Benjamin Franklin (!) Gates glaubt an die Existenz eines ungeheuren Schatzes, der aus den Grabkammern Ägyptens über die Römer und über die Tempelritter der Kreuzzüge bis zu den Freimaurern und damit zu den Gründungsvätern der Vereinigten Staaten gelangt ist und sich dabei stets vermehrt hat. Und diesen Schatz will er finden, zusammen mit seinem alten Kumpel Ian. Der aber entpuppt sich schnell als gieriger Bösewicht, so dass sich zwischen den beiden ein Wettlauf um die Hinweise entspinnt, die zum Schatz führen. Eher unfreiwillig schließt sich Benjamin dabei Abigail Chase, eine Restauratorin des Nationalarchivs, an, von wo Ben die Unabhängigkeitserklärung gestohlen hat – doch dieser Diebstahl ist nur der erste Schritt auf einem Weg durch Washington, Philadelphia, New York und die Geschichte der Gründung der USA.
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| FILMKRITIK
Nicholas Cage mit seinem einen Gesicht wirkt ja immer irgendwie müde und antriebslos, wie ein ausgelatschter Turnschuh – doch in diesem Film kommt ihm das zugute, nicht, weil es zu seiner Rolle als superschlauem Schatzjäger passt, sondern weil man ihm hier die Liebesgeschichte abnimmt. Diane Kruger nämlich, die die deutschstämmige(!) Abigail spielt, hat als love object eine ebenso maue Ausstrahlung – schon als Helena in „Troja“ hat man sie geflissentlich übersehen. Und dass sie im deutschen eine ziemlich quälend quäkende Synchronstimme hat, als sei ihr vor Jahren einmal ein Kaugummi im Hals stecken geblieben und nie wieder herausgeflutscht, nun, das hilft nicht wirklich dabei, groß rauszukommen. Im „Vermächtnis der Tempelritter“ spielen auch alte Schauspielveteranen mit: Jon Voigt und Harvey Keitel – aber diese Nebenrollen können auch nichts rausreißen. Vielleicht deshalb wird zumindest in der ersten Hälfte immer wieder mal gerne auf Zeitraffer und Jumpcuts zurückgegriffen, so dass zumindest formal eine Rasanz aufkommt, die die Darstellung der Schauspieler auffangen soll.
Dabei entwickelt der Film nach einer Weile durchaus ein gewisses Eigentempo; es ist ja auch eine einfache Geschichte: Zwei Rivalen suchen einen unermesslichen Schatz. Und wer einmal gesehen hat, wie zielgerichtet und schnell Schildkröten sein können, wenn sie irgendwo etwas Leckeres zu essen erspäht haben, kann sich vorstellen, dass auch die Darsteller wie der Film selbst irgendwann in Fahrt kommen.
Man nimmt das Ganze niemandem ab: Wie Ben Gates aus einem albernen Rätselreim in guter alter Sherlock-Holmes-Manier durch ganz und gar logisches Denken darauf kommt, dass die Unabhängigkeitserklärung in Wirklichkeit eine Schatzkarte enthält, das ist schon gleich zu Beginn völlig over the top. Später dann werden bei Verfolgungsjagden die Guten immer wieder den Kugeln der Bösen ausweichen, dass es eine Lust ist. Der Film macht eben nie einen Hehl aus seiner Künstlichkeit, und seine Protagonisten werden immer in Selbstgesprächen ihre Einzelaktionen kommentieren, vielleicht, damit sie selbst ihr Tun verstehen. Im ewigen Eis des Nordmeers fiel dem Regisseur ab und zu ein, dass bei Kälte ja der menschliche Atem zu sehen ist: Gerade dadurch fallen die Passagen auf, in denen die Kälte nicht zu sehen ist... Wenn im Film ein Gegenstand die Eigenschaften „alt“ und „verfallen“ haben soll, dann ist dieser Gegenstand die Verkörperung der Begriffe „alt“ und „verfallen“ – zumindest so, wie sich Disney und Bruckheimer diese Begriffe vorstellen, mit vielen vielen Spinnweben und genau gesetzten Sollbruchstellen, damit’s im rechten Moment zusammenfallen kann.
Ist der Film zu Anfang eine Art Pop-Camp-Version von Umberto Ecos „Das Foucaultsche Pendel“, wird er bald zu einem Caper-Movie, wenn es um den Einbruch ins Nationalarchiv geht – und verliert sich dann in einer Art Billig-Indiana-Jones, geschrieben von Enid Blyton. Rätselhafte Hinweise, große Abenteuer, Spaß, Spannung und ab und zu ein Geheimgang: Es ist die Welt der Zehnjährigen, die hier gezeigt wird, ohne Blut, ohne Sex, wie ein Erlebnispark, der frisch eröffnet wurde, wo die Gestänge der Attraktionen noch frisch gestrichen sind, und wo von den künstlich auf alt getrimmten Gebäuden der Lack noch nicht ein bisschen abgeblättert ist.
| FAZIT
Die Schatzsuche ist trashig genug für drei Sterne.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung