanten Grundidee eine seichte Liebesschnulze wird. Daran können auch die solide und routiniert agierenden Hauptdarsteller Sandra Bullock und Keanu Reeves wenig ändern. Da bleibt nur: zurücklehnen und die Landschaftsaufnahmen und architektonischen Details genießen.
| FAZIT
Zwei einsame Seelen, die nicht zueinander finden können – ein seichter Liebesfilm, Vaterkomplexe und komplizierte Exbeziehungen inklusive, dessen krudes Drehbuchkonstrukt eher verwirrt als Spannung zu stiften.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung