Bartleby ist Highschool-Absolvent mit einem unlösbaren Problem: Alle Colleges, bei denen er sich um Aufnahme bewirbt, lehnen ihn ab. Anscheinend ist er zu durchschnittlich. Auch der Wunsch seiner Eltern, ihm das Studium zu finanzieren, nützt ihm da wenig. Ähnlich ergeht es einigen seiner Freunde. Nur der dicke Schrader wird auf das örtliche Harmon College aufgenommen. Zufällig hat Bartleby die Idee, seinen Vater zufrieden zu stellen mit einer am Computer fabrizierten Zusage eines fiktiven Colleges, welches den Namen South Harmon Institute of Technology, kurz, SHIT, trägt.
Mit seinen Freunden bastelt Bartleby für seinen Vater eine Website dieser Institution, doch dann will der mit dem Dekan sprechen. Es muss ein Gebäude gefunden werden! Die Freunde entdecken eine leer stehende ehemalige psychiatrische Anstalt und renovieren notdürftig. Ein Dekan für einen Tag ist auch gefunden, in dem Systemgegner und Verlierer Uncle Ben. Die Eltern sind zufrieden, doch in die neue Freiheit der Freunde beim Computerspiel platzen Hunderte von neuen Studenten aus dem ganzen Land, die per Click auf die Website von SHIT aufgenommen wurden. Bartleby hat nicht das Herz, die hoffnungsvollen Neulinge nach Hause zu schicken...
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| FILMKRITIK
Was ist das für ein Film? Studenten, deren Eltern Zehntausende von Dollar bezahlen, damit sie sich „Shitheads“ nennen können? Damit sie sich zum Spaß in der ehemaligen psychiatrischen Anstalt mit Elektroschocks behandeln, später dann die wildesten Parties mit Rockband, Pool und Halfpipe feiern? Die von sich klagend sagen, für ein normales College hab ich wohl früher zu wenig Tennis gespielt, mich zu wenig in der Schule angestrengt? Ja, ja, ja! Endlich einmal eine Anti-Komödie, von lauter nichtangepassten Losern, die keinem von außen hoch gehaltenen Karriereziel entgegenfiebern.
Das amerikanische Bildungssystem kommt hier dabei nicht gut weg: Die Colleges, die sich sowieso teuer bezahlen lassen von ihren Studenten, lehnen offenbar jeden ab, der kein außergewöhnliches Talent hat, und diejenigen mit einer kleinen oder größeren Macke erst recht. Vor der Tür von SHIT stehen also nicht nur einige Schwarze, die schon wegen ihrer Herkunft nirgends landen konnten, sondern auch ein bunter Haufen von Hyperaktiven, Sonderlingen, Sprachlosen, oder solchen Leuten, die auf die Frage, was ihre Interessen sind, Essen, Frauen, Klamotten antworten. Der einzige Lehrer an der neuen Schule ist der Loser-Dekan Uncle Ben, der gut besuchte Vorträge hält über das böse System, das jeden korrumpiert und ausnutzt.
Die neue Schule S.H.I.T. macht Spaß, denn für das teure Semestergeld wird ein schöner Pool installiert und die Studenten dürfen das machen, was sie schon immer wollten. Die echte Harmon-Schule nebenan hingegen ist bevölkert von geschniegelten Ellenbogentypen, denen man weder im Büro noch im Schlafzimmer begegnen möchte. Der dicke Schrader, gespielt von Jonah Hill, kann dort nicht landen, obwohl er die demütigendsten Rituale auf sich nimmt, in der Hoffnung, doch noch integriert zu werden.
Sein Freund Bartleby wird vom netten Durchschnittstypen Justin Long gespielt, dessen einzige Waffe seine scheinbar angepasste, diplomatische Eloquenz ist. Mit freundlichen Worten kann er sich überall gut herausreden, nur nicht bei seiner kleinen Schwester, die beispielsweise fragt, wieso die Betten in den Collegezimmern Anschnallgurte haben. Auch dieser Filmspaß hat eine Botschaft, nämlich die, dass zum Lernen Kreativität und Selbstentfaltung gehören, aber die Regie-Debütarbeit von Steve Pink ist mehr dem Anti-Inhalt und dem anarchischen Spaß gewidmet. Natürlich ist dieses Produkt kein Muss für Kinogänger geworden, aber wenn man es trotzdem sieht, bleibt man zumindest verschont von Ärger und Frust.
| FAZIT
Was machen College-Bewerber, die nirgends aufgenommen werden? Sie gründen ein Institut für Shitheads, und die Party kann beginnen: angenehm, erfrischend, unangepasst.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung