Donnerstag | 31. Mai 2012 | 06:12 Uhr
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  • FILM REVIEW | Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns
  • Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns

    Komödie, Romanze | Großbritannien / USA 2004
  • | INHALTSANGABE

  • In „Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns“ fand Bridget endlich ihren Traummann. Mark Darcy, Anwalt für Menschenrechte mit Knackarsch und Charisma. Jetzt schwelgt sie in der Idylle des Nicht-mehr-Single-sein. Auch beruflich geht es zumindest nicht bergab. Nach so langer Zeit der intensiven Problembekämpfung scheint die plötzliche Idylle jedoch trügerisch. In Marks neuer Arbeitskollegin Rebecca sieht die von Selbstzweifeln geplagte Bridget eine gefährlich perfekte Konkurrentin um Marks Liebe. Außerdem taucht plötzlich wieder Ex-Freund Daniel Cleaver auf der Bildfläche auf. Die Geschehnisse nehmen ihren unguten Verlauf, als Daniel ihr neuer Arbeitskollege wird und sie für den Dreh einer Reise-Show mit nach Thailand nimmt. Aber Bridget wäre nicht Bridget, wenn aus dem Liebesabenteuer nicht doch noch eine Katastrophe würde. Und so sitzt sie bald statt in Daniels´s Bett in einem Frauengefängnis. Und nur Mark Darcy kann ihr jetzt noch helfen.
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      • | FILMKRITIK

      • „Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns“ schließt nahtlos an seinen Vorgänger an, zumindest was die Geschichte angeht. War Bridget Jones im ersten Teil eine „durchschnittliche“ Frau in den Dreißigern, die, umringt von Pärchen, verzweifelt nach einem Mann suchte, während sie nebenbei auch noch ihr Berufsleben, ihre Eltern und ihr Gewicht unter Kontrolle zu bringen versuchte, hat sie in der Fortsetzung weitaus weniger Probleme zu bewältigen. Und das ist auch die größte Schwäche des Films. Er hat nicht wirklich eine Geschichte zu erzählen. Die Eltern vertragen sich wieder und heiraten ein zweites Mal, der Traummann ist und bleibt ein Traummann und der miese kleine Verführer bleibt ein verführerischer kleiner Mieser. Das Ende ist vorauszusehen und die Handlung selbst kommt einem zuweilen stark bekannt vor. Es scheint, als kopiere der Film seinen eigenen Vorgänger. Da sieht man dann wieder Bridgets ausladenden Hintern in Großaufnahme über Fernsehbildschirme flimmern und Mark und Daniel prügeln sich um die Gunst der holden Angebeteten.

        Der Film erzählt von einer Frau, deren Wünsche in nahezu perfekter Weise erfüllt wurden und die sich – jetzt wo sie keine Probleme mehr hat – selbst welche erschafft. Denn schließlich ist Bridget Jones immer noch Bridget Jones. Sie leidet unter ihren Selbstzweifeln, trinkt, raucht und redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, ohne Rücksicht auf Verluste. Hemmungslos ehrlich bringt sie dabei nicht nur sich selbst in peinliche Situationen. Auch der stets edelmütige und wohlerzogene Mark Darcy scheint unter derlei Taktlosigkeiten zu leiden, die meiste Zeit aber blickt er, verwirrt von Bridgets seltsamen Anwandlungen, in der Gegend umher.

        Wie schon im ersten Teil macht sich Bridget in jeder Situation so lächerlich wie möglich. Und genau das macht ihren Charme und auch den Erfolg ihrer Figur aus. Es ist nämlich durchaus reizend, wenn sie zerzaust wie ein gerupftes Huhn mit Sonnenbrand und viel zu engem Goldkleidchen in eine Gruppe Besserverdiener stolpert und dabei von einer Peinlichkeit in die nächste schlingert. Da kuschelt man sich doch gerne in der Dunkelheit des Kinos in den Sitz und freut sich, daß einem selbst solche Fettnäpfchen erspart bleiben.

        Was die Handlung aufgrund mangelnder Originalität nicht mehr hergibt, versucht Renee Zellweger mit ausladenden Slapstick-Einlagen zu retten. Und so stolpert,fällt und rutscht sie durch den Film oder läuft plötzlich wie ein Frosch auf Landgang. Unschlagbar ist Hugh Grant als windiger Schürzenjäger. Sein gewissenloser Charme ist in der Tat umwerfend. Viel mehr hat seine Rolle dann aber leider nicht zu bieten.Bridgets Eltern und ihre Freunde, die im Vorgänger-Film noch unterhaltsame Nebenfiguren waren, kommen hier viel zu kurz. Sie alle tauchen nur noch am Rande auf. Der Vater sendet bloß ein paar klägliche Grimassen gen Himmel, die Mutter ist zahm geworden und die Freunde mischen sich kaum noch ein.

        „Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns“ ist ein konventioneller Film über eine zuweilen recht unkonventionelle Frau. Eine romantische Komödie, in der es einzig um die große Liebe, ums Heiraten und ums Aussehen geht. Peinliche Situationen, Mißgeschicke und witzige Dialoge werden aneinandergereiht, ohne wirklich in einem näheren Zusammenhang zu stehen, was den Film etwas ziellos erscheinen läßt. Leichte Unterhaltung für diejenigen, die die Figur der Bridget Jones in ihr Herz geschlossen haben. Ernst nehmen kann man diesen Film nicht. Aber lachen kann man drüber.
      • | FAZIT

      • Romantische Komödie mit ähnlichem Unterhaltungsfaktor wie sein Vorgänger.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 7.5/10 (2 votes)

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