Kleiner Tiger und sein Freund Kleiner Bär können sich wirklich glücklich schätzen. Schließlich leben sie in einem schönen kleinen Häuschen nahe am Fluss, haben einen prächtigen Gemüsegarten und einen Wald um die Ecke, in dem es jede Menge Pilze zu finden gibt.
Dem abenteuerlustigen Tiger genügt das aber nicht. Er möchte wissen, wie wohl die Welt hinter dem Hügel, den sie von ihrem Haus aus sehen können, beschaffen ist. Da kommt eine zufällig vorbeischwimmende Bananenkiste sehr gelegen. Denn auf ihr steht das Zauberwort PANAMA, und was läge näher, als dahinter das Land ihrer Träume zu vermuten.
Also begeben sich die beiden Freunde auf eine abenteuerliche Reise. Dass sie nicht die geringste Ahnung haben, wo Panama eigentlich liegt, ist für sie kein Problem. Hoffnungsvoll, immer der Nase nach und mit Hilfe von neuen Bekanntschaften landen sie irgendwann tatsächlich im Paradies. Oder doch nicht? Es dauert nicht lange, da müssen sich Tiger und Bär fragen, ob sie vielleicht die ganze Zeit nach einem falschen Ort gesucht haben.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Das Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“, das 1978 in die Läden kam, dürfte zu den bekanntesten Werken des Autors und Illustrators Janosch gehören. Seither hat es einige Generationswechsel gegeben und immer noch sind die Geschichten von Tiger, Bär & Co uneingeschränkt populär. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die Geschichte vom Auszug zweier Freunde auf der Suche nach dem Land ihrer Träume den Weg ins Kino finden würde.
Dafür musste das Original selbstverständlich mit einigen zusätzlichen Handlungselementen aufgestockt werden, um Spielfilmlänge zu erreichen. Die Reise von Tiger und Bär ist nun wesentlich länger und gefährlicher. Zwar sind auch die spannenden Sequenzen kindgerecht umgesetzt worden, doch für Dreijährige – wie von den Produzenten angedeutet – sind sie nicht geeignet. Zu oft müssen dem Kleinen Bär oder dem Kleinen Tiger das Leben gerettet werden, als dass keine Angst um sie aufkäme.
Ein weiterer großer Unterschied zur Vorlage ist die visuelle Gestaltung der Figuren. Nicht zottig skizziert, sondern glatt und rund kommen sie daher. Dafür sind die Bewegungen fließend und lebendig. Auch wenn die Animation an die Sehgewohnheiten heutiger Kinder angepasst wurde, einige der Eltern werden doch wehmütig an „Janoschs Traumstunde“ zurückdenken, in der die Figuren etwas verwackelt durchs raschelnde Gras tapsten.
Zwar fehlen hier – im Unterschied zum Buch – die augenzwinkernden Kommentare eines Erzählers, auf den typischen Janosch-Witz mitsamt seinen überraschenden Weisheiten muss allerdings nicht verzichtet werden. Auch der Film ist mit frecher Unterhaltsamkeit bestückt. Diese gerät nur leider – ebenso wie die gemütliche Grundstimmung – im Laufe der Reise immer wieder zu sehr in den Hintergrund.
Insgesamt ist der Film eine unterhaltsame Umsetzung des Originals. Etwas bunter und moderner ausgestaltet und mit einem weitaus größeren Anteil an Spannung ausgestattet, wurde er an das heutige Publikum angepasst. Die Geschichte selbst hat das jedoch kaum nötig. Denn ein Film, in dem es um echte Freundschaft und dem Finden wahrer Träume geht, ist wohl immer zeitgemäß.
| FAZIT
Die moderne Übersetzung des Originals in einen unterhaltsamen Kinofilm, in dem es um die Wichtigkeit von Freunden und Träumen geht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung