Nur noch wenige spektakuläre Minuten trennen den Rennwagen Lightning McQueen vom Gewinn des Piston-Cup. Seine schärfsten Konkurrenten „The King“ und Chick Hicks haben keine Chance gegen ihn, da ist er sich absolut sicher. Doch sein Ego ist größer als sein Verstand und so endet das Rennen mit drei Siegern. Ein neues Rennen wird anberaumt, um die endgültige Entscheidung zwischen den drei Sportflitzern herbeizuführen. Lightning, der dieses Rennen kaum erwarten kann, macht sich noch in der Nacht auf den Weg zum weit entfernten Austragungsort.
Doch wieder rächt sich sein Ehrgeiz. Sein Transport-Truck Mack ist vollkommen übermüdet und bemerkt nicht, wie sich durch einen Zufall die Laderampe öffnet und seine schlafende Ladung hinausrollt. Von den entgegenkommenden Fahrzeugen geweckt, versucht Lightning panisch, seinen Truck wiederzufinden, folgt aber dem falschen Wagen und landet auf der abgelegenen Route 66.
Wegen seiner hohen Geschwindigkeit von einem Polizeiwagen verfolgt rast er in das eingeschlafene Wüstennest Radiator Springs und sorgt dort nicht nur für einiges Chaos, sondern auch für eine komplett zerstörte Hauptstraße. Lightning wird verhaftet und muss zur Strafe so lange im Dorf bleiben, bis er die Straße repariert hat. Natürlich will er so schnell wie möglich wieder verschwinden, schließlich darf er auf keinen Fall sein großes Rennen verpassen.
Und auch die Dorfbewohner gehen ihm gehörig auf die Nerven, allen voran das Landei Hook, der mürrische Bürgermeister Doc Hudson und die hübsche, aber in seinen Augen viel zu überhebliche Sally. Doch nach und nach lernt er das Städtchen und seine Bewohner besser kennen und bald stellt sich ihm die Frage, ob der Piston Cup wirklich das einzige ist, was ihm in seinem Leben fehlt.
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| FILMKRITIK
Das Spektakulärste an diesem Film ist wohl die Idee an sich. Bei den Figuren handelt es sich um Autos. Naturgemäß also um Gegenstände, bei der eine vermenschlichende Emotionalisierung zunächst schwierig zu sein scheint. Doch es gelingt weitestgehend. Mit Hilfe von Autotypen verschiedensten stilistischen Alters und mit Hilfe gängiger Autofahrer-Klischees lassen sich tatsächlich unterschiedliche Charaktere formen. In „Cars“ sind Rennautos zumindest männlich, formschöne Kleinwägen weiblich und putzige kleine gelbe Fiats Italiener. Riesige Augen, Brauen und Münder sorgen darüber hinaus für wirksame Kindchenschema-Effekte.
Auch bekannte Fernsehstars lassen sich – wie der Film beweist – mit einigen wenigen Handgriffen in ein Auto verwandeln, ohne dass der Widererkennungswert nennenswert leiden würde. Das ist tatsächliche eine Animationsleistung, die gewürdigt werden will. Auch wenn betont werden sollte, dass der nahezu bewegungslose Realkäfer „Herbie“ glaubwürdigere menschliche Züge aufwies, als es Lightning und Co gelingt.
Die Konzentration lag bei dieser Animation ganz offensichtlich auf den Figuren, nicht auf Hintergründen oder nebensächlicheren Details, die das Gesamtbild kreativ ergänzt hätten. Neben der „Massen-Animation“ des vollbesetzten Stadions gibt es ansonsten zumeist nur eine Wüstenlandschaft zu sehen, die mit Felsformationen angereichert ist, welche aussehen wie in den Boden gerammte Chevrolets. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei den Figuren des Films um Autos handelt, ist das genaugenommen ein recht makaberer Scherz. Man stelle sich einen Film mit menschlichen Figuren vor und eine Landschaft mit kopfüber in den Boden gerammten Menschen... .
Neben diesen Felsen gibt es am Himmel Reifenspuren anstelle von Kondensstreifen und kleine blaue „Käfer“ anstelle von kleinen blauen Käfern zu sehen. Von kreativem Überschwang und überbordendem Ideenreichtum, wie ihn etwa das Konkurrenz-Produkt „Robots“ hervorbrachte, ist hier nicht viel zu bemerken. Dennoch, der Chrom blitzt, der Rost bröckelt realistisch und der aufgewirbelte Staub tanzt im Sonnenlicht.
Eine gelungene Animation ist allerdings nicht alles. Eine gute Geschichte sollte auch vorhanden sein. Auch hier gilt: Die Grundidee ist gut. Ein egozentrischer, oberflächlicher und arroganter Rennwagen, für den Erfolg, Geld und Groupies höchstmögliche Lebensziele sind und der von den Umständen, in die er gerät, ausgebremst wird. Die Moral: Nur mit Freunden und Teamgeist kann man echtes Glück erreichen.
Die Umsetzung weist allerdings immer wieder Mängel auf. Besonders die teilweise angestrengten und aufgesetzten Dialoge machen es schwer, sich in die Handlung hineinzufühlen. Auch das Aufgebot an Comedy- und Sportstars in der deutschen Synchronfassung, bringen hier kaum Verbesserung. Nostalgische Ausschweifungen und kitschige Sequenzen wurden leider auch nicht vermieden.
Schade ist außerdem, dass es in „Cars“ herzlich wenig zu lachen gibt. Hin und wieder gibt es amüsante Szenen und ein paar nette kleine Gags, aber der richtige Spaß will nicht aufkommen. Immerhin gelingt es einigen der Nebenfiguren, wie etwa den Reifenverkäufern Luigi und Guido die Handlung über humorlose Abgründe hinwegzuretten.
Insgesamt betrachtet ist „Cars“ also nicht ganz das, was er verspricht. Sowohl was den Handlungsaufbau, als auch die Dialoge und den Ideenreichtum angeht, kann Pixar nicht an vorangegangene Erfolge anknüpfen. Für einen verhältnismäßig unterhaltsamen Kinoabend dürfte zwar auch hier gesorgt sein, wahre Pixar-Fans sollten sich aber lieber noch einmal die Vorgänger-Filme des Studios zu Gemüte führen.
| FAZIT
Gut animiert und relativ unterhaltsam, aber nicht ganz das, was man aus dem Hause Pixar gewohnt ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung