Drama,
Liebesfilm
| Deutschland / Frankreich / Schweiz 2005
| INHALTSANGABE
Brinduscha ist Sekretärin in Jorgas Druckerei; mit dem Chef hat sie ein Verhältnis, und er liebt sie abgöttisch, obwohl er Frau und Kinder hat. Doch Brinduscha liebt eigentlich auch Stefan, den deutschen Ingenieur, den sie am Samstag heiraten wird. Zur Hochzeit rückt dessen Familie an, und Jorga unternimmt alles, um die Heirat zu verhindern.
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| FILMKRITIK
Der Zuschauer weiß bis zum Ende nicht, wohin die Geschichte eigentlich gehen soll; und der Film versucht es verzweifelt, aber vergeblich herauszufinden. Eine Dreiecks-Liebesgeschichte in Bukarest, Brinduscha zwischen ihrem Chef und dem jungen Deutschen Stefan, den sie am Samstag heiraten wird: Das schält sich langsam heraus, eine melodramatische Konstellation. Die freilich zuweilen gefilmt ist, als wäre es ein Film Noir, mit plötzlichen Kamera-Blickwechseln, mit Schnitten auf Großaufnahmen, mit Schwenks, die Nebensächliches ins Bild rücken. Jorgas Druckerei heißt Noir Print, die Produktionsfirma von „Offset“ Noirfilms, der Vorspann ist im Stil des klassischen Hollywoods gehalten: Alles scheint bedeutungsvoll, als würde sich noch etwas daraus ergeben. Allein: Es bleibt statisch, nichts geschieht; oder zumindest nichts, was zu dramaturgischem Fluss oder emotionaler Beteiligung führen würde.
Mittendrin beginnt dann plötzlich eine Ebene des Komischen, eine Komödie der Irrungen, wenn Stefans Familie anrückt: Da wird die Begegnung mit der fremden Kultur genüsslich ins Ironische gezogen, hier die steifen Deutschen, dort die lässigen Rumänen. Ressentiments der Deutschen wegen Rumäniens Rückständigkeit treffen auf die rumänischen Ressentiments gegen deutsche Arroganz. Da gibt es ein internationales Abendessen mit Zwangs-Smalltalk, das fast an Loriot erinnert, und die Mutter hat Handtücher und Bettwäsche mitgebracht, denn „zwischen sauber und sauber ist ein Unterschied“.
Doch die Satire läuft schief, im weiteren Verlauf bestätigt der Film gar die jeweiligen Vorurteile. Und schwenkt immer wieder um ins Melodram. Hier also der Ernst, und dort der Versuch skurriler Komik, die vielleicht an den Balkan-Humor etwa Emir KUsturicas anknüpfen soll. Aber Zugang zu den Figuren ergibt sich nie, und Zugang zur Handlungskontinuität sowieso nicht. Denn die inneren Motivationen der Figuren sind kaum nachvollziehbar und werden nie ausreichend erklärt.
Warum Jorga, der Chef, so fanatisch Brinduscha liebt, oder warum Brinduscha so neurotisch auf ihre Sachen erpicht ist, bleibt unklar. Alexandra Maria Lara spielt gekünstelt wie immer, mit ihren drei Gesichtsausdrücken Freuen, Staunen und Traurigsein: Auch das hilft nicht, sich ins Melodram oder in die Komödie oder zumindest vielleicht in die Liebe der Brinduscha einzufinden. Und entweder ist es wirklich komisch gemeint oder vielleicht eben doch nur einfach schlecht, wenn sich Bridnuscha dermaßen aufregt, weil Stefan ihre Praline wegisst. „Er hat meine Praline gegessen. Meine Praline! Sie gehörte mir!“
| FAZIT
Irgendwo zwischen Melodram, culture clash und Komödie verliert sich „Offset“ gänzlich im Unentschieden; und hat damit schon verloren.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung