Inmitten beschaulichen Idylls liegt eine kleine Farm, bewohnt von einem kleinen Farmer und seinen vielen Tieren. Die Welt ist friedlich und normal. Doch wehe, der Farmer verlässt den Hof oder schlummert selig vor dem Fernseher ein... . In diesem Fall recken und strecken sich die erleichterten Tiere, erheben sich auf zwei Beine, unterhalten sich, singen und tanzen.
Ganz besonders wild treibt es die Kuh Otis mit seinen Freunden. Zum Ärger seines Vaters Ben ist ihm kein Unsinn zu langweilig, um nicht ausprobiert zu werden. Bens Gerede über Verantwortung kehrt Otis dagegen lieber den Rücken. Doch die Sorge Bens ist nicht unbegründet. Wilde Hyänen bedrohen den Hof, der nur unzureichend geschützt von einem Bretterzaun umgeben ist.
Dann geschieht eines Nachts das Unglück. Während Ben einsam Nachtwache hält und alle anderen Tiere in der Scheune eine wilde Party feiern, greifen die Hyänen den Hühnerstall an. Nach einem verzweifelten Kampf kann Ben die Angreifer zwar zurückschlagen, sich selbst aber nicht mehr retten.
Und so steht Otis plötzlich vor einer ganz neuen Situation. Die Tiere der Farm erwarten von ihm, dass er Bens Nachfolge antritt und sie beschützt. Der kann mit der großen Verantwortung nicht viel anfangen. Zunehmend verzweifelt merkt er, dass die Fußstapfen in die er treten soll, eine Nummer zu groß für ihn sind.
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| FILMKRITIK
Um möglicher Verwirrung im Kinopublikum vorzubeugen, sei zunächst gesagt: Ja, bei den „Kühen“ Ben und Otis handelt es sich eigentlich um Stiere und ja, sie haben Euter – warum auch immer. Da diese possierlichen Tierchen aber für gewöhnlich auch nicht auf zwei Beinen laufen, Auto fahren oder Golf spielen, das Ziel dieses Films also nicht eine möglichst realistische Darstellung natürlicher Verhältnisse sein kann, sollte dieser Umstand nicht weiter ins Gewicht fallen, sondern der kreativen Freiheit der Animateure zugerechnet werden.
Und von dieser kreativen Freiheit wird reger Gebrauch gemacht. Die Animation von „Barnyard“ unterscheidet sich dabei grundsätzlich von denen, die man aus Werkstätten der Konkurrenz kennt. Alles ist ein bisschen knubbeliger, glatter und einfacher gestaltet. Die gezeichnete 2D-Welt scheint noch in greifbarer Nähe zu sein. Brüsten sich andere Produzenten damit, Tiere kreieren zu können, deren Fell aus zig Millionen Einzelhaaren besteht, wird hier bewiesen, dass das nicht immer notwendig sein muss. Schließlich muss ein Animationsfilm ja nicht wie alle anderen aussehen.
Nur leider genügt die reine Computertechnik nicht, um einen guten Film zu machen. Ein entsprechendes Drehbuch sollte auch vorhanden sein. Dieses hier ist sehr einfach gestrickt und handelt – wie so oft – von den Schwierigkeiten des erwachsen werdens. Auf überraschend plumpe Weise wird den Zuschauern nahegelegt, dass sich ein guter Anführer nicht durch Stärke, sondern durch Verantwortungsbewusstsein auszeichnet. Natürlich ein durchaus vertretbarer moralischer Lehrsatz.
Dass ein Film mit klischeehafter und simpler Handlung dennoch ganz kurzweilig sein kann, wird ihn vermutlich vor dem Absturz retten. Denn man sollte ganz klar sagen, das Zielpublikum wird sich amüsieren. Eifriger Musikeinsatz und treffsichere Gags helfen „Barnyard“ über seine Schwächen hinweg. Man fühlt sich gut unterhalten, auch wenn man den Film nur kurze Zeit später schon wieder vergessen haben wird.
| FAZIT
Ein einfach gestrickter, einfach animierter aber dennoch unterhaltsamer Film.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung